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Landkreis
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Politik

Bauen und Verkehr bewegen die Bürger

Bei der Bürgerversammlung in Sinzing beschwerte sich Josef Dollhofer über das hohe Gebäude im Baugebiet Donaublick.
Von Dieter Waeber, MZ

Die Höhe des Gebäudes im Baugebiet Donaublick gerät wegen ihrer Fernwirkung immer wieder in die Kritik. Foto: Waeber

Sinzing.Zum Auftakt der Reihe von fünf Bürgerversammlungen in der Gemeinde kamen rund 60 Bürger in die Gaststätte Schwarze Laber, um Neues aus der Gemeinde und speziell zum Hauptort Sinzing zu hören. In der Diskussion gab es Lob und Tadel. Besondere Aufmerksamkeit spendeten die Wortführer dem hohen Gebäude im Baugebiet Donaublick, der Finanzlage der Gemeinde sowie der Nahverkehrsanbindung an die Stadt.

Den Auftakt zur Diskussionsrunde machte Wilfried Süß, der voll des Lobes war zu den neu angelegten „Gangeln“ in den Neubaugebieten und dem ausgezeichneten Zustand der Kinderspielplätze, die, so Bürgermeister Patrick Grossmann, erst jüngst mit neuen, widerstandsfähigen Geräten saniert wurden. Alfred Lechermann bemängelte dazu die fehlende Beleuchtung beim Fußweg vom Baugebiet Klostergarten zur Schule.

Franz Huber warf die Frage zur zukünftigen Verkehrsanbindung an die Stadt auf. „Bei einem Verkehrsinfarkt gibt es für Sinzing keine Alternativen.“ Während der Bauzeit auf der A3, so habe Josef Seebacher von der Autobahndirektion eingeräumt, sinke deren Kapazität um 30 Prozent. Nach dem jetzt beginnenden sechsspurigen Ausbau komme etwa 2030 der Abschnitt zwischen Autobahnkreuz (AK) Regensburg und Nittendorf hinzu. Huber appellierte an die Verantwortung der Stadt mit seinen 75000 Pendlern und an die Gemeinde, nach Lösungen zu suchen.

Die Hürden liegen bei der Stadt

„Eine Nahverkehrsbrücke für den westlichen Landkreis lässt sich mit Blick in die Zukunft, mit emissionsfreier Mobilität, Carsharing, Ruftaxi, verlängerter Stadtbuslinie plus P+R umweltfreundlich vertreten und sollte die Bedenken der Stadt Regensburg zerstreuen“, so Franz Huber. Bürgermeister Grossmann stimmte der Notwenigkeit und dem Willen zum Bau einer Brücke zu, die Hürden würden ausschließlich bei der Stadt Regensburg liegen.

Einen ausführlichen Beschwerdevortrag hielt Josef Dollhofer, zur Entscheidung des Bauausschusses, das hohe Gebäude im Baugebiet Donaublick zuzulassen. Nach seinen Recherchen sei den Mitgliedern des Bauausschusses nicht klar gewesen, wie hoch das Gebäude werde, da nicht die richtigen Pläne vorgelegt wurden. Dollhofer plädierte dafür, alles zu unternehmen, dass so etwas nicht wieder passiert. „Sie haben jetzt einen Brief vorgelesen, den wir bereits beantwortet haben“, antwortete der Bürgermeister. Er bezweifle die Aussage Dollhofers, die Gemeinderäte hätten nicht beurteilen können, wie hoch das Gebäude werde. Die Wohnanlage sei der Forderung nach mehr Wohnraum geschuldet.

Günter Seifert beklagte als Nachbar Gerüche und Lärm aus dem Grünabfallplatz. Die Lärmbelästigung sei Tag und Nacht und an Sonn- und Feiertagen allgegenwärtig. Zwar ist die Anlieferung auf Werktags von 8 bis 20 Uhr beschränkt, aber die Abholfirmen kommen jederzeit. „Da stehst du 6 Uhr früh neben dem Bett, wenn die Container abgeholt werden.“ Unverständlich sei, weshalb so viele Firmen Berge an Abfall abladen dürfen. Bürgermeister Grossmann meinte, der Platz sei für die Gemeinde sehr wichtig. Firmen, die im Auftrag von Gemeindebürgern Arbeiten in deren Gärten verrichten, dürften den Abfall anliefern. Alternativen seien eigentlich nur das Anbringen eines Tores und zeitliche Regelungen. Die Gemeinde werde mit der Abholfirma und den Betroffenen Gespräche führen.

Ursache nicht nur bei Landwirten

Karl Maag kritisierte die Straßensituation im Minoritenweg. In einem Teilbereich sollte der Bürgersteig eben zur Straße abschließen, damit die landwirtschaftlichen und Großfahrzeuge ausweichen könnten. „Außerdem gehören die Betonklötze weg“. Maag beschwerte sich auch über die Ausführungen des Bürgermeisters zur Wasseraufbereitungsanlage der beiden Sinzinger Brunnen und meinte, die Ursache der Verunreinigung liege keinesfalls nur bei Landwirten.

Zahlen zur Entwicklung

  • Investitionen:

    Zu den Investitionen gehört das neue Rathaus, informierte Bürgermeister Patrick Grossmann. Erweiterungsbau und Altbausanierung sollen 2018 abgeschlossen werden. 2019 folgt die Herstellung der Außenanlagen. Die Erweiterung des Bauhofs und des Pendlerparkplatzes sowie die Neugestaltung der Kinderspielplätze gehören zu den Baumaßnahmen. Der Bau der Geh- und Radwegbrücke über die Donau wird wohl nicht vor 2020 beginnen.

  • Einwohner:

    Die Einwohnerzahlen sind eklatant auf 7979 Personen mit Erst- und Zweitwohnsitz gestiegen. Vom Gesamtzuwachs von 253 Personen gehen allein 225 auf das Konto des Hauptorts Sinzing. Die Entwicklung der Kindergartenplätze zeigt konstante Zahlen in den drei Hauptorten. Mit der Prognose von rund 140 Kindern pro Jahr für Sinzing begründet der Bürgermeister den Neubau eines Kindergartens auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde.

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