mz_logo

Landkreis
Mittwoch, 1. März 2017 3

Wahlkampf

Grüne fordern gemeinsame Kulturpolitik

Die Kreisverbände in Regensburg und im Landkreis fordern, dass der Kreistag mehr Geld zur Verfügung stellt. Ein Ziel: mehr Kultur außerhalb der Stadt.
Von Christof Seidl, MZ

  • Mit ganz unterschiedlichen Aktionen präsentierte sich der Landkreis 2009 mit der Reihe „Kultur in alten Mauern“. So ließ sich Priya Jagoda auf der Burg Kallmünz von der Musik inspirieren.Foto: MZ-Archiv/Neu
  • In St. Johann bei Pfatter gab es bei „Kultur in alten Mauern“ außergewöhnliche Kunstobjekte zu sehen. Foto: MZ-Archiv
  • Das Ensemble „Silva de Sirenas“ begeisterte im Rahmen der Reihe „Kultur in alten Mauern“ bei einem Klassik-Abend in der Kallmünzer Burgruine mit Opernmusik. Foto: MZ-Archiv/Lachmann

Neutraubling. Die Grünen machen Kultur zu einem zentralen Thema für die Stadt Regensburg und den Landkreis. Bei einer Versammlung des Kreisverbands Regensburg-Land der Grünen im Neutraublinger Ratskeller kündigten Landratskandidatin Maria Scharfenberg und OB-Kandidat Jürgen Huber ein gemeinsames Konzept für die Region an.

Scharfenberg verknüpft die künftige Entwicklung des Landkreises eng mit seinem kulturellen Angebot. Im Gespräch mit der MZ verwies sie auf die demografische Entwicklung im Landkreis mit deutlich mehr Sterbefällen als Geburten. Die 41 Gemeinden um Regensburg seien deshalb auf Zuwanderung von jungen Familien angewiesen. Dafür müsse es aber ein attraktives Kulturangebot geben. Nur ein „Wohlfühllandkreis“ sei für Menschen, die in die Region kommen, attraktiv.

Kulturetat unter 100000 Euro

In seiner Rolle als Kulturträger- und initiator hat der Landkreis nach Scharfenbergs Ansicht bisher versagt. Das zeige schon der Blick auf den Kulturetat. Der habe im Jahr 2013 nicht einmal 100000 Euro umfasst und da seien die Gelder für die Musikschulen schon inbegriffen. „Wir könnten uns wesentlich mehr leisten“, kritisierte die Kreisrätin der Grünen.

An Ideen mangele es nicht, betonte Scharfenberg. In Bayern gebe es Modellprojekte wie beispielsweise den Einsatz von professionellen Künstlern im Schulunterricht. Auf diese Weise ließen sich auch Landkreis-eigene Schulen als Kulturträger einbinden. Hessen habe 2007 eine Kooperation in Sachen Kultur zwischen der Metropole Frankfurt und den umliegenden Kreisen ins Leben gerufen, die inzwischen viel Lob erhalten habe. Und der Freistaat Sachsen regle den kulturellen Austausch zwischen urbanen Regionen und ländlichen Gebieten sogar per Gesetz.

Für den Landkreis Regensburg sehen Scharfenberg und der Regensburger OB-Kandidat der Grünen, Jürgen Huber, zwei Wege. So müsste Kultur aus der Stadt Regensburg ins Land getragen werden. Stadt und Landkreis könnten dazu gemeinsam anspruchsvolle Projekte entwickeln, die dann auch an Standorten im Landkreis präsentiert werden. Oder man könne beispielsweise die Regensburger Bühnen mit Hilfe von Theaterbussen in den Landkreis bringen.

Der andere Weg sei, die Kultur im Landkreis selbst besser zu fördern. Die Reihe „Kultur in alten Mauern“ habe 2009 gezeigt, dass es hier eine lebendige Kulturszene gibt. Solche Aktionen müsste der Landkreis aber fortlaufend organisieren. Die Menschen vor Ort seien bereit, sich bei derartigen Kulturaktionen einzubringen. Das wäre dann auch ein Stück weit Identifikation mit der Heimat, betonte Scharfenberg.

Kulturbeirat für den Landkreis

Die ehemalige Landtagsabgeordnete sagte, sie würde als Landrätin sofort einen Kulturbeirat ins Leben rufen, der entscheidet, welche Projekte im Landkreis gefördert werden, und auch selbst Konzepte ausarbeitet.

Huber, er ist von Beruf Künstler, geht von einem breit angelegten Kulturbegriff aus. Er stellt sich für die Region Regensburg eine Wende hin zu einer „Kreativwirtschaft“ vor, die vielfältige Arbeitsplätze bietet und so unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen wird. Dazu gehöre auch ein Kulturbegriff, der über den reinen Konsum von Kulturangeboten wie Theater, Konzerten oder Ausstellungen hinausgeht.

Der OB-Kandidat der Grünen stellt diese Kulturformen nicht infrage, auch Brauchtum und Denkmalpflege hätten zweifellos ihre Berechtigung. Sein Ziel sei aber eine Kulturpolitik, die viele Bereiche der Gesellschaft erreicht, die Menschen miteinbezieht und so zum Lernfeld für eine moderne Welt wird.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht