mz_logo

Landkreis
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Zuschuss

Beratzhausen besteht auf Förderung

Der Marktrat beschloss einstimmig, dass die Gemeinde nach sieben Jahren wieder in die Städtebauförderung einsteigt.
Von Ingrid Kroboth, MZ

Umbau oder Abriss? Die Bauruine an der Laberbrücke, Pfraundorfer Straße 5, ist im Gespräch. Foto: Kroboth

Beratzhausen.Die Umgestaltung des Schlosshofs, des hinteren Kirchplatzes und die Sanierung des Zehentstadels: Städteplanerin Dipl.-Ing. Monika Seywald vom Architekturbüro Dömges aus Regensburg erinnerte die Markträte in ihrer jüngsten Sitzung an die großen Errungenschaften, die von 1980 bis 2011 umgesetzt wurden. Zu dieser Zeit war Beratzhausen noch in der Städtebauförderung und der Staat unterstützte zahlreiche Bauprojekte finanziell. Darunter fiel auch der Ausbau des Hinteren Markts mit Treppenaufgang zur Sudentenstraße und die Umgestaltung der Paracelsusstraße und Bäckergasse. Auch die Entscheidung zum „relativ ebenen, gut begehbaren Granit-Kleinsteinpflaster“ sei eine gute gewesen. Trotzdem erinnerte Seywald an teils kritische Stimmen im Vorfeld der Maßnahmen. Auch sei nicht alles nach den Vorstellungen und Ratschlägen der Stadtplaner gelaufen – wie etwa das Wiendlgelände.

Deswegen wurde einstimmig der Wiedereinstieg in die Städtebauförderung beschlossen. Seit 2011 „pausiert der Markt in der Städtebauförderung“, umschrieb Seywald den aktuellen Zustand. Trotzdem wurden sie auch in den zurückliegenden Jahren – nach Absprache mit der Regierung der Oberpfalz sozusagen „auf Sparflamme“ – beraten, etwa beim Neubau der Raiffeisenbank und bei der Sanierung von Privatbauten im Markt.

Einstieg seit zwei Jahren aktuell

Schon vor gut zwei Jahren sei in Beratzhausen die Rede vom Wiedereinstieg in die Städtebauförderung gewesen – „aber manchmal dauert‘s eben ein bissl länger“, sagte Seywald. Objekte zur Behebung städtebaulicher Missstände gäbe es im Ort allerdings genug. Für die Leerstand-Problematik seien Lösungen zu finden. Der Essenbügl sollte aufgewertet werden, ebenso die Bischof-Weig-Straße. Der Gottfried-Kölwel-Platz bräuchte eine Umgestaltung und der Bereich zwischen Kirche und Rathaus müsste fußgängerfreundlicher gestaltet werden. Eine „Supermaßnahme“ nannte Seywald den Umbau oder Abriss der Bauruine an der Laberbrücke, Pfraundorfer Straße 5. Erhaltenswert sei hingegen das „Schmuckstück“ Parsberger Straße 13. Der Beratzhausener Bahnhof müsste dringend barrierefrei ausgestaltet werden und der „Verweilbereich“ Färbergasse/Ecke Staufferstraße sollte auch nicht weiter so lieblos daliegen.

Die Städteplanerin empfahl den baldigen Wiedereinstieg in die Städtebauförderung, weil die finanziellen Mittel bei der Regierung vorhanden seien. Dazu gehöre auch die Aktualisierung des kommunalen Förderprogramms. Außerdem sollten die Bürger in den Entwicklungsprozess eingebunden werden.

Aus dem Marktrat

  • Als die Rede auf das Schlossergelände kam, erkundigte sich Marktrat Andreas Niebler (CSU), warum das Landratsamt den Bau von mehreren Wohncontainern dort einstellen ließ. Nichts von einem „eingestellten Bau“ wollte der Bürgermeister auf dem Schlossergelände wissen. Laut Bürgermeister habe es dort aber „nichts einzustellen gegeben“. Weiter erklärte Konrad Meier auf der Marktratssitzung: „Der Bauhof hat da hinten lediglich aufgeräumt.“

  • Klärschlamm:

    Ludwig Scheuerer (CWV) erinnerte an den Fristablauf zum 15. Dezember für den Beitritt zum Klärschlamm-Zweckverband Schwandorf. Er meinte, die Gemeinde wäre schlecht beraten, wenn sie selber die Klärschlammentsorgung übernehmen wollte. „Sogar die große Stadt Landshut hat sich dem Zweckverband angeschlossen“, sagte er. Dazu konnte Bürgermeister Meier auf ein Gespräch mit dem Chef des Zweckverbandes verweisen, der in die nächste Marktratssitzung kommen werde.

Damit hatte Monika Seywald auch Michael Eibl (UB) „aus dem Herzen gesprochen“. Der war bereit, den seit zwei Jahren brachliegenden Antrag seiner Fraktion auf Klausurtagung zum Thema auszusetzen und dafür die Bürger zu befragen. Als ersten Schritt hätte er gerne das Baderhäusl neben dem Zehentstadel in das Förderprogramm aufgenommen. Die UB denke dabei eher an eine Sanierung, weil für den Zehentstadel „Lagerkapazitäten und Raum für Catering“ notwendig wären. Indes dachte die CSU in ihrem Antrag mehr an Abbruch und Freiflächengestaltung, erklärte Andreas Niebler. Doch wenn aus der Bürgerschaft wichtigere Projekte vorgeschlagen würden, könnte das Projekt Baderhäusl auch verschoben werden. Dabei könnte eine Studie helfen, die von der Städtebauforderung auch bezuschusst würde, riet Monika Seywald zu diesem ersten Schritt, der vom Gremium dann auch

einstimmig beschlossen wurde.

Josef Schwarz ist neuer Marktrat

Der neue Marktrat wird von Konrad Meier in sein Amt eingeführt. Foto: Kroboth

„So wahr mir Gott helfe“ will Josef Schwarz aus Neuhof zum Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger seine Aufgaben als neuer Marktrat erfüllen. Der 62-Jährige ist für den aus Altersgründen aus dem Amt geschiedenen Oswald Kailer (80) für Bündnis 90/Die Grünen in das Gremium nachgerückt. Er wird auch die Sitze seines Vorgängers in den verschiedenen Ausschüssen des Marktrates übernehmen.

Schon zuvor war Schwarz bei einem Termin im Feuerwehrgerätehaus Beratzhausen dabei, wo die Räte von der Notwendigkeit von schweren Atemschutzgeräten überzeugt wurden. Andreas Niebler (CSU) sprach den Wehrleuten ein „dickes Lob“ für den ausgearbeiteten Antrag mit Vergleichsrechnungen aus. Die Verantwortlichen hätten sich auf eine Mindestausstattung beschränkt, wobei die Sicherheitstechnik bei Brandeinsätzen nur eine Neuausstattung zulasse, so Niebler. Weil auch die Feuerwehr in Laaber neue Atemschutzgräte brauche und vielleicht auch noch Brunn, werde man sich bei der Bestellung mit den Nachbarwehren zusammentun. Wie Beratzhausens Kommandant Stefan Kalb wusste, arbeite bei der VG Laaber ein kompetenter Mann, dem man gerne die Ausschreibung überlassen werde. Das Gremium sprach sich einstimmig für die Anschaffung von elf Geräten für Beratzhausen aus.

Nachdem Feststellungen des Kommunalen Prüfverbandes abgearbeitet waren, informierte Bürgermeister Konrad Meier (CSU) das Gremium über einen Zuwendungsbescheid von 40 Prozent für die geplante Elektro-Ladestation in der Marktstraße.

Weitere Geschichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht