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Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Mobilität

Zeitlarn scheut die Kosten für Nachtbus

Der Gemeinderat kann sich nicht über eine Beteiligung an der Finanzierung einigen. Verlängerung der Linie 17 wird begrüßt.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Ab 0.30 Uhr verkehren in Regensburg an den Wochenenden die Nachtbusse, Zeitlarn will sich nicht beteiligen. Foto: Daniel Steffen

Zeitlarn.Wie hält es die Gemeinde Zeitlarn mit den Busverbindungen an Wochenenden? Vor allem, wenn etwa Nachtschwärmer sich auf den Weg nach Hause machen wollen und mangels Angebot im öffentlichen Nahverkehr um die Zeit zwischen Mitternacht und Morgen auf das Taxi zurückgreifen müssen. Ohnehin gerät der öffentliche Nahverkehr zunehmend in den Fokus der Kommunen. Immer häufiger bekommen die Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (GFN) und der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) Anfragen zu mehr Verbindungen und mehr Angebot.

So hat sich auch der Markt Regenstauf Gedanken gemacht. Marktrat Stefan Potschaski (FDP) hatte sich für einen Modellversuch „Nachtbus an Wochenenden von Regensburg nach Regenstauf und umgekehrt“ starkgemacht. „Der Nachtbus in Regensburg läuft prima und ist dort zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, warb der FDP-Mann für seinen Antrag. Das jetzige Angebot sei unzureichend und nicht mehr zeitgemäß.

Viele Fragen sind noch nicht geklärt

Konkret geht es um die Linie 41, die in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag um je zwei zusätzliche Fahrten erweitert werden soll. Die Abfahrt der Busse sollte um 2.10 Uhr und 3.10 Uhr am Hauptbahnhof Regensburg erfolgen. Die Meinungen zu Pro und Contra gingen in Regenstauf auseinander, der Haupt- und Finanzausschuss in Regenstauf beauftragte die Verwaltung, zu klären, ob und in welchem Umfang bei den Städten Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof sowie Teublitz und der Gemeinde Zeitlarn Interesse besteht, sich der Erweiterung des Nachtbusangebots anzuschließen. Hintergrund der Anfrage sind die nichtgedeckten Kosten. Je mehr Schultern, desto weniger werden die Haushalte belastet. „Eine Fahrt kostet etwa 10000 Euro pro Jahr“, erklärte Bürgermeister Franz Kröninger in der Gemeinderatssitzung mit der Diskussion „Beteiligung: ja oder nein“. „Warum nicht?“ meinten die Gemeinderäte Hans Kröninger (ABG) und Josef Weinmann (CSU). „Es wäre fast schon ein Schildbürgerstreich, wenn wir uns da nicht beteiligen würden, wenn der Bus über Zeitlarn fährt.“

Doch wie sieht es mit dem Bedarf aus? Für Peter Kröninger ist das eindeutig, er sieht keine Notwendigkeit für einen Nachtbus. „Das ist zu teuer für die wenigen Menschen, die das nutzen. Das Geld kann man besser ausgeben.“ Auch Gerhard Lautenschlager (CSU) senkte den Daumen: „Ich will hier kein öffentliches Taxi mit Steuergeldern finanzieren.“ Von möglichen Geisterfahrten sprachen Otto Beer (PWG) und Wilhelm Dongus (SPD). „Es ist ein Pilotprojekt“, erinnerte dagegen Hans Kröninger. „Wir sollten uns für dieses Jahr beteiligen, dann wissen wir auch mehr über den Bedarf und ob sich das lohnt.“

Noch ist nicht endgültig geklärt, wie das Angebot von RVV und GVN aussieht, auch die kilometerabhängige Beteiligungsstruktur ist noch nicht festgezurrt, erklärte Bürgermeister Kröninger. „Erst wenn der RVV weiß, wie viele sich beteiligen, kann ein detailliertes Angebot gemacht werden.“ Klar ist, dass 30 Prozent der ungedeckten Kosten der Landkreis Regensburg übernimmt, 70 Prozent die teilnehmenden Kommunen.

