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Freitag, 19. Januar 2018 4

Fasching

Die Narren müssen sich sputen

Der 16. Wörther Gaudiwurm schlängelt sich schon in fünfeinhalb Wochen durch die Stadt. Für die Vorbereitung drängt die Zeit.
Von Walter Schiessl

Am 11. Februar werden die Wörther Narren wieder durch die Straßen der Stadt ziehen. Foto: Schiessl

Wörth.Die Zeit drängt. Denn in fünfeinhalb Wochen wird der 16. Wörther Faschingszug über die Bühne gehen. Organisiert wird der närrische Umzug, der alle zwei Jahre tausende von Besuchern anlockt, zum ersten Mal von der 27-jährigen Schriftführerin der Faschingsgesellschaft „Narradonia“, Bettina Dums. Diese kam schon im Alter von sieben Jahren zu den Wörther Faschingsfans und hat sich in den über zwanzig Jahren fest etabliert. Präsident Heinz Maier, der 2020 sein Amt abgeben will, sagt, man müsse jetzt die Jüngeren ranlassen, damit sie das Organisieren in Fleisch und Blut übergehen lassen können.

Örtliche Themen fehlen noch

Bettina Dums, die in der Endphase ihres Germanistik-Studiums angelangt ist, kann derweil schon eine hohe Zahl von Anmeldungen für den Wörther Faschingszug, der sich am 11. Februar ab 14.14 Uhr durch die Straßen der Stadt schlängeln wird, vermelden. „Bis jetzt haben schon 20 Vereine angekündigt, mitzuwirken“, sagt die Schriftführerin. Die Themen, die sie auf ihren Wägen zum Besten geben werden, seien allerdings bislang eher überregional angesiedelt. „Wir hoffen, dass noch einige örtliche Themen dazukommen“, sagt sie. Viele Wörther erinnern sich noch gut daran, wie vor zwei Jahren auf einem Wagen Bürgermeister Anton Rothfischers „Verlobung“ thematisiert wurde. „Kein Single mehr und Familie und Kinder müssen her“ wurde auf den Rücken der Bürgermeister-Figur geschrieben. Das hatte die Besucher köstlich amüsiert. Andere närrische Höhepunkte waren die Verwandlung von Thomas Nowitzki als „Rudolf Mooshammer“ oder Dieter Delp zum weisen Griechen. Die beiden Wörther hatten schnell die Lacher auf ihrer Seite und bekamen viel Sonderapplaus gezollt.

Wie schon beim letzten Umzug wird das Konfettiverbot für die Teilnehmer des Gaudiwurms bestehen bleiben. Das hatte die Stadt schon 2015 den Vereinen mitgeteilt. Dadurch soll vermieden werden, dass die Straßen nach dem Umzug aufwendig gereinigt werden müssen. Die bunten Papierpunkte stammen aus Abfällen aus der Papierindustrie und werden vor allem in Italien und den USA verwendet. Doch in Deutschland haben die Straßen- und Verkehrsbehörden strenge Vorschriften für die Anhaltung von Faschingszügen erlassen.

Der Bautrupp der Stadt Wörth hatte sich vor einigen Jahren zum letzten Mal mit dem Säubern der Straßen von Konfettis beschäftigen müssen. „Das war ein Riesen-Saustall“, erinnert sich Heinz Maier, der bis zu seiner Pensionierung dort angestellt war. Nötig wäre es gewesen, mit Staubsauern durch die Stadt zu laufen und die Kleinststeile mühevoll aufzusaugen. „Das hätte aber Unsummen verschlugen“, sagt Heinz Maier heute. Mit dem Verbot der Konfettis könnten die Verantwortlichen der „Narradonia“ gut leben. Anders sei das mit den Luftschlangen, die man vom Boden relativ gut wegkehren könne.

Bettina Dums hofft, dass sich noch einige Vereine zum Mitmachen entschließen. „Es werden sogar einige mit dabei sein, die wir noch nicht hatten“, lässt sie schon mal wissen. So würden zwei Zusammenschlüsse aus Mintraching mit von der Partie sein, die auf ihre heuer anstehende Festivität hinweisen wollen. Den Wörther Schwerpunkt werden wieder der TSV, die Gymnastikgruppe, die DLRG Wörth/Hofdorf und die Tiefenthaler FFW bilden. Faschingsgesellschaften aus Haselmühle, Friesheim und Frengkofen hätten sich ebenfalls schon angesagt.

800 Kilo Bonbons stehen bereit

Heinz Maier wiederum ist für das Bestellen der Bonbons, die die Narren unter das Volk werfen, zuständig. „800 Kilogramm werden wir kaufen“, lässt er wissen. 20 Kilo der Süßwaren gibt es für jede Vereinigung, die mitmacht. „Das soll eine kleine Anerkennung von uns sein“, sagt der Präsident, der 1988 sein Amt antrat und mit Ausnahme eines halben Jahres bei den „Narradonen“ stets den Ton angab. Mit dem Ende im Jahr 2020 werde er dann definitiv zurücktreten, kündigte der Präsident an.

Die Suche nach einem Nachfolger scheint bei den „Narradonen“ schon angelaufen. Es würden in nächster Zeit schon verstärkt Aufgaben übernommen werden müssen, um zu sehen, wie sich der Verein weiterentwickeln könne. Der Zusammenschluss, der sich nur der Pflege des Wörther Faschings verschrieben hat, zählt derzeit gut 180 Mitglieder. Für sie sei der Faschingszug, der alle zwei Jahre stattfindet, stets ein besonderer Höhepunkt, den es mit Akribie vorzubereiten gilt.

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