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Donnerstag, 21. September 2017 19° 2

Projekt

MINT-Girls machen sich auf zum Mond

Beim Projekt „Moon Walk“ von Universität und OTH schnuppern 17 Schülerinnen Forscherluft – auch in der Sternwarte und am DLR.
Von Louisa Knobloch, MZ

Auch diesmal werden die Teilnehmerinnen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen besuchen. Vom humanoiden Roboter Justin waren die Schülerinnen 2014 fasziniert. Foto: Knobloch

Regensburg.Zumindest auf dem Foto ist die Mondlandung der MINT-Girls Regensburg schon perfekt: Statt der amerikanischen Flagge steht neben dem Astronauten eine Fahne mit dem Logo des gemeinsamen Projekts von Universität und Ostbayerischer Technischer Hochschule (OTH) Regensburg. Doch auch wenn die 17 Schülerinnen, die am Freitagabend zum Projektauftakt an die OTH gekommen sind, nicht wirklich zum Erdtrabanten fliegen – eine spannende Zeit steht ihnen in den nächsten Monaten auf jeden Fall bevor.

Schülerinnen bauen selbst Roboter

Die 17 Teilnehmerinnen am Projekt „Moon Walk“ mit den Frauenbeauftragten Prof. Christine Süß-Gebhard und Prof. Susanne Modrow sowie den Projektleitern Dr. Stephan Giglberger und Armin Gardeia. Foto: Knobloch

„Moon Walk“ heißt das zweite große Projekt der MINT-Girls. Nach der erfolgreichen „Mars-Mission“ vom vergangenen Jahr wollen Armin Gardeia, der Leiter der Jungen Hochschule an der OTH, und Dr. Stephan Giglberger, der Leiter des Regensburger Schülerlabors an der Fakultät für Physik der Uni, wieder junge Frauen für MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – begeistern. Den roten Faden des Projekts bildet eine virtuelle Reise zum Mond. In Vorlesungen, Workshops und bei Experimenten bekommen die Schülerinnen das nötige Rüstzeug dafür an die Hand – von der für einen Mondflug nötigen Technik über optische Spektroskopie bis hin zu autarken Energiesystemen. Die Termine finden in der Regel am Freitagnachmittag oder am Wochenende statt.

Beim ersten MINT-Girls-Projekt testeten Sophia, Rebecca und Klara ihren Roboter am DLR. Diesmal sollen die Teilnehmerinnen eine eigene Mondlandschaft bauen. Foto: Knobloch

Besonders freuen sich viele der Teilnehmerinnen darauf, selbst einen kleinen Roboter zu bauen und zu programmieren. Dieser wird später in einer ebenfalls selbst gebauten Mondlandschaