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Samstag, 18. November 2017 5

Umwelt

Holz-Schädlinge werden bekämpft

Eine Spezialfirma geht gegen den Holzwurm im Holzheimer Rathaus vor.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Das Rathaus in Holzheim wird mit Sulfuryldifluorid begast. Dazu musste das Dach komplett mit einer Folie eingehüllt werden. Foto: Strasser
  • Mit Hilfe eines Hubsteigers wurde die Folie über das Dach gezogen.
  • Das Dach ist vollständig eingehüllt.
  • Das Dach ist vollständig eingehüllt.

HOLZHEIM AM FORST.„Bedingt einsatzfähig“ heißt es derzeit im Rathaus der Gemeinde Holzheim am Forst. Der Grund ist eher klein, dafür aber zahlreich: der Holzwurm. Eine Spezialfirma aus Sachsen, die jedes Jahr 60 bis 70 Gebäude bundesweit gegen Schädlinge behandelt, hat das Gemeindezentrum seit 15. August mit Planen dicht umhüllt und bekämpft das kleine Getier mit Sulfuryldifluorid, einem speziellen gasförmigen Wirkstoff, der hauptsächlich Fluorid enthält.

„Ich habe in meinen Amtsstunden immer wieder Geräusche gehört“, erinnert sich Bürgermeister Andreas Beer. Als gelernter Schreiner forschte er nach und kam auf den Holzwurm, der sich langsam, aber sicher durch das Gebälk des Gebäudes frisst. „Wir haben das beim Planungsbüro angezeigt und in einem sehr einvernehmlichen Gespräch beschlossen, dass wir ein Beweissicherungsverfahren durchführen.“

Das Gebäude wurde 2010 zum modernen Zentrum der Gemeinde umgebaut, und es nicht mehr nachvollziehbar, ob der Wurm durch die Umbaumaßnahmen ins Holz gekommen ist, so Beer. Ein bestellter Gutachter hatte durch Bohrmehl- und Holzproben zwei Schädlingsarten festgestellt, die durch das Begasen „totbekämpft“ werden müssen.

72 Stunden strömt das Gas in das Gebäude und durchdringt nicht nur die Holzbalken, sondern auch Gipskartonplatten. Nicht zuletzt aus Umweltschutzmaßnahmen heraus wurde das Gemeindezentrum luftdicht abgeschlossen. Auch muss der Gasdruck erhalten bleiben, eine Maßnahme, die auch die Feuerwehr betrifft. „Wir haben unsere Gemeindefeuerwehr für zwei Wochen ausgelagert, damit sie jederzeit einsatzbereit ist. Mittlerweile fand zudem eine Sensibilisierungsveranstaltung statt, in der die Anwohner über alle Details informiert wurden. Nach 14 Tagen dürfte alles vorbei sein und wir bekommen ein Zertifikat, dass das Gebäude schädlingsfrei ist, nachdem 36 Stunden durchgelüftet wurde.“

Schöner Nebeneffekt: Auch Holzfiguren aus Kirche und Kapelle wurden im Gebäude mit begast. Die Kosten: Die Gemeinde trägt die sogenannten „Sowiesokosten“. „Beim Umbau des Gebäudes hätten wir sowieso Kosten in Höhe von 11500 Euro gehabt, wenn wir damals das alte Holz hätten behandeln müssen“, erklärt Beer. Insgesamt kostet die Maßnahme 27000 Euro, die Differenz zahlt die Versicherung.

Die Gemeinderatssitzung am 22. August findet dementsprechend im Verwaltungsgebäude in Kallmünz statt, die Sprechzeiten des Bürgermeisters entfallen, bis die Maßnahme abgeschlossen ist.

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