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Donnerstag, 18. Januar 2018 9

Städtebau

Forsthaus wird zum Schmuckstück

Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude in der Wörther Schlossstraße wird mustergültig saniert.
von Walter Schiessl

Am alten Forsthaus in der Schlossstraße sind die Sanierungsarbeiten angelaufen.Foto: Schießl

Wörth.Am alten Forsthaus in der Schlossstraße wird schon fleißig gearbeitet. Bauunternehmer Matthias Aumer lässt das aus dem 18. Jahrhundert stammende Anwesen, das früher einmal dem fürstlichen Haus Thurn und Taxis gehörte, umbauen und sanieren. Zuletzt war das dreiteilige Gebäude im Privatbesitz.

Für das Baugenehmigungsverfahren samt der Nutzungsänderung und den Umbau des Anwesens war das Landratsamt gefragt. Die Behörde ließ unser Medienhaus wissen: „Eine komplette Entkernung des Gebäudes wird von Seiten des Bauherrn nicht angestrebt und würde angesichts der denkmalschutzrechtlichen Bedeutung des ehemaligen Forsthauses von den Denkmalbehörden auch nicht hingenommen werden.“

Arbeiten auf Hochtouren

Aus diesem Grund hatte die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt versucht, zusammen mit dem Bauherrn und dem Architekten in Abstimmung mit dem BLfD eine nahe am historischen Bestand orientierte Alternativ- bzw. Kompromiss-Planung für das Dachgeschoss zu entwickeln. Dazu fanden Ortstermine statt, bei denen der Bauherr Matthias Aumer Überlegungen bezüglich des Dachgeschosses vorstellte. Schließlich wurden die Bedenken der Denkmalbehörden ausgeräumt, mit dem Bau wurde vor einigen Wochen begonnen. „Das bringt natürlich Zeitverzögerungen mit sich“, sagt Matthias Aumer. Aber jetzt habe man die Genehmigung in Händen. Sie sieht die Sanierung der Haupthauses, in das fünf Wohnungen kommen werden, und den Abriss der alten Stallungen vor. Dort wird ein gleichförmiges Gebäude wieder errichtet, nachdem die dahinterliegende Stützmauer erneuert ist.

Inzwischen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Das ist allerdings bei den engen Straßenverhältnissen für den Aumer’schen Bautrupp überaus schwierig. Denn die Gefährte, die Material anliefern, müssen auf den schmalen Fahrbahn rangieren, Stellplätze gibt es dort so gut wie keine. Zudem ist die jahrhunderte alte Stützmauer, die das Abrutschen des Bergs verhindern soll, längst marode. „Wir versuchen natürlich, die Beeinträchtigungen auf der Schlossstraße möglichst gering zu halten“, sagt Matthias Aumer. Aber beim Be- oder Entladen der Fahrzeuge könne es schon mal zu Behinderungen kommen, sagt er.

Der Zeitplan, den Matthias Aumer im Frühjahr gesteckt hatte, lässt sich nicht mehr einhalten. Der Bauherr wollte das Gebäude zunächst bis Jahresende saniert haben, jetzt geht man auf der Baustelle davon aus, dass sich die Arbeiten bis weit ins nächste Jahr hineinziehen werden.

Eine bewegte GeschichteForsthaus wird zum Schmuckstück

Aus dem östlichen Gebäudeteil, der als Abstellraum gedient hatte, ist inzwischen schon ein Heizhaus entstanden. Der Dachstuhl des Forsthauses, das Untersuchungen zufolge 1748/49 errichtet wurde, wird weitgehend erhalten bleiben, sagt Matthias Aumer, der die Arbeiten mit großem Engagement vorantreibt. Das Gebäude, in dem sich früher die Stallungen befanden, wird abgebrochen und an seine Stelle ein gleichgroßes und -hohes Haus in der gleichen Form errichtet werden. „Somit wird sich am ganzen Anwesen von der Form her nichts ändern“, versichert Matthias Aumer.

Das Innere des alten Forsthauses dürfte eine bewegte Geschichte hinter sich haben. Zu sehen sind dort schöne Gewölbe, ein offener Kamin und eine alter Mauerstruktur. Bis Februar, so hofft Matthais Aumer, sollte das Forsthaus saniert sein. Denn Wohnraum werde enorm benötigt, sagt der Bauunternehmer, der den künftigen Bewohnern ein Wohnen in einem schön sanierten Gebäude bieten wird.

Die Abholzaktion auf dem Schlossberg, die er im Frühjahr durchführen ließ und auf Kritik stieß, sei notwendig gewesen, fügt Matthias Aumer an. Zum einen seien einige Bäume durch Sturmschäden schon geknickt gewesen. Diese hätten bereits Häuser gefährdet, sagt er. Zudem sei kein einziger Baum unter Baumschutz gestanden, weshalb ihn auch keine Behörde belangt habe. „Schon bald wird man sehen können, wie das alles einmal viel besser aussieht“, sagt Matthias Aumer.

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