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Samstag, 2. Juli 2016 25° 8

Frust über „Schwarzgastronomie“

Gaststätten fürchten die Konkurrenz in Vereins- und Gemeindesälen. Oft werde dort das Rauchverbot ignoriert, kritisiert der Verband der Gastronomen.
Von Daniel Steffen, MZ

Das Feiern außerhalb von Gaststätten oder Bierzelten, also in Vereinsheimen und Gemeindesälen nehme überhand, kritisierte der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Donaustauf. Foto: MZ-Archiv

DONAUSTAUF.. Öffentliche Feiern in Gemeindesälen, in der Feuerwehr-Wache und an anderen markanten Plätzen – sie sind Gastronomen vor allen in ländlichen Gebieten zunehmend ein Dorn im Auge. Das beklagte der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf seiner Kreisversammlung im „Forsters Posthotel“ in Donaustauf. In die Kritik geriet, dass Ereignisse wie Tauffeiern in Feuerwehrhäusern abgehalten werden und bei vielen Veranstaltungen das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden offenbar missachtet werde. Diese „Schwarzgastronomie“ habe sich zu einer ernsthaften Konkurrenz entwickelt, sagte Bezirksgeschäftsführer Dr. Ulrich Korb. Auch der Begriff „Wettbewerbsverzerrung“ fiel am Dienstagnachmittag.

Gute Kontrollergebnisse

Aufmerksamkeit erregten die Ausführungen des Lebensmittelkontrolleurs Robert Hirn vom Kreisveterinäramt: Zur Freude der Gastronomen berichtete er, dass es zu „keinen massiven Verstößen gegen das Lebensmittelrecht“ gekommen sei. Allerdings werde häufig die Dichtung von Kühlvorrichtungen vernachlässigt, was zur Folge habe, dass die Dichtungen porös werden und sich dort schneller Verschmutzungen ansetzen.

Ulrich Korb ging auf die schriftliche Abfassung von Arbeitsverhältnissen ein: So sei es erforderlich, dass eine Probezeit von Angestellten und Auszubildenden in den Arbeitsverträgen erwähnt wird. Auch für „Aushilfen“und Teilzeitbeschäftigte müsse ein Vertrag in schriftlicher Form vorliegen, so Korb. Er munterte die Verbandsmitglieder dazu auf, die jungen Leute an die Hand zu nehmen, sich um gastronomischen Nachwuchs zu bemühen.

Nach seiner Auffassung sollten die Jugendlichen die breite Vielfalt des Gastronomie-Alltags kennenlernen und nicht mit einseitigen Tätigkeiten wie Kartoffelschälen vertröstet werden. Richtig sei auch, den jugendlichen Interessenten über Aufstiegsmöglichkeiten in der Branche zu erzählen. Zudem wies Korb auf einen „neuen Umsatzsteuererlass“ hin. Welche Speisen und Getränke mit sieben Prozent und welche mit 19 Prozent besteuert werden, sei diesem Erlass genau zu entnehmen. Angeschnitten wurde auch die Anhebung der Tarife für die Arbeitnehmer in der Gastronomie-Branche. So gebe es seit dem 1. April für alle Arbeitnehmer vier Prozent mehr Lohn – und für die Auszubildenden pro Monat 40 Euro mehr, erklärte Korb.

Dehoga-Kreisspitze bestätigt

Die Neuwahl des Kreisvorstands ging flott von der Bühne. So wurden Kreisvorsitzender Michael Scharff und seine Stellvertreter Anton Sperger und Markus Walter einstimmig wiedergewählt. Schriftführerin bleibt Konstanze Fehr, als Kassier macht Karl von Jena ebenfalls drei Jahre weiter. Die 23 anwesenden Wahlberechtigten votierten per Akklamation.

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