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Wirtschaft

Flüchtlinge schnuppern in Jobs rein

Sie haben die Chance, Handwerksbetriebe kennenzulernen. Das kam bei Jugendlichen und Unternehmern gleichermaßen gut an.

Ziel dieses Praktikums war es, den Schülerinnen und Schülern über die Vermittlung von praxisbezogenen Fertigkeiten und Kenntnissen Berufsperspektiven zu eröffnen. Foto: Landratsamt

Regensburg.Hussaini isolierte Heizungsrohre, Alizada fugte Fliesen aus. Sei sind zwei der 14 geflüchteten Schüler, die im Rahmen ihrer Vorklasse zur Berufsintegration ein Praktikum im Landkreis Regensburg machten.

Zum ersten Mal organisierte das Sachgebiet Wirtschaftsförderung, Energie und Klimaschutz im Landratsamt Regensburg gemeinsam mit dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land (BSZ) eine Praktikumswoche für junge geflüchtete Menschen.

84 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 17 und 21 Jahren besuchen seit einem Jahr die fünf Vorklassen zur Berufsintegrationsklasse am BSZ. In dieser Zeit sollen sie vor allem ihre deutscher Sprachkenntnisse verbessern. In einem nächsten Schritt werden nun den jungen Menschen erste Kontakte zur Berufswelt ermöglicht. Darin waren sich Landrätin Tanja Schweiger und die Schulleiterin des BSZ, Ernestine Schütz, einig.

Am Ende dieser Woche besuchte German Sperlich von der Wirtschaftsförderung Hussaini und Alizada, um zu erfahren, wie es ihnen ergangen ist und welchen ersten Eindruck die Betriebe von ihren möglichen Nachwuchskräften gewonnen haben.

Hussaini Javid, 19 Jahre alt, hat sich für ein Praktikum bei der Firma Peter & Götz GmbH, Heizung-Sanitär-Klima in Lappersdorf entschieden. Der junge Afghane durfte in seiner Praktikumswoche auf mehrere Baustellen und erzählte, er habe kleinere Arbeiten übernommen, wie die Isolierung von Heizungsrohren. Am letzten Tag seines Praktikums durfte der Schüler einen Mitarbeiter bei der Fertigstellung einer Wasseranlage bei einem renovierten Mehrfamilienhaus begleiten.

Alizada Hayatullah möchte Fliesenleger werden. Die Firma Hofmeier Fliesen GmbH & Co. KG aus Lappersdorf gab ihm Gelegenheit, sich zu beweisen. Sowohl Mitarbeiter als auch die Chefin der Firma waren von der Einsatzfreude ihres neuen Mitarbeiters begeistert. Selbst die Verständigung sei kein Problem gewesen, ergänzte der Baustellenleiter. Der 18-Jährige berichtete stolz, dass er für das Ausfugen der Fliesen zuständig war und sogar eine kaputte Fliese auswechseln durfte.

Die Klassenlehrerin Silvia Kammereck freute sich über die Zuverlässigkeit der Schülerinnen und Schüler während des Praktikums. Viele Betriebe gaben den jungen Menschen gute Praktikumsbewertungen. Deshalb sollen diese Praktika wiederholt werden.

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Praktika waren ein Erfolg

  • Praktika:

    Die Schüler arbeiteten in sozialen Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen sowie Kindergärten oder in einem Elektrobetrieb, Einzelhandelsgeschäft, Dentallabor, Veranstaltungstechnik, Fliesenlegerbetrieb oder Heizung-Klima und-Sanitärbetrieb.

  • Perspektive:

    Zusammenfassend, so die Lehrerin, war es für alle Schüler eine gute Erfahrung, um mit der Arbeitswelt und den Berufen in Kontakt zu kommen. Den Schülern wird so eine Perspektive für einen Arbeitsplatz in Deutschland in Aussicht gestellt.

  • Wiederholung:

    Die Praktikumswoche für junge Flüchtlinge soll wieder stattfinden. Betriebe, die dazu bereit sind, können sich gerne bei der Wirtschaftsförderung unter German Sperlich, Tel. (09 41)4 00 95 93, Email: wirtschaft@lra-regensburg.de melden.

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