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Sonntag, 21. Januar 2018 10

Streifall

Steinbruch: Antrag kommt erst 2018

Komplizierter Vorgang: Die Unterlagen des Wiesenter Unternehmers werden entgegen aller Ankündigungen heuer nicht mehr fertig.
von Walter Schiessl

Die Wiesenter Bürgerinitiative protestierte im Juli vor dem fürstlichen Schloss gegen den geplanten Steinbruch.Foto: Schiessl

Wiesent.Der Bauantrag zur Errichtung eines zwölf Hektar großen Steinbruchs bei Ettersdorf wird viel später als geplant eingereicht. „Die Sache ist kompliziert“, sagte Bauunternehmer Robert Fahrner, der die Errichtung des Granitabbauplatzes im Auge hat. Es sei überaus umfangreich, die vom Regensburger Landratsamt geforderten Unterlagen zusammenzustellen. Somit wird aus dem Vorhaben, den Antrag noch 2017 zu stellen, nichts. „Aber 2018 wird der Bauantrag eingereicht.“ Die Behörde wird dann in einem immissionsschutzrechtlichen Verfahren darüber entscheiden, ob aus dem fürstlichen Thiergarten unweit von Ettersdorf Steine entnommen werden dürfen oder nicht.

„Wir stehen Gewehr bei Fuß“

Bauunternehmer Robert Fahrner, der ein 230 Mitarbeiter zählendes Unternehmen in Mallersdorf-Pfaffenberg mit Filialen in Barbing und Freising führt, hat vor, einen schon bestehenden Steinbruch im Thiergarten, der dem Haus Thurn und Taxis gehört, Material auf einer Fläche von zwölf Hektar zu entnehmen, um den Bedarf vor allem im Raum Regensburg decken zu können. Als diese Pläne vor eineinhalb Jahren publik wurden, gründete sich in Wiesent eine Bürgerinitiative, deren Sprecher Paul Wiethaler und Christian Graf wurden. Widerstand kam auch aus der Gemeinde Wiesent, die ankündigte, gegen das Vorhaben alle rechtlichen Möglichkeiten zu ergreifen. Die Ettersdorfer und Wiesenter wurden aktiv, hielten eine Informationsversammlung und standen sogar vor den Schlossfestspielen am Emmeramsplatz Spalier, um auf die Thematik aufmerksam zu machen.

„Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagte Christian Graf zum „Wörther Anzeiger“ der MZ. Die Initiative, der über 150 Mitglieder angehören und die über 6200 Unterschriften gegen die Fahrner’schen Pläne zusammengetragen hat, wartet nun auf den Eingang des Bauantrags und somit auf die dann folgende Entscheidung des Landratsamts.

In der Kreisbehörde hatte es im Mai einen Scoping-Termin gegeben, wie es das Gesetz vorschreibt. Dessen Ziel war es, wesentliche Verfahrensfragen, die rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen, die erforderlichen Prüfungsunterlagen mit dem Antragsteller und den beteiligten Fachstellen und Behörden zu erörtern. Dabei wurde auch besprochen, welche Unterlagen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung beizubringen seien. „Der Scoping-Termin bedeutet weder den Beginn des förmlichen Antragsverfahrens noch ist er ein Teil dessen“, hatte Landkreis-Pressesprecher Hans Fichtl damals mitgeteilt. Das Zusammenstellen dies er Unterlagen zieht sich nun in die Länge. Es sei relativ kompliziert, das alles zu erstellen, ließ Robert Fahrner wissen. Aber im nächsten Jahr würde der Antrag gestellt, versicherte er. Am Vorhaben, bei Wiesent Granitsteine aus dem Boden zu holen, wolle er festhalten.

Der Vorwald sieht es anders

Wie Fahrner, so begrüßen auch Bewohner aus dem Vorwald Initiativen, die das Durchqueren ihrer Gemeinden und Dörfer von mit Steinen beladenen schweren Lkws überflüssig machen. Dazu zählte der Brennberger Josef Wartner, der sich sogar dafür stark gemacht und viele Briefe geschrieben hat, um zu erreichen, dass der Steinbruch bei Ettersdorf schon in naher Zukunft verwirklicht wird. Aber der Brennberger Gemeinderat wiederum hatte sich gegen den Fahrner-Plan ausgesprochen.

In der Gemeinde Wiesent ist man ebenfalls gegen das Vorhaben des Mallersdorfer Bauunternehmers, der der CSU-Kreistagsfraktion von Straubing-Bogen angehört und gegen den beim Amtsgericht in Landshut ein Verfahren wegen Bestechung anhängig ist. Er soll, so die dortige Staatsanwaltschaft, vor fünf Jahren beim Bau der Moosburger Umgehung versucht haben, eine Beamtin des Freisinger Landratsamts zu bestechen.

Die Bürgerinitiative seht derweil in den Startlöchern, um für den Fall der Fälle mit dem Eingang des Bauantrags beim Landratsamt gerüstet zu sein. „Ist der Antrag da“, so sagte Paul Wiethaler, werde man umgehens mit einer Stellungnahme aufwarten. Er hat Robert Fahrner darauf hingewiesen, dass es einen Beschluss des Wiesenter Gemeinderats gebe, in dem sich alle Räte gegen den Abbau ausgesprochen hatten.

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