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Montag, 22. Januar 2018 7

Denkmalschutz

Umbau nach strengen Regeln

Das ehemalige Wörther Forsthaus wird bis April modernisiert. Matthias Aumer setzt die Vorgaben bis ins kleinste Detail um.
von Walter Schiessl

Bis zur Weihnachtspause werkeln die Arbeiter im Wörther Forsthaus, das nach den Vorstellungen der Denkmalpfleger saniert wird. Foto: Schiessl

Wörth.Matthias Aumer, der 2015 das vor 300 Jahren errichtete Wörther Forsthaus gekauft hat, um es zu sanieren, hat damit seit Monaten viel zu tun. „Der Umbau macht mir viel Arbeit, aber auch viel Freude“, sagt der Sohn des Bauunternehmers Ernst Aumer, mit dem er die Aumer-Group führt. Am Projekt, das im nächsten Jahr bezogen werden soll, arbeiten seit Wochen bis zu 15 Mann, um das Gebäude unter denkmalschützerischen Auflagen wieder bewohnbar zu machen. Fünf Wohnungen, die zwischen 60 und 110 Quadratmeter groß sind, sollen dort im Haupthaus entstehen.

Eine positive Bewertung

In der vergangenen Wochen nahmen Dr. Michael Schmid vom Landesdenkmalamt in München und Dr. Feuerer von der unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt die Baustelle ins Visier. „Die überaus positive Beurteilung der beiden Experten hat mich sehr gefreut“, sagt der Bauherr im Nachhinein. Sie hätten ihm Anerkennung für die Ausführung der Arbeiten gezollt. Das freue einen natürlich schon, sagt der Unternehmer.

In der Tat, Matthias Aumer muss sehr viele Details einplanen. So müssen die alten Fenster drinnen bleiben, der alte Dachstuhl wird erhalten und natürlich auch die Treppenaufgänge. Weiter ist vorgeschrieben, dass im unteren Bereich des Hauses sogar der alte Putz vorhanden bleiben muss. „Aber es macht mir einfach Freude, das Haus mit seiner besonderen Geschichte zu erhalten“, sagt der Unternehmer.

Wird das Haus einmal fertig sein, wird im nächsten Jahr die marode Stützmauer erneuert. Auch das wird für den Unternehmer keine leichte Aufgabe sein, wissen die Experten. Denn die Mauer stützt einen großen Teil des Schlossbergs ab. Dort wird das Erdreich des stark abfallenden Hangs massiv abgestützt werden müssen, ehe gleichzeitig das neue Bauwerk mit einer besonderen Stärke eingezogen werden kann. Sind diese Arbeiten dann unter Dach und Fach, kann dann das nebenstehende Gebäude, das einmal als Reitstall errichtet wurde, erneuert werden. Diese alten Stallungen werden dann abgerissen und durch ein gleichförmiges Haus ersetzt. Dort könnten dann zwei Wohneinheiten entstehen.

„Aber man kann nur Schritt für Schritt gehen“, sagt Matthias Aumer. Somit besteht den jetzigen Plänen nach bis April der Schwerpunkt der Aumer’schen Bemühungen allein in der Sanierung des Forsthauses. Einzig der Bau der Heizanlage, die im kleinen Gebäude an der Ostseite entsteht, wird noch vorangetrieben. Alle Wohneinheiten werden durch die Anlage mittels Pellets beheizt.

Die Bediensteten von Firmen, die allesamt im Raum Brennberg beheimatet sind, haben bis morgen noch alle Hände voll zu tun, um die Maßnahme vor der Weihnachtspause möglichst weit voranzubringen. Aber die Bauarbeiten, die sich aufgrund der Vorab-Untersuchungen der Denkmalpfleger schon um mehrere Monate verzögerten, nehmen viel Zeit in Anspruch. Es ginge natürlich wesentlich schneller, die alten Fenster herauszuhauen und neue einzusetzen, wissen die Bediensteten eines Malerbetriebes aus dem Vorwald, doch der Denkmalschutz habe vorgeschrieben, dass die alten Fenster drinbleiben müssten. Aus diesem Grund würden sie nun abgeschliffen und funktionsfähig gemacht. „Später werden noch Dichtlippen eingebaut“, sagt Matthias Aumer, der auch gleich darauf hinweist, dass das Forsthaus immer ein altes Gebäude bleiben wird.

Kostenfrage noch offen

Viel Liebe zum Detail benötigten die Firmen auch beim Erhalt des Dachstuhls mit den Originalbalken aus dem Jahre 1748/49. Eine Reihe von neuen Balken musste eingezogen werden, um die alten so zu stärken, dass die Last des Dachs getragen werden kann. „Aber das Dachgeschoss wird sehr schön gestaltet“, sagen die Bauarbeiter aus der Region. Das lasse sich jetzt schon erkennen.

Angaben zu den Kosten des gesamten Projekts konnte Matthias Aumer noch nicht machen. Es lasse sich bisher noch nicht absehen, was für die Arbeiten im Einzelnen gezahlt werden müsse. Fast täglich kämen neue Aufträge oder Änderungen hinzu, was es ihm im Augenblick schwer mache, konkrete Angaben zu machen. Wenn aber das Projekt einmal schön dastehe, dann sei Wörth um ein schön saniertes Gebäude reicher und so solle es ja auch sein, sagt der Bauherr. Von Außen könne man es sch0n ein wenig erahnen, sagt er.

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