mz_logo

Landkreis
Dienstag, 16. Januar 2018 6

Wirtschaft

Drogeriekette siedelt sich an

Franz Probst errichtet auf Wörths „Filetstück“ ein 900-Quadratmeter-Gebäude. Dort wird ein Großmarkt entstehen.
Von Walter Schiessl

Ein Drogeriemarkt soll sich im nächsten Jahr in Wörth ansiedeln. Foto: dpa

Wörth.Franz Probst hat lange überlegt. Doch jetzt ist der Wörther Geschäftsmann, der vor gut drei Jahren das Gebäude des alten REWE-Markts an der Donaustraße erworben hat, zu einem Ergebnis gekommen. „Ich werde auf dem großen Parkplatz einen Drogeriemarkt errichten“, sagt der Mann, der mit seiner Frau Siglinde auch in der ehemaligen Schlecker- Filiale in der Ludwigstraße eine Drogerie betreibt. „Dieser Laden wird natürlich bestehen bleiben“, sagt der Geschäftsmann, dessen Vater in der Innenstadt eine Schmiedewerkstatt betrieben hat. Den Bedarf, in der Innenstadt Drogeriewaren anzubieten, sieht er als gegeben an.

Der Bauausschuss der Stadt hat in seiner Sitzung in der vergangenen Woche Franz Probsts Bauvoranfrage einstimmig befürwortet. „Das ist gut“, sagt der Wörther, weshalb er jetzt die Planungen für den Neubau anlaufen lassen will. „Der Bauantrag selbst wird im nächsten Frühjahr eingereicht werden“, lässt er wissen. Das Gebäude wird 900 Quadratmeter umfassen, davor werden 90 Pkw-Stellplätze errichtet. Franz Probst begründet seine Entscheidung damit, dass der Platz für das Warenangebot auf dem Drogeriesektor in der Innenstadt zu klein sei. Schon im Vorfeld würde die Errichtung eines großen Drogeriemarkts auf dem Filetstück der Stadt, wie das Areal oft bezeichnet wurde, von vielen Seiten gut geheißen, wie Franz Probst wissen lässt. Auch die Geschäftsführung des benachbarten neuen REWE-Markts begrüße die städtebauliche Entwicklung dort.

Mehrere Möglichkeiten offen

Geführt werden soll der Drogeriemarkt von einer „großen Kette“, deren Namen Franz Probst noch nicht bekannt geben will. Aber man sei guter Dinge am Zustandekommen des Vertrags mit der Kette. Beispiele am Funktionieren vom Miteinander von Lebensmittelläden und Drogerieketten im Landkreis gebe es viele. Was Franz Probst allerdings mit dem Gebäude, in dem viele Jahre lang der REWE-Markt eingemietet war, machen wird, ist noch offen. „Wir haben mehrere Überlegungen“, sagt der Wörther Geschäftsmann, der an der Regensburger Straße ein Eisenwarengeschäft betreibt. Aber er sei sich noch nicht im Klaren, welche Möglichkeit sich letztendlich durchsetzen werde.

Die Schließung der Wörther Schlecker-Filiale, die jahrzehntelang an der Ludwigstraße betrieben wurde, hatte vor fünf Jahren für viele Schlagzeilen gesorgt. Dutzende von Wörtherinnen und Wörthern waren damals sogar auf die Straße gegangen, um sich für den Verbleib des Geschäftes in der Innenstadt stark zu machen, nachdem erste Meldungen vom bevorstehenden Ende des großen Unternehmens durchgesickert waren. Besonders die ältere Generation, die beim Einkauf bis dahin ohne Pkws auskam, befürchtete, mit dem Aus von Schlecker auf dem Drogeriewarensektor abgehängt zu werden. Weit über 1500 Unterschriften wurden gesammelt und an die Zentrale geschickt. Doch sämtliche Protest-Aktionen halfen nichts – die vier Angestellten verloren ihre Arbeitsplätze, die Regale waren schnell geleert.

Doch mit Michaela Kuhny, Doris Limmer-Krenz und Christa Luttner machten sich drei Wörtherinnen daran, an gleicher Stelle wieder eine Drogerie zu führen. Die drei ehemaligen Schlecker-Angestellten starteten eine Eigeninitiative, mit der die eigenständigen Stadtdrogerie eine zeitlang fortbestand. Erst als eine der drei Wörtherinnen krankheitsbedingt aufgeben musste, starb das Modell der Dreier-Gruppe.

„Für Wörth eine gute Sache“

Doch diesmal handelte die Firma Probst, die unmittelbar neben der Drogerie ein Haushaltswarengeschäft führte. Seit gut zwei Jahren läuft das Geschäft in der Wörther Innenstadt unter der Probst‘schen Federführung. Geändert hat sich weder für die verbliebenen zwei Angestellten, noch für die Kundschaft etwas. Jetzt wird sich auf dem Areal zwischen der Bahnhof- und der Donaustraße wieder etwas tun. Franz Probst hatte das Areal, auf dem bis zum Umzug auf das Nachbargrundstück der REWE-Markt angesiedelt war, erworben. Über zwei Jahre lang tat sich auf dem Grundstück am westlichen Teil des Areals nichts. Viele Wörther rätselten schon, was der Geschäftsmann mit dem Grundstück, das zuletzt einem Immobilienunternehmen aus den Niederlanden gehörte, wohl einmal machen werde. Doch jetzt herrscht Klarheit – zumindest für den Teil des Grundstücks, auf dem sich der Drogeriemarkt ansiedeln wird. Drogeriemärkte gibt es in vielen größeren Gemeinden, etwa in Tegernheim, Neutraubling, Barbing, Pentling, Nittendorf und Hemau. „Für Wörth wäre das natürlich schon eine Sache, wenn sich hier einer ansiedeln würde“, sagen schon jetzt mehrere Kundinnen. Mehr Auswahl, so sind sie sich sicher, schade nie.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht