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Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Untersuchung

Der Grabtest musste sein

Die Stadt Wörth vergab die Arbeiten an ein externes Unternehmen. Von den 470 Grabmälern wackeln nur 17. Diese müssen repariert werden.
von walter schiessl, mz

Ivan Ebers beim Grabtest. Foto: lch

wörth.Die Grabsteinprüfung, die die Stadt in der vorletzten Woche machen lassen hat, sorgt weiter für Aufregung. Denn eine stattliche Anzahl von Wörthern ist sauer, dass sie vom Ergebnis der Untersuchung zuerst durch einen Aufkleber auf dem Grabmal erfahren hat. Zwischenzeitlich hat sich auch Herbert Weißmüller, Innungsmeister, zu Wort gemeldet: „Eine Grauzone gibt es immer!“ Auf alle Fälle sei aber die von den Wörther gemachte Messmethode mittels eines Kipp-Test-Geräts die besser Variante, denn auf diesem Weg gibt es einen Prüfbericht für jedes Grab. Da sei man relativ auf der sicheren Seite, merkt der Innungsmeister an.

Die Grabtests sind alle Jahre vorgeschrieben. Gefordert werden sie in den Unfallverhütungsvorschriften des Gartenbaus. Die Stadt Wörth hatte, weil es immer wieder Ärger gab, wenn der Bauhof die Tests machte, vier Unternehmen angeschrieben, um die Tests fachmännisch und von „außen“ machen zu lassen. Ein Straubinger Bestatter bekam den Auftrag, die 470 Gräber im Wörther Gottesacker zu untersuchen. 800 Euro wurden dafür verlangt, was aus der Stadtkasse entrichtet wird.

„Wir haben keinen Spielraum“

Zu Beanstandungen gaben knapp 50 der Grabmäler Anlass. „16 Grabbesitzer bekamen deshalb Briefe, in denen sie darauf hingewiesen wurden, dass ihre Steine wackelig sind“, sagte Stadt-Kämmerer Alfred Schweikl, etwa 30 andere Besitzer erhielten Hinweise, dass deren Gräber zwar noch nicht reparaturbedürftig sind, aber beim nächsten Test wohl an der Reihe sein werden.

„Wir haben hier keinen Spielraum“, sagt denn auch Alfred Schweikl. Der Kämmerer verweist auf die Unfallverhütungsvorschriften und auch darauf, dass die Stadt verklagt werden könne, würde sie auf die Tests verzichten. „Stellen Sie sich vor, es fände eine Beerdigung statt und ein Stein würde umkippen und auf Menschen fallen“, sagt er. Schon allein deshalb wurde die Untersuchung in Auftrag gegeben. In den Vorjahren wurde dies vom städtischen Bauhof durchgeführt, aber die Ergebnisse seien oftmals angezweifelt worden. Der Großteil der Betroffenen hat die Reparaturen dann schon machen lassen, erinnert sich der Kämmerer, aber geschimpft sei schon worden. Das wollte man eben mit der Untersuchung durch die Straubinger Firma umgehen.

Jeder Friedhofsträger, merkt der Innungsobermeister Herbert Weißmüller an, sei verpflichtet, die Steine auf ihre Standfestigkeit zu prüfen. Eine Ausnahme gibt es nur bei Grabmälern, die kürzer als drei Monate stehen. Die Tests mit den Geräten seien auf alle Fälle besser als die Handtests. Denn man müsse pro Stein etwa mit 50 Kilo rütteln, das gehe in der ersten Reihe noch ganz gut, lasse aber bei 300 bis 400 Gräbern dann immer mehr nach. „Das ist fast wie im Fitnessstudio“, sagt Weißmüller.

Die Dübelgröße ist vorgeschrieben

Aber auch die Tests mit dem Gerät seinen nicht hundertprozentig, meint der Innungsmeister. Denn eine Grauzone gebe es auch in der Frage, ob man den Stein schnell reparieren lassen soll oder nicht. Dies sei bisweilen ebenso strittig wie die Frage, ob der Steinmetz zum Abdichten eher Zement oder eher Silikon verwenden solle. Auch für diese beiden Massen gebe es Für und Wider. Vorgeschrieben sei aber die Größe und Tiefe der Dübel, die den Grabstein auf dem Sockel halten sollen. „Da haben wir genaue Vorschriften“, sagt Weißmüller.

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