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Montag, 22. Januar 2018 11

Politik

Gewerbegebiet ist doch machbar

Die Regierung der Oberpfalz stimmt dem Projekt in Viehhausen trotz Bedenken zu. Im Bauausschuss gab es kritische Stimmen.
Von Dieter Waeber

Das neue Gewerbegebiet für Viehhausen soll auf einer Fläche neben dem Feuerwehrhaus entstehen. Foto: Waeber

Sinzing.In der jüngsten Sitzung stimmte der Bauausschuss der Gemeinde Sinzing über die Einwendungen zum Bebauungsplan und zu der Änderung des Flächennutzungsplans zum Gewerbegebiet in Viehhausen ab. Der wohl wichtigste Punkt war die Information, dass die Regierung der Oberpfalz nach langem Zögern nun doch den Ausführungen der Gemeinde folgt. Sie gab dem Gewerbegebiet ihre Zustimmung.

Die Landesplanungsbehörde brachte in ihrer Stellungnahme zwar nochmals Bedenken vor und wies auf mögliche Alternativen hin, signalisierte aber gleichzeitig grundsätzliches Einverständnis. Planer Bernhard Bartsch ging dennoch nochmals auf das Fehlen von nutzbaren Alternativen im Gemeindebereich ein. Die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gewerbeflächen würden nicht zur Verfügung stehen.

Die Lage des Gewerbegebiets wird von einigen Fachstellen und auch einigen Mitgliedern des Bauausschusses kritisch gesehen. Foto: Waeber

Auch von der unteren Naturschutzbehörde gab es Kritik. Dr. Bernhard Edenharter stellte sich hinter die Behördenmeinung. Das Sachgebiet für Wasserrecht und Gewässerschutz im Landratsamt stellte die Gefahren eines Gewerbegebiets im Wasserschutzgebiet heraus. Edenharter verwies auf bevorstehende Änderungen im Rechtswesen zu Wasserschutzgebieten. Daraus würden in Zukunft zusätzliche Anforderungen auch für das Gewerbegebiet entstehen. Bürgermeister Patrick Grossmann und Planer Bartsch meinten jedoch, derartige Gefahren seien durch die in der Wasserschutzverordnung verankerten Vorgaben abgedeckt.

Zu einer überraschenden neuen Stellungnahme aus dem Landratsamt meinte der Bürgermeister, diese sollte eigentlich nicht mehr behandelt werden, da sie nicht termingerecht eingereicht worden sei. Planer Bartsch ging dennoch auf den in der Stellungnahme geäußerten Vorwurf ein, die Gemeinde habe keinen Nachweis für einen echten Bedarf vorgelegt. Das sei grundlegend falsch. In der Vergangenheit habe die Gemeinde wiederholt darauf hingewiesen, dass drei Firmeninhaber im Ortsinneren von Viehhausen ihre Produktionsstätten aus dem Ort heraus verlegen müssen. Der Grund seien Verkehrsprobleme und Emissionen im Ortskern. In einem Fall sei ohne die Möglichkeit einer Standortveränderung sogar die Existenz der Firma gefährdet.

Josef Espach betonte, er sei eigentlich grundsätzlich gegen die Ausweisung des Gewerbegebiets an dieser exponierten Stelle. In Abwägung der Notwendigkeiten der betroffenen Firmen stimme er aber dennoch für das Vorhaben. Edenharter bezeichnete dies als nicht nachvollziehbare Haltung, er werde dem Gewerbegebiet nicht zustimmen. Auch Gernot Seybold und Nicolas Hilbert nannten Gründe gegen das Gewerbegebiet und stimmten gegen eine Ausweisung.

Dem Antrag für eine Halle für einen Bäckereibetrieb im Gewerbegebiet am Reitfeld wurde zugestimmt. Eine Voranfrage zur Errichtung Werkhalle in Reichenstetten lehnte der Bauausschuss dagegen ab.

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