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Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Fernsehen

Kallmünzer sang für seinen toten Sohn

Franz Lippert trat bei The Voice of Germany für seinen Sohn Mikey auf. Voller Emotionen war seine Botschaft bei der TV-Show.
von Michael Sperger, MZ

Franz Lippert berührte mit seinem Auftritt die Zuschauer. Der Jury reichte das nicht.Fotos: SAT.1/ProSieben/Richard Hübner, dpa (2), Vogt, Lex, Schmid

Kallmünz.Nach knapp drei Minuten auf der Bühne von „The Voice of Germany“ verstummt Franz Lipperts letzter Ton. Die Stühle der Coaches kehren ihm weiter den Rücken zu – das bedeutet das Aus. Er hatte mit Keith Urbans „But For Grace Of God“ aber die Herzen der Zuschauer für sich gewonnen. Während seines Auftritts brandete im TV-Studio immer wieder Applaus auf. Von den Coaches konnte er keinen für sich gewinnen.

„Ich wollte Botschafter für die Country-Musik und für meinen verstorbenen Sohn sein. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte Lippert. Sein Sohn Mikey, der genau wie er ein begeisterter Musiker war, verstarb vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Unfall.

Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus dem Auftritt des Kallmünzers.

Die Countrymusik bringt ihn immer wieder seinem Sohn näher und hilft, den Verlust zu verarbeiten. Für Franz Lippert war es immer ein großer Traum, seinem Sohn einmal bei der TV-Show die Daumen drücken zu können. „Das Schicksal wollte es aber anders. Deshalb war mir klar, dass ich ihn vertreten muss“, sagt der stolze Vater. Sein Sohn sei jedoch viel talentierter gewesen als er. Dennoch schlug der Vater sich bei der Casting-Show gut.

Von 25 000 unter den Besten

Die „Blind Auditions“, bei denen die Coaches die Sänger nur nach der Stimme beurteilen können, sind bei Weitem nicht der erste Schritt im Wettbewerb. „Vorher habe ich mich bei vier Veranstaltungen in München und Berlin gegen über 25 000 Konkurrenten durchgesetzt und gehörte zu den 150 Besten“, erklärt der 51-Jährige.

Viele Regensburger versuchten es schon in anderen TV-Shows. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie und sehen Sie die Teilnehmer.

Regensburger in TV-Shows

Und beinahe wäre die Reise sogar noch weiter gegangen. Samu Haber, Frontmann der Band Sunrise Avenue war kurz davor, sich den Oberpfälzer in sein Team zu holen. Nur noch wenige Zentimeter war seine Hand vom roten Buzzer entfernt. „Er hat es schön gemacht. Ich liebe Country“, sagte der Finne, direkt nachdem Lippert die Bühne verlassen hatte. „Ich hatte leider nicht mehr die Möglichkeit, die Coaches näher kennenzulernen. Bei der Show gibt es einen engen Zeitplan“, sagt der Teilnehmer.

„The Voice of Germany“ bietet vielen Talenten eine große Bühne. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Mit der Besetzung der Coaches, die bis 2014 aktuell war, hätte Lippert mit seiner Musikrichtung wohl noch bessere Chancen gehabt. Drei Staffeln lang waren Alec „Boss“ Völkel und Sascha „Hoss“ Vollmer von der Country-Rock-Band „The BossHoss“ Teil der Show. „Das habe ich schon von vielen gehört. Aber das sind auch nur Vermutungen“, sagt der Kallmünzer.

In der Familie wartet ein weiteres Nachwuchstalent: seine Tochter Ramona. „Sie hat eine super Stimme und ich würde mich freuen, als Unterstützung für sie bald wieder zur Show zu fahren“, sagt der stolze Vater.

Comeback nicht ausgeschlossen

Auch selbst will er nicht ausschließen, nochmal im TV anzugreifen. „Wenn das Format passt, kann ich mir das schon vorstellen. Es war aber auch eine anstrengende Zeit.“ Seine ersten Erfahrungen mit der Sendung machte er bereits im Jahr 2010. Bei der ersten Staffel hatte ihn seine damalige Ehefrau angemeldet. Er scheiterte aber schon früh. „Die Zeit war einfach noch nicht reif“, analysiert er.

Zur Person

  • Franz Lippert

    arbeitet seit über 30 Jahren als Berufskraftfahrer. Er übt seinen Job mit voller Leidenschaft aus. In seinem Führerhaus ist er der Chef.

  • Die Musik

    spielt für den 51-Jährigen eine große Rolle. Bei der Arbeit hört er fast durchgehend Musik. „Das Schöne ist, dass ich entscheiden kann, was und wie laut ich die Musik aufdrehe“, erklärt Lippert.

  • Sein Sohn

    verstarb vor etwas mehr als einem Jahr bei einem Verkehrsunfall. Er bezeichnete ihn als einen „begnadeten Sänger“, in dem er viel Potenzial sah.

  • Seine Band

    „Franz Lippert & Band“ feierte im Country-Musikbereich schon diverse Erfolge bei internationalen Musikfestivals, sowie auch als „Grand Prix-Sieger Goldener Countrystar 2013“. Auch seine Tochter singt in der Band mit.

Diesmal schaffte er es bis in die TV-Aufzeichnung und die bedeutete einiges an Stress für den 51-Jährigen: „Von der Maske bis zum Friseur gab es an dem Tag einige Stationen abzuarbeiten.“ Am vergangenen Donnerstag wurde die Sendung dann ausgestrahlt. Dieser Abend bedeutete für die Familie Lippert weniger Stress. „Ich machte mir einen entspannten Abend mit meiner Frau und sah die Bilder zum ersten Mal“, sagt der Kandidat. Nicht nur für ihn war der Auftritt ein sehr emotionaler – auch, wenn die Stühle sich nicht drehten.

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