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Montag, 11. Dezember 2017 4

Sport

Auch Wörth stellt die Schießanlage um

Für die Jugend soll der Sport attraktiver werden. Manuelle Handarbeit am Stand bleibt aus – moderne Tablets machen‘s möglich.
Von Theresia Luft, MZ

Die Wörther Schützenvereinen haben auf einen elektronischen Schießstand umgerüstet. Diesen testeten Nachwuchsschütze Jakob und die beiden Schützenmeister der Vereine Hans Höfl und Josef Weinzierl (von links). Foto Theresia Luft

Wörth.Einen großen Schritt in die Zukunft des Schießsportes haben die beiden Wörther Schützenvereine, die fürstbischöflich privilegierte Feuerschützengilde und die Zimmerbüchsen Schützengesellschaft 1864, gemacht. Beide Vereine treten schon lange als sportliche Einheit, Schützengemeinschaft Wörth, in Erscheinung, sind aber ansonsten zwei eigenständige Institutionen mit jeweils einer Vereinsführung und Schützenkönigen.

Gemeinsamer Umbau

Gemeinsam haben sie jetzt viel geschafft. Über die Sommerpause wurde der Schießstand im Gasthaus Geier auf einen modernen elektronischen Schießstand umgebaut. Wie beide Schützenmeister, für die Fürstbischöflichen Josef Weinzierl und für die Zimmerbüchsen Hans Höfl, berichteten, wurde sehr vieles in Eigenregie gemacht. Wände durchbrochen, eine Dämmung angebracht, neues helleres Licht montiert, den Boden erneuert und zu guter Letzt eigentlich den Raum vergrößert, um den Richtlinien im Schießsport zu entsprechen und Wettkämpfe austragen zu können.

In über 400 geleisteten Arbeitsstunden wurden der Raum um- und die vier neuen Schießstände eingebaut. Gewerkelt wurde von Ende Juni bis Mitte September, bis der neue Schützenstand offiziell abgenommen wurde. Wer sich bei den Schützen auskennt, weiß, früher mussten die Scheiben an Schnüren immer manuell vor- und zurückgefahren und anschließend die Streifen ausgewertet werden.

Das digitale Schützenheim

  • Der neue elektronische Schießstand

    im Gasthaus Geier in Wörth wird von den beiden Schützenvereinen, der fürstbischöflich privilegierte Feuerschützengilde und der Zimmerbüchsen Schützengesellschaft 1864, genutzt.

  • Schießmöglichkeit

    besteht für Erwachsene jeden Freitag ab 19 Uhr auf dem digitalen Schießstand im Gasthaus Geier. Die Jugend beginnt bereits ab 18 Uhr.

  • Schnuppertraining

    : Wer gerne den Schießsport ausprobieren möchte, ist auf dem Wörther Schießstand jederzeit zum Schnuppern willkommen.

  • Kinder ab 8 Jahren

    dürfen nur mit einer Sondergenehmigung vom Landratsamt und einer ärztlichen Unbedenklichkeitserklärung beim Schützenverein aktiv schießen. Schießbekleidung und Gewehre für die Interessierten sind zu den genannten Zeiten vor Ort. (llt)

Diese Prozedur entfällt. Jetzt, also beim elektronischen Schießstand, geht alles über den Computer, beziehungsweise werden die Ergebnisse gleich auf einem Tablett neben dem Schießstand angezeigt. Und wer sich seinen „Traumschuss“ aufheben möchte, hat die Möglichkeit sein Ergebnis auszudrucken. Im Schießraum ist dafür eigens ein Drucker installiert, erklären die beiden Schützenmeister, die überzeugt sind, dass der elektronische Schießstand ihren Sport für Jung und Alt um einiges an Attraktivität gebracht habe. „Für uns ist es auf alle Fälle eine Erleichterung, das Auswerten geht um einiges schneller und verkürzt somit die Wartezeiten, bis wieder ein Schießstand frei wird“, fassen Weinzierl und Höfl zusammen.

Mit einer gut aufgestellten Jugend und treuen Mitgliedern sind die beiden Vereine jetzt gut für die Zukunft aufgestellt. Die Wörther Schützen sind schon am Planen fürs nächste Projekt. Da steht dann die Jugendförderung im Mittelpunkt.

Es ist geplant, neue Schießbekleidung und neue Gewehre für die Nachwuchsschützen anzuschaffen. Jakob aus der Schützenjugend ist begeistert von der Veränderung. „Der Raum ist jetzt viel schöner und heller als vorher und es ist schön, gleich das exakte Ergebnis auf dem Tablet zu sehen. Aber am Anfang dauert es halt, bis die Technik läuft. Schießen ist ein schöner Sport, meine Freunde sind auch da und wir haben oft einen riesen Gaudi“, sagt Jakob, der sich durch den elektronischen Schießstand eine Verbesserung seiner Schießleistungen erhofft.

Auch Sportleiter Reinhard Schweiger hält den elektronischen Schießstand für eine gute Investition in die Zukunft der Schützenvereine. „Durch die Erneuerung kann man sich besser auf das Wesentliche, auf das genaue Zielen, konzentrieren und viele Schützenvereine im Umkreis haben bereits umgestellt. Ich bin einfach begeistert von unserem elektronischen Schießstand“, schwärmte Schweiger.

Kirchlicher Segen erteilt

Den kirchlichen Segen für den Schießstand gab Stadtpfarrer Johann Baier, der weiterhin gute Ergebnisse und eine rege Jugendarbeit den beiden Vereinen wünschte. Von Seiten der Stadt Wörth überbrachte der 2. Bürgermeister Josef Schütz die Glückwünsche zum Schießstand, der die Attraktivität der Schützenvereine aufwerten werde. 5000 Euro hatte die Stadt Wörth für die Umrüstung bereitgestellt. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf ca. 15 000 Euro. Ein Teil der Summe übernahmen die Sponsoren, die auch persönlich vor Ort waren, die Differenz finanzierten die beiden Vereine aus der eigenen Kasse.

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