Dennoch bleiben viele Fragen. Zwei Fahrten oder doch nur eine? Samstag und Sonntag oder nur an einem Tag? Und welche Haltestellen der Linie 41 sollen im Gemeindegebiet Zeitlarn angefahren werden? „Wir stimmen hier ins Blaue hinein ab“, gab Josef Weinmann zu bedenken. „Wir sollten uns vorher mit den betreffenden Gemeinden abstimmen.“ Doch dazu wird es nicht kommen, denn der Gemeinderat konnte sich im Grundsatz nicht über eine Beteiligung an den nicht gedeckten Kosten für die Erweiterung eines Nachtbusangebots einigen. Einen Nachtbus wird es in absehbarer Zeit von Regensburg nach Zeitlarn also nicht geben.

Der ÖPNV blieb weiter ein Thema der Sitzung in Zeitlarn. Eine bessere Vernetzung der Zeitlarner Ortsteile wurde seitens der PWG-Fraktion gefordert. Wie schon im Juni 2008 und März 2013 stellte die PWG den Antrag zur Prüfung auf Verbesserung. Es geht um die Buslinie 17, die derzeit in Edelhausen endet und bis nach Regenstauf weitergeführt werden könnte. „Damit könnten viele Probleme gelöst werden“, so Thomas Klein, vor allem für Schüler bzw. Menschen, die sich nach Regenstauf und seinen Angeboten der Nahversorgung, Fachärzten oder Pflegeeinrichtungen orientieren.

Umsteigemöglichkeit in Zeitlarn

Der Antrag wurde von der Gemeindeverwaltung bereits im Vorfeld mit dem RVV besprochen. Mit Erfolg: Im Rahmen einer Optimierung des Linienverkehrs im Raum Lappersdorf wurde auch die Verlängerung der Linie 17 über Regendorf hinaus bis Regenstauf geprüft, ließ Josef Weigl, Geschäftsführer der GFN und RVV, schriftlich mitteilen. „Nach dem derzeitigen Planungsstand werden voraussichtlich ab dem ersten Halbjahr 2018 einzelne Fahrten der Linie 17 bis zum Regenstaufer Bahnhof geführt.“ Guter Nebeneffekt: Damit erhält Zeitlarn die Umsteigemöglichkeit auf den Citybus Regenstauf und somit eine verbesserte Anbindung zu den zentralen Bereichen von Regenstauf mit Ärztehaus und Einzelhandel.

Zu möglichen Kosten erklärte Bürgermeister Kröninger: „Es ist unser Ziel, dass dies ohne zusätzliche finanzielle Belastung geschieht, und ich denk,e so wird es auch sein.“

Weitere Themen im Marktgemeinderat

  • Verkehr:

    Die Gemeinde Zeitlarn setzt bei der präventiven Verkehrssteuerung auf Verkehrsüberwachungsgeräte, allerdings nicht in dem Umfang, wie es die PWG-Fraktion in ihrem Antrag formulierte. In jedem Ortsteil sollte ein Verkehrsüberwachungsgerät aufgestellt werden, um mehrere neuralgische Punkte gleichzeitig zu überwachen und die Verkehrsteilnehmer auf ihr eventuelles Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Der Gemeinderat beschloss mit 15 zu drei Stimmen, vorerst nur ein Gerät zu beschaffen, welches das bereits vorhandene ergänzen soll. Gutachten belegen, dass die Wirkung von Geschwindigkeitswarnanlagen gering ist. Anfängliche Erfolge würden durch die Gewöhnung wieder aufgehoben.

  • Feuerwehr:

    Die Feuerwehr Zeitlarn bekommt ein neues Feuerwehrhaus. Doch was passiert mit den alten Räumlichkeiten? Aktuell ist im bestehenden Unterrichtsraum der Feuerwehr auch die Musikkapelle der Feuerwehr untergebracht. Sie nutzt den Raum für ihre Proben. Der Verein stellte nun den Antrag, diesen weiterhin nutzen zu dürfen. Bei einem entsprechend formulierten Nutzungsvertrag spräche nichts dagegen, so Bürgermeister Franz Kröninger. Allerdings mit Einschränkungen. „Wir können aktuell nicht sagen, welche Nutzung wir später anstreben“, erklärte Gemeinderat Gerhard Lautenschlager (CSU). Doch bis dahin wurde die Verwaltung angewiesen, einen Nutzungsvertrag für die Feuerwehrkapelle auszuarbeiten. (msr)

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