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Landkreis
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Anerkennung

Sportzentrum hat einen neuen Namen

Im „Leo Graß Sportzentrum“ in Obertraubling findet jetzt die erste offizielle Veranstaltung seit der Umbenennung statt.
Von Petra Schmid, MZ

Die Gäste des Festakts posieren vor dem neuen Namensschild „Leo Graß Sportzentrum“. Foto: Schmid

Obertraubling.Am Freitag findet eine Premiere im Sportzentrum der Großgemeinde statt. Die Sportlerehrung, die dort um 19 Uhr beginnt, ist die erste offizielle Veranstaltung im „Sportzentrum Leo Graß“, so heißt die Halle seit Kurzem.

Die Sportlerehrung an sich ist seit längerem eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Großgemeinde. In diesem Jahr wurden von den Vereinen 51 Einzelsportler und 17 Mannschaften nominiert. Insgesamt werden etwa 200 erfolgreiche Sportler, darunter neben einer Vielzahl von Oberpfalz- und Bayerischen Meistern auch Deutsche-, Europa- und Vizeweltmeister, geehrt. Auch für ein ansprechendes Rahmenprogramm ist wieder gesorgt.

Ursprung des neuen Namens

Neu ist nun, dass die Halle den Namen des im vergangen Jahr verstorbenen Altbürgermeisters und Ehrenbürgers der Gemeinde, Leo Graß, trägt. Hierzu fand kürzlich eine Feierstunde statt. Neben Familie Graß waren auch politische Weggefährten wie der stellvertretende Landrat Willi Hogger und Vereinsvertreter zum Festakt gekommen. Bürgermeister Rudi Graß betonte bei der Begrüßung, dass es ihm eine besondere Ehre sei, den Festakt eröffnen zu dürfen. Heute sei alles ein wenig anders als sonst, etwas besonders für seine Mutter Hildegard, ihn und seine Schwester Karin, sagte er gerührt und fuhr fort: Auch der Pap‘, wie er seinen Vater bezeichnete, hätte sich sicherlich gefreut und wäre gerne dabei gewesen. Denn er sei immer stolz auf das Sportzentrum gewesen.

Dass so viele gekommen seien, freue ihn, da sie seinem verstorbenen Vater dadurch die Ehre erweisen würden. Er freue sich auch, dass zur Feierstunde Gemeinderatsmitglieder, die damals die Halle ermöglichten, gekommen seien und übergab das Wort an seinen Stellvertreter Rainer Sinn, der die Festrede hielt.

Dieser stellte zunächst einmal die Persönlichkeit des verstorbenen Altbürgermeisters und Ehrenbürgers der Großgemeinde hervor. Neben seinem politischen Wirken habe er sich unter anderem als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und als Vorstand des Krieger- und Reservistenvereins, wo er sich stets dem Gedenken der Kriegsopfer verpflichtet sah, einen Namen gemacht. Schirmherrschaften bei Vereinsjubiläen würden von dem Engagement für seine Heimatgemeinde zeugen, betont Sinn.

Sportlerehrung weiht das Zentrum ein

  • Ämter:

    Leo Graß ist ein Name, der weit über die Grenzen der Gemeinde Obertraubling hinaus bekannt war und es auch heute noch ist. Er war nicht nur Bürgermeister und Kreisrat, sondern später auch Altbürgermeister und Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde.

  • Leidenschaften:

    Auch als Vereinschef, selbstständiger Schreinermeister und nicht zuletzt als Entertainer hat er sich immer engagiert. Sein „komisches Talent“ habe er als Schauspieler und G’stanzlsänger bewiesen, beschreibt der 2. Bürgermeister Rainer Sinn.

  • Sport:

    Dem Sport ist Leo Graß immer verbunden gewesen. Als Fußballer und Kegler, aber auch als Mäzen und Förderer, ebenso wie als kritischer Zuschauer, der allsonntäglich an der Bande des grünen Rasens seinen Stammplatz hatte, zählt Sinn auf.

Leo Graß habe noch die Schrecken des Kriegs erleben müssen und die darauffolgende Zeit, in der die Menschen zusammenrückten und gemeinsam am Wiederaufbau der zerstörten Heimat gearbeitet hätten. Dies habe ihn geprägt und zu dem anpackenden Mann geformt, der sich schon bald aktiv an der Gestaltung seiner Gemeinde beteiligte.

In Graß‘ Ägide seien die Ansiedlung des BMW-Werks und die Umsetzung der damit verbundenen infrastrukturellen Anforderungen gefallen. Die Gemeinde habe sich zum Wirtschaftsstandort entwickelt. Viele Betriebe hätten in den neu ausgewiesenen Gewerbegebieten ihre Heimat gefunden, zählt Sinn auf. Das wohl größte Unternehmen während der Amtszeit Graß‘ sei der Bau der neuen Sportanlage mit vier Rasenspielplätzen, sechs Tennisplätzen, einer Leichtathletikanlage, der Mehrzweckhalle, einer Kegelbahn sowie eines Schießstands gewesen, hebt Sinn in seiner Ansprache hervor.

„Ein wahres Schmuckstück“

Mit Gastronomiebetrieb und entsprechenden Parkmöglichkeiten, zwischenzeitlich angelegtem Kunstrasen und Beachfeld, sei daraus ein wahres Schmuckstück geworden, um das Obertraubling im Landkreis beneidet werde.

Zur Verwirklichung sei die für damalige Verhältnisse unvorstellbare Summe von rund 18 Millionen Deutsche Mark zu finanzieren und entsprechende Zuschüsse zu erlangen gewesen. In diesem Zusammenhang müsse man auch die damaligen Vorstände des SV Obertraubling, Xaver Allmeier und Rupert Dietlmeier, erwähnen, die sich hier eingebracht hätten, betont Sinn. Betrachtet man heute die Ausnutzung der Sportanlage, könne man der Weitsicht und dem zukunftsorientierten Handeln nur Respekt zollen. Sinn dankte auch den Unternehmen, die die Namentafel spendeten.

Nach der offiziellen Enthüllung des Namenschilds bedankte sich Bürgermeister Rudi Graß sichtlich gerührt im Namen seiner Familie für die Ehrung seines Vaters.

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