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Landkreis
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Feuerwehr

Gemeinderat genehmigt Löschfahrzeug

Der neue Einsatzwagen ersetzt in Geisling das 20 Jahre alte TSF. Der Beschluss erfolgte nach guter Argumentation einstimmig.
Von Hans Biederer, MZ

Das TSF der FF Geisling hat schon 20 Jahre auf dem Buckel und ist entsprechend reparaturanfällig. Nun soll eine neues, mittleres Löschfahrzeug angeschafft werden.Foto: Biederer

Pfatter.Die sehr gut ausgearbeitete, detailliert und kompetent vorgestellte Planung zur Neubeschaffung eines mittleren Löschfahrzeugs (MLF) überzeugte nicht alle Räte auf Anhieb, dennoch erfolgte der Beschluss zum Erwerb eines MLFs einstimmig.

Mit den beiden Kommandanten Markus Löffler und Bettina Sperl sowie dem Vorsitzenden Klaus Gerlach und Berufsfeuerwehrmann Daniel Baumer hatten die Ratsmitglieder sachverständige Ansprechpartner in der Sitzung.

Argumente für Neubeschaffung

Zweite Kommandantin Bettina Sperl führte aus, dass mit dem vorhandenen, 20 Jahre alten, TSF, auch im Hinblick auf die veraltete und unzureichende Beladung, ein effektives Arbeiten nicht mehr gewährleistet sei. „Unser Einsatzbereich erstreckt sich auf der Bundesstraße von Pfatter bis zur Autobahn. Die steigenden Einsätze werden immer komplexer und umfangreicher“, betonte die FF-Führungskraft. Gerade im Hinblick auf Brände sei ein Schnellangriff nur mit Löschwassertanks im Fahrzeug zu bewerkstelligen. Sperl ließ nicht unerwähnt, dass das alte Einsatzfahrzeug sehr viele Stunden in der Werkstatt stehe. „Erst vor kurzem mussten wir eine Einsatzfahrt abbrechen“, unterstrich sie deutlich.

Auch im Hinblick auf die steigende Anzahl von ausgebildeten Atemschutzträgern in der Wehr, die im Einsatzfall die Stützpunktwehren unterstützen, sei eine modifizierte Ausrüstung dringend erforderlich. Dies untermauerte Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer in einer Stellungnahme: „Ein mittleres Löschfahrzeug ist gerade für eine Wehr dieser Größenordnung eine sinnvolle Ergänzung. Ebenso hat sich das Mitführen eines Wasservorrats gerade für einen Schnellangriff ausgezeichnet“, erklärte die oberste Landkreisführungskraft. Gerade im Hinblick auf die ständige Einsatzfähigkeit werden dezentrale Atemschutzträger für Stützpunktwehren immer wichtiger. „Die Feuerwehr Geisling würde mit diesem MLF die Weichen für die Zukunft stellen“, meinte der Kreisbrandrat.

Gemeinderat genehmigt Löschfahrzeug

  • Kosten:

    Der Anschaffungspreis liegt bei 190 000 Euro. Diese setzen sich wie folgt zusammen: Die Fahrzeugkarosserie kostet 60 000 Euro, der Aufbau und die Beladung schlagen mit 130 000 Euro zu Buche. Mit 49 000 Euro beteiligt sich der Freistaat Bayern am Fahrzeug. Der Erlös aus dem Verkauf des alten Autos beträgt 10 000 Euro. Die Gemeinde übernimmt 127 000 Euro. Die Eigenleistung der FF Geisling liegt bei 5 000 Euro.

  • Ausrüstung:

    Das Fahrzeug soll im besten Fall eine Normalbeladung für technische Hilfeleistung, Wasser- und Sturmschäden und vier Atemschutzgeräte enthalten. Zudem sollen ein 600 Liter Löschwassertank, eine Schaumpistole für Fahrzeugkleinbrände, Unterbaumaterial sowie Unfallkoffer und Nasssauger vorhanden sein.

Die Sinnhaftigkeit erschloss sich Manfred Lichtl jedoch nicht. Er stellte das breite Equipment der Stützpunktwehr Pfatter heraus, das auch am Einsatzort von den kleineren Wehren genutzt werden kann und wies auf die Folgekosten für Wartung und Pflege des Fahrzeugs und des zusätzlichen technischen Geräts hin.

Sperl entgegnete, dass sich die Verantwortlichen der vier Gemeindewehren und der Landkreisführungskräfte detailliert abgesprochen hätten, welche Ausrüstungsgegenstände für das neue Einsatzfahrzeug eine erforderliche und sinnvolle Ergänzung seien. Sie betonte, dass aufgrund des Führerscheinrechts das Fahrzeug eine maximal zulässige Gesamtmasse von höchstens 7,49 Tonnen haben darf.

Auftragserteilung bis Ende 2018

Daniel Baumer gab zu bedenken, dass aufgrund der Umstellung der Abgasnorm das Einsatzfahrzeug bis spätestens 31. Dezember 2018 in Auftrag gegeben werden müsse, um noch die Vorteile der alten Euronorm zu erhalten. „Der weitere Vorteil ist, dass wir dann auch 150 Kilogramm mehr zuladen können“, so Baumer.

Die Gesamtkosten des Fahrzeugs belaufen sich auf 190 000 Euro. Die finanzielle Zuwendung des Staats liegt bei etwa 49 000 Euro. Nach Abzug der Eigenleistung und dem Verkauf des alten Fahrzeugs kommen auf die Gemeinde Kosten in Höhe von circa 127 000 Euro zu. Noch offen ist, ob die Ausschreibung durch die Gemeindeverwaltung durchgeführt werden soll oder ob diese Aufgabe einem Ingenieurbüro für innovatives Feuerwehrwesen übertragen wird.

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