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Mittwoch, 24. Januar 2018 5

Geschichte

Ehrenfels soll erhalten bleiben

Der Marktrat Beratzhausen spricht sich für eine Sanierung der Burgruine aus. Fachleute befürchten einen schnellen Verfall.
Von Ingrid Kroboth

Wenn die Ruine der Burg Ehrenfels nicht bald saniert wird, droht ihr der endgültige Verfall, sagen Fachleute. Foto: Kroboth/Archiv

Beratzhausen.Die Burgruine Ehrenfels, hoch überm Labertal gut versteckt hinter Bäumen, gehört zu den ältesten historischen Bauwerken der Marktgemeinde. Doch ihr Zustand hat sich in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Wenn gegen den Verfall nichts unternommen wird, könnte aus dem Baudenkmal bald ein Bodendenkmal werden. Das wollen nun die Markträte verhindern und haben in ihrer Weihnachtssitzung am Montag dem Antrag ihres Kollegen Robert Achhammer (CWV) geschlossen zugestimmt: „Die Gemeinde tritt als Maßnahmenträger auf und stellt den Zuschussantrag für ein Vorprojekt.“

Worum handelt es sich dabei? Das erläuterte dem Gremium Dr. Thomas Feuerer als Kulturreferent und Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt. Er verwies auf ein Angebot von Günter Naumann vom gleichnamigen Architekturbüro in Regensburg. Darin macht der Fachmann klar, dass die „verbliebene aufgehende Bausubstanz der Burgruine Ehrenfels in weiten Bereichen stark in ihrem Bestand gefährdet ist“. Das mache kurzfristig eine substanzsichernde Maßnahme erforderlich. Dazu gehöre eine tachymetrische Grundvermessung der Anlage mit allen erkennbaren Mauerzügen, Wall- und Grabenanlagen. Von allen Bauwerksteilen sollen Orthofotographien erstellt werden, die dann als Grundlage zur Schadenskartierung dienen und ein Maßnahmenkonzept mit Kostenberechnung erst ermöglichen. Ziel der Arbeiten ist laut Feuerer eine reduzierte, behutsame und möglichst dauerhafte Konservierung des noch vorhandenen Baubestandes. Die Kosten für diese vorbereitende Untersuchung hat der Architekt auf gut 21000 Euro beziffert. „Eine Summe, die dann auch auf der Rechnung steht“, weiß Feuerer aus positiver Erfahrung mit dem Büro Naumann. Was das Vorhaben für Beratzhausen besonders interessant macht: Die Kosten für das „Vorprojekt“, also die Untersuchung, übernimmt zu 90 Prozent das Landesamt für Denkmalpflege. Der gemeindliche Haushalt wird also nur mit rund 2000 Euro belastet.

Selbstverständlich sei das Vorhaben auch mit der Familie Paulus, den Besitzern der Burg Ehrenfels, abgesprochen, die den Plänen nicht abgeneigt seien, so Achhammer. Der Markt als Maßnahmenträger habe indes den Vorteil, dass dann höhere Fördergelder flössen.

Josef Weigert jun. (SPD) erkundigte sich nach den Zuschüssen, wenn die Untersuchungsergebnisse dann umgesetzt werden sollen. Diese Frage konnte Feuerer nicht abschließend beantworten, weil ja der Aufwand zum Erhalt der Ruine erst geklärt werden müsse. Nachdem aber das Landesamt für Denkmalpflege „höchstes Interesse“ daran habe, dass an der Burgruine etwas gemacht werde, kann sich der Kulturreferent gut vorstellen, dass weitere Zuschüsse fließen, und dann sei da ja auch noch der Entschädigungsfonds des Freistaates.

Sanierung ist schon lange Thema

  • Burgenforscher:

    Schon vor zehn Jahren hatte Burgenforscher Dr. Joachim Zeune auf die Rettung der Burgruine Ehrenfels gedrängt: „Wenn jetzt nichts getan wird, ist Ehrenfels verloren“.

  • Folgen:

    Dr. Zeune mahnte allerdings auch zu weiterreichenden Überlegungen, weil eine aufwendige Rettungsaktion nur dann Sinn mache, wenn die Burg danach auch gepflegt werde. Ohne Pflege würde die Anlage in 50 Jahren wieder genauso aussehen wie jetzt.

  • Blick:

    Der Burgenforscher riet, für den Blick von unten zur Ruine im Wald eine Sichtschneise freizuschlagen und die Mauern nachts zu beleuchten. So würde die Burg Ehrenfels auch im Bewusstsein der Bevölkerung steigen – denn „der Beratzhausener sieht seine Burg nicht mehr.“

  • Aufwand:

    Dr. Zeune hatte den Aufwand zur Burgsanierung auf dem Schlossberg „nicht unter 200 000 bis 250 000 Euro“ geschätzt – und das vor knapp zehn Jahren. (lik)

Josef Pilz (CSU) erinnerte an gemeindeeigene Baudenkmäler, die auch seit Jahren saniert werden sollten – wie etwa die Kirche Schrotzhofen. Grundsätzlich waren die Räte sich einig, dass die Burgruine erhalten werden soll. Und das muss laut Dr. Feuerer möglichst schnell angepackt werden, weil der westliche Teil schon stark verfalle.

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