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Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Bauen

Bernstein wird aufgewertet

Im Zentrum von Nittendorf soll ein „urbanes Gebiet“ viele Möglichkeiten bieten. Auch für eine Gaststätte ist Platz.
Von Paul Neuhoff

Die Freifläche im Zentrum von Nittendorf wird mit einem Wohnblock bebaut. Foto: Neuhoff

Nittendorf.Der Markt Nittendorf wagt in seinem Zentrum „Am Bernstein“ einen städtebaulichen Schritt in die Zukunft. Die Markträte gaben in ihrer letzten Sitzung des Jahres grünes Licht für ein „Urbanes Mischgebiet“ auf dem Gelände des bisherigen Nettomarkts und der angrenzenden Freifläche. In der verdichteten Bebauung sollen u.a. ein Edekamarkt und ein Wohnblock entstehen. Auch die Planung für das beabsichtigte Baugebiet in Thumhausen kam voran.

Susanne Spieß vom Planungsbüro Altmann, Neutraubling, stellte dem Gremium auf Einladung der Marktverwaltung das Konzept zur geplanten Bebauung neben der Autobahn vor. „Der bestehende Bebauungsplan „Bernstein V“ soll dazu an die aktuellen Anforderungen der Bauleitplanung angepasst werden, erläuterte die Stadtplanerin und ließ die Räte noch wissen, dass der Bundestag im Frühjahr dieses Jahres den neuen Gebietstyp „urbanes Gebiet“ in die Baugesetze aufgenommen habe.

Es gibt neue Möglichkeiten

In einem solchen Gebiet sei es möglich, Wohnen, Gewerbe oder weitere Nutzungen wie etwa soziale Einrichtungen oder Arbeitsstätten für freie Berufe auf engerem Raum unterzubringen. Aus diesen neuen Möglichkeiten heraus wurde das Konzept für die künftige Bebauung am „Bernstein V“ entwickelt. Wie Susanne Spieß dazu ergänzte, werden auf einer Teilfläche über dem geplanten Edekamarkt noch zwei Geschosse aufgesetzt, in denen u.a. Wohnen möglich ist. Abgesetzt von diesem Gebäude soll an der Nordostecke der Baufläche noch ein kleineres dreigeschossiges Gebäude entstehen, in dem zum Beispiel auch Fachgeschäfte, wie ein Blumenladen, einziehen könnten. Auch eine Gaststätte wäre dort möglich, wenn sich dafür ein Interessent findet. Auf Nachfrage von Anton Sterr erklärte die Planerin, dass Spielhallen nicht zulässig sind und die vorgesehenen Bauwerke nicht höher als die angrenzende Bebauung sein werden. Weiter erfuhr das Gremium, dass auf der freien Fläche südlich des derzeitigen Nettogeländes ein Wohnblock vorgesehen ist und in einer Tiefgarage Stellplätze entstehen.

Bürgermeister Helmut Sammüller begrüßte die Planungen für eine verdichtete Bebauung, weil damit das Gebot des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden Beachtung finde. Die Räte gaben einstimmig grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplans mit der Festlegung eines urbanen Mischgebiets.

Zum Tagesordnungspunkt „Aufstellung und Auslegung des Bebauungsplans „Thumhausen Süd“ erläuterte Sammüller, dass auf der Neubaufläche etwa 15 Wohnhäuser auf Parzellen mit bis zu 900 Quadratmetern Fläche entstehen sollen. Landschaftsarchitekt Reinhold Galli stellte den Planentwurf vor. Es werden nur Gebäude mit Satteldächern entstehen, Haustypen wie Toskanahäuser sollen zur besseren Einbindung des Baugebiets in das bestehende Dorf ausgeschlossen sein. Bei der Anordnung der Grundstücke und dem Verlauf der Erschließungsstraße wird die Geländeneigung berücksichtigt. Um den künftigen Bauherren einen möglichst großen Spielraum für die Platzierung der Häuser in den Parzellen zu geben, werden die Baufenster über drei große Teilflächen des Baugebiets gelegt und nicht auf den einzelnen Baugrundstücken eingezeichnet, ließ der Planer die Räte wissen. Anfallendes Niederschlagswasser aus den hangigen Flächen soll über ein Regenrückhaltebecken abgeleitet werden. Südlich der Bebauung ist eine Ausgleichsfläche in Gestalt extensiv gepflegter Wiesen vorgesehen.

Der Plan wird ausgelegt

Da die geplante Bebauung bereits im Vorfeld für Diskussionen in der Bevölkerung gesorgt hatte, zeigten sich Dr. Gerhard Bawidamann und Anton Sterr mit der Vorgehensweise der Verwaltung nicht einverstanden. Beide Markträte forderten eine Beteiligung der Thumhausener Bürger vor der Abstimmung über den Plan, stießen mit ihrem Ansinnen aber auf wenig Verständnis beim Bürgermeister und den anderen Räten. „Die Bürger haben nach dem Auslegungsbeschluss vier Wochen Zeit, sich im Rathaus zu den Details des Plans zu informieren und Einwendungen zu erheben oder Anregungen einzubringen“, erläuterte Helmut Sammüller. Letztendlich wurde die Auslegung des Plans mit fünf Gegenstimmen beschlossen.

Weitere Themen im Marktrat

  • Energie:

    Auf dem Dach des derzeit neben der Nittendorfer Grundschule entstehenden neuen Kindergartens soll eine Fotovoltaikanlage errichtet werden. Der Marktrat Nittendorf beauftragte jetzt in der Dezembersitzung die Verwaltung des Markts, Angebote dazu einzuholen.

  • Sicherheit:

    Dem Antrag der Frauen-Union auf Schaffung eines weiteren „Zebrastreifens“ bei der Kinderkrippe an der Bernsteinstraße stimmte das Gremium nach langer Diskussion zu. Der Elternbeirat der Grundschule regt darüber hinaus an, Eltern als Schulweghelfer zu gewinnen.

  • Verkehr:

    An der Bushaltestelle „Am Bernstein“ werden ein Tempolimit von 50 km/h festgesetzt, ein Hinweis auf kreuzende Fußgänger angebracht und die Beleuchtung verbessert. An der Haltestelle wurden kürzlich zwei Jugendliche beim Queren der Straße von einem Auto erfasst.

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