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Landkreis
Sonntag, 21. Januar 2018 10

Kultur

Traummusik der Domspatzen in Frauenzell

Das Benefizkonzert des weltbekannten Knabenchors in der Klosterkirche war ausverkauft. Das Publikum applaudierte begeistert.
Von Resi Beiderbeck

Jubilierende Stimmen verkünden das Lob Gottes teils sogar in achtstimmigen Passagen. Foto: Resi Beiderbeck

Frauenzell.Pulverschnee und Christkindlglühwein – die Rahmenbedingungen passten richtig gut für ein Weihnachtskonzert. In der festlich geschmückten Frauenzeller Klosterkirche sangen sich die Regensburger Domspatzen am Freitag in die Herzen von rund 400 Zuhörern. „Was für eine schöne Atmosphäre“ schwärmten die Gäste schon beim Eintreffen auf dem Klostervorplatz. Dort verwöhnte der Brennberger Schulförderverein im Auftrag von Rupert Heider die Besucher gratis mit Glühwein zu hausgemachten Vanillekipferln und Lebkuchen. Von Windlichtern erhellt zeigten sich Klosterbrunnen, Kirchenstufen und Portal in anheimelndem Kerzenschein.

26 000 Euro Erlös

Initiator Rupert Heider freute sich über den viel beklatschten Auftritt der Domspatzen und über die stattliche Spende, die aus dem Erlös möglich wird. „26 000 Euro sind mit Ihrer Unterstützung zusammen gekommen“, strahlte der Wörther Energie-Unternehmer. Das Geld geht in vollem Umfang an die beiden Hilfsorganisationen „Nepal-Hilfe Beilngries“ und „Landkreis mit Herz“. Die ehemalige Benediktinerabteikirche Frauenzell sei zur Ehre Gottes erbaut worden, was auch die Intention der Domspatzen sei, sagte Rupert Heider bei der Begrüßung. Die Kombination ist genial: Einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt singt in einem der bedeutendsten Gotteshäuser Bayerns.

Ein Interview mit Rupert Heider lesen Sie hier:

Ein musikalisches Weihnachtsgeschenk für alle

Die erste Überraschung gab es gleich zu Beginn des Konzertes mit einer beeindruckenden Chorimprovisation zu Joseph Birkls „Oh Heiland, reiß die Himmel auf“. Es folgten bekannte Klassiker wie Mendelssohns „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Vielstimmig erschall das Lob des Herren bei „Verbum caro factum est“ von Hans Leo Hassler und „Quem pastores laudavere“ von Carl Loewe. In ein mächtiges Halleluja mündete die aus dem 17. Jahrhundert stammende Andacht „Das Wort ward Fleisch und wohnet unter uns“. Sichtlich bewegt war das Publikum, als die glockenhellen Knabenstimmen in Duetten und Soli besonders gut zur Geltung gebracht wurden. Zur Klavierbegleitung setzte sich Domkapellmeister Roland Büchner persönlich ans Instrument.

Die Domspatzen sangen in Frauenzell

Vom ersten Ton bis zur letzten Zugabe nahmen die Domspatzen ihre Zuhörer mit auf eine Reise voll tiefer Anbetung und stiller Freude. Mit souveränem Auftreten ließen sie ihre unglaublichen Stimmen so schwerelos erklingen, als wäre es ein Kinderspiel. Die Zuhörer konnten nach der grandios vorgetragenen „Midnight Noel“ ihre Begeisterung nicht zurückhalten und spendeten spontan intensiven Zwischenapplaus.

Schon ging es weiter im abwechslungsreichen Programm, das viele Gefühlslagen erfasste und oft heitere Elemente bereit hielt, wie etwa bei einem herzerfrischenden Hirtenlied des Komponisten Miroslav Kosler. Kaum jemals zuvor gehört hatten die Gäste das Ukrainische Volkslied „Carol of the Bells“ von Nikolai Singer, das aus der Orthodoxen Kirche adaptiert wurde. Überwältigend schön erklang „Adeste fideles“, für viele Zuhörer das Weihnachtslied schlechthin, gefolgt von purem Jubel bei „Oh du fröhliche“.

Singt Fried den Menschen

Große Begeisterung ausdrückend zeigte sich Landrätin Tanja Schweiger gleich doppelt erfreut: „Sehr gut hat mir das Konzert gefallen. Und über die großzügige Spende zugunsten unseres neu gegründeten Landkreis-Hilfsvereins bin ich richtig glücklich“. Am besten habe ihr das ganz und gar liebliche „Susani“ mit der Aufforderung „Singt Fried den Menschen weit und breit, Gott Preis und Ehr in Ewigkeit! Alleluja!“ gefallen, verriet die Landrätin.

Klaus Eder aus Donaustauf, der Stammgast bei den Heider-Konzerten ist, freute sich vor allem über die Zugabe, das wunderbare Volkslied „Hl. Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt. Josef Doblinger aus Regensburg schwärmte: „Akustik und Atmosphäre sind mit einem normalen Konzertsaal überhaupt nicht zu vergleichen, das Musikerlebnis in dieser einzigartigen Kirche war herzerwärmend“. Bürgermeisterin Irmgard Sauerer fand die Zusammenstellung des Programms besonders gelungen. „Die Mischung aus Altbewährtem und überraschend Neuem hat mir gut gefallen“. Der gleichen Meinung war Resi Seidl aus Altenthann: „Diese einzigartigen Stimmen klingen hier besonders gut, weil die Kirche so schön ist – ein Traum“.

Benefizkonzert für zwei Organisationen

  • Nepalhilfe-Beilngries:

    Die gemeinnützige Privatinitiative zur Unterstützung Bedürftiger in Nepal sucht Paten, um das Kinderhaus mit jährlichen Kosten von rund 50 000 Euro langfristig abzusichern. Bereits 25 Euro pro Monat reichen, um für ein Kind Essen und Schulgeld zu bezahlen. Wer Pate werden möchte, überweist einfach monatlich einen beliebigen Betrag auf das Spendenkonto IBAN: DE05 7216 0818 0004 6227 07 unter dem Stichwort „Patenschaft Kinderhaus“ bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG, BIC: GENODEF1INP. Infos gibt es im Internet unter www.nepalhilfe.org.

  • „Landkreis mit Herz“:

    Hilfe für Menschen in Not im Landkreis Regensburg leistet der Wohltätigkeitsverein. Er möchte Landkreisbürgern in schwierigen Lebenssituationen finanziell unterstützen. Neben Landrätin Tanja Schweiger, als Vorsitzender, hat der Verein zwölf Gründungsmitglieder, darunter Kreisräte aus verschiedenen Fraktionen, sowie Mitarbeiter des Landratsamtes. Weitere Informationen gibt es bei Dieter Albrecht, Telefon (09 41) 400 92 30. Spenden werden erbeten auf das Konto: Landkreis mit Herz e.V.; BIC: BYLADEM1RGB; IBAN: DE 67 7505 0000 0027 0037 89 .

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