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Montag, 23. Oktober 2017 12° 7

Verkehr

Autobahnausbau startet im Februar

Die A3 wird zwischen dem Kreuz Regensburg und Rosenhof für Jahre zur Baustelle. Klagen können die Arbeiten nicht stoppen.
Von Christof Seidl, MZ

Der Ausbau der Autobahn A3 auf sechs Spuren wird insgesamt rund fünf Jahre dauern. Startschuss soll im Februar 2018 mit dem Neubau der Eisenbahnbrücke Burgweinting (im Hintergrund) sein. Foto: Tino Lex

Regensburg.Für Autofahrer und Brummi-Piloten beginnen im Februar 2018 harte fünf Jahre. Dann sollen die Bauarbeiten für den Ausbau der Autobahn A3 zwischen dem Kreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof auf sechs Fahrspuren starten. Es wird ein Mammutprojekt, wie es die Region im Straßenbau wohl noch nicht erlebt hat.

Dass die Erweiterung kommt, ist sicher. Die drei Klagen, die gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung eingegangen sind, haben nach Angaben der Regierung der Oberpfalz keine verzögernde Wirkung. Es darf sofort gebaut werden.

Von den Bauarbeiten ist nicht nur die Autobahn selbst betroffen, sondern das gesamte Umfeld. Denn die Autobahndirektion muss nicht nur die Fahrbahnen erweitern, sondern auch 17 Brücken in diesem Bereich neu bauen – sowohl Autobahnbrücken, wie jene über die Eisenbahntrasse bei Burgweinting, als auch zahlreiche Überführungen. Keine dieser Brücken wurde seinerzeit für einen sechsspurigen Ausbau vorbereitet.

Bahnbrücke ist der größte Brocken

Der Ersatzneubau für diese Bahnbrücke wird der Startpunkt der Arbeiten, schlicht weil er die aufwendigste Einzelmaßnahme ist. Bei dem Bauwerk handelt es sich um eine 200 Meter lange Unterführung der Gleisanlagen der DB. Das europaweite Vergabeverfahren läuft, ist aber noch nicht abgeschlossen, wie Baudirektor Michael Köstlinger von der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern gegenüber unserem Medienhaus sagte. „Auch für andere Abschnitte der Ausbaustrecke werden die Planungen vorangetrieben.“ Dass die Bauarbeiten vergleichsweise zügig starten können, liegt laut Köstlinger daran, dass die Autobahndienststelle bereits seit 2016 parallel zum Planfeststellungsverfahren an der Bauablaufplanung und an Ausschreibungen für das Projekt gearbeitet hat.

Für die Bürger lautet die drängendste Frage, wie und wo der Verkehr während der Bauzeit fließen kann. Köstlinger kündigt an, dass auch während der Bauphasen auf der A3 mindestens vier Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Durch Vorarbeiten werde außerdem die bestehende Fahrbahnbreite vorab provisorisch verbreitert, um in den jeweiligen Baustellenbereichen so viel Fahrbahnbreite wie möglich zur Verfügung stellen zu können.

Kosten und Klagen

  • Maßnahme:

    Das 14,7 Kilometer lange Autobahnstück ist der erste Bauabschnitt für die künftige sechsstreifige A3 zwischen den Anschlussstellen Nittendorf und Rosenhof.

  • Kosten:

    Der Bundesverkehrswegeplan 2030 nennt für den Abschnitt vom Autobahnkreuz Regensburg bis Rosenhof bisher einen Finanzaufwand von etwa 155 Millionen Euro.

  • Klagen:

    Gegen das Projekt liegen drei Klagen vor. Bei zwei davon geht es um Lärmschutzforderungen, bei der dritten um die Existenzgefährdung eines gewerblichen Betriebs.

Der Neubau der 17 Brücken wird auch im Umfeld der Autobahn für viele Baustellen sorgen. Wie der Verkehr dort fließen soll, ist noch weitgehend offen. Die Planungsreferentin der Stadt Regensburg, Christine Schimpfermann, erklärte auf Anfrage, dass die Stadt im Herbst den Bauablauf mit der Autobahndirektion abstimmen und entsprechende Ausweichrouten festlegen werde. Einen konkreten Ablaufplan, wann und wo Sperrungen und Umleitungen notwendig werden, gebe es noch nicht. Dass es zu Einschränkungen kommen wird, ist laut Schimpfermann unvermeidlich. „Man wird die Auswirkungen der Bauarbeiten schon merken.“

Lesen Sie auch: Bei einer Anhörung im November fragten nicht nur die lärmgeplagten Burgweintinger: Wie belastend wird das mit zwei weiteren Fahrstreifen?

Auch die Stadt profitiert langfristig

Der Autobahnausbau habe für den städtischen Verkehr langfristig auch Vorteile. So werden nach Schimpfermanns Angaben beim Neubau der Brücken beispielsweise der Unterislinger Weg oder die Markomannenstraße im Brückenbereich verbreitert, wovon auch die Radwegsituation profitieren werde. Bei solchen Erweiterungen wird sich die Stadt an den Kosten der Brückenbauwerke beteiligen. Auch das Landratsamt betont, dass man sich mit der Autobahndirektion und den anderen Baulastträgern abstimmen werde. Ein konkretes Konzept sei erst möglich, wenn klar ist, wann welche Teilmaßnahmen realisiert werden.

Wichtig sind nach Angaben von Pressesprecher Hans Fichtl die querenden Brücken. Wenn eine Brücke neu gebaut wird, dann müsse die Umleitung gewährleistet sein, es dürften also nicht zwei wichtige oder nebeneinanderliegende Brücken gleichzeitig in Arbeit sein. Als positiv wertet Fichtl, dass es immer nur um die Umleitung des querenden Verkehrs gehen wird, weil der Autobahnverkehr nicht ausgeleitet wird und damit auch nicht das Straßennetz in der Umgebung belastet.

Eine Maßnahme, die im Vorfeld läuft, ist bereits bekannt: Das Staatliche Bauamt wird die Brücke über die A3 zwischen Neutraubling und Barbing und deren Anschlussbereiche demnächst aufrüsten, um deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Später erhält diese Brücke einen vierspurigen Ersatzbau.

Die Hauptschlagadern der Oberpfalz: Wie die Autobahnen A3 und A93 die Region prägen, lesen Sie in unserem Multimedia-Dossier.

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