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Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Betreuung

Die Krankenpflegestation steht wieder gut da

Finanziell geht es mit der AKS in Lappersdorf bergauf. Wegen Personalmangels müssen allerdings immer wieder Patienten zurückgewiesen werden.
Von Josef Dummer, MZ

Die Mitarbeiter können sich weiterhin um alte und kranke Menschen kümmern. Die Ambulante Krankenpflegestation Lappersdorf (AKS) ist inzwischen auch finanziell wieder auf einem guten Weg. Foto: Dummer

LAPPERSDORF.Seit langer Zeit mal wieder sehr positive Nachrichten waren in der Mitgliederversammlung der Ambulanten Krankenpflegestation Lappersdorf (AKS) zu hören. Seine Freude über die guten Zahlen für die Zukunft drückte der Vorsitzende, Pfarrer Markus Lettner, so aus: „Das Tal des Todes ist durchschritten, auch im nächsten Jahr wird es die Station in Lappersdorf noch geben“. Aus der drastischen Wortwahl war zu erkennen, in welcher Notlage der Vorsitzende die AKS schon sah. Doch der Kassenbericht der Schatzmeister Susanne Habenschaden und Otmar Rohrwild ließ Pfarrer Lettner und die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Nach den Hochrechnungen der beiden Schatzmeister ist in den nächsten Monaten sogar ein Gewinn von rund 27 000 Euro zu erwarten. Bewirkt habe dies nach Aussage der Kassiererin Habenschaden zum einen der Einsatz des Beraters Ewald Gratzl, zum anderen aber auch „unser Personal, das die Umstrukturierung trotz vieler Einschnitte und Einbußen solidarisch mitgestaltet hat“. Dem stimmte auch Lettner zu, der die Station damit wieder „auf einem guten Weg sieht“. Auch die neuen Stationsleiterinnen Margareta Eichhammer und Andrea Fuchs sprachen von einer guten Auftragslage und gestiegenen Patientenzahlen. Sorgen bereite ihnen allerdings die dünne Personaldecke. Die AKS-Geschäftsleiterin Edith Manz stellte fest, dass sich die elektronische Leistungserfassung nunmehr bestens bewährt habe und eine große Hilfe bei der Kostenabrechnung sei. Wegen negativer Erfahrungen als eigener Ausbildungsbetrieb werde das Ausbildungsprojekt vorerst auf Eis gelegt, verkündete Manz. Die Hoffnung, damit eigenes Personal heranziehen zu können, habe sich nicht erfüllt, nachdem Verträge nicht eingehalten wurden und die Station keine Handhabe dagegen habe, bedauerte die Geschäftsleiterin. Wegen der Notlage beim Personal mussten inzwischen auch schon Patienten abgewiesen werden. Gesucht werde ebenso noch ein Datenschutzbeauftragter, wie es das Gesetz erfordere, sagte Manz. Kritik kam aus den Reihen der Vorstandsmitglieder zur Ankündigung des Marktes Lappersdorf, den Investitionskostenzuschuss von rund 30 000 Euro nach einem Beschluss des Marktratsausschusses Jugend, Familie, Soziales, Kultur und Senioren (JuFa-Ausschuss) im nächsten Jahr nicht mehr zu zahlen.

Diesbezüglich käme auf die Station durch die Verpflichtung, Gebühren von den Patienten selbst einzutreiben, ein enormer Verwaltungsaufwand zu. „Den Ausschussmitgliedern im Marktrat ist wohl die Sachlage nicht ganz bewusst“, schimpfte beispielsweise Ossi Kaunzner. Marktrat Harald Baier fügte an, dass diese Ankündigung nichts mit der AKS zu tun habe, sondern nach Meinung von Markträten die freiwilligen Leistungen des Marktes alle auf den Prüfstand kommen sollten. Daraufhin warnte Kaunzner davor, „Diskussionen über Einsparungen nicht zuerst auf dem Rücken der alten und kranken Menschen auszutragen“. Pfarrer Lettner beruhigte die aufgeregten Gemüter mit dem Hinweis, dass ihm Bürgermeister Christian Hauner, eine nochmalige Diskussion in dieser Sache im JuFa-Ausschuss zugesagt habe.

Gleichzeitig dankte der Vorsitzende dem Markt Lappersdorf für die bisherige Übernahme der Investitionskosten, die nach dem Gesetz in mühevoller Arbeit ansonsten von den Patienten erhoben werden müssten.

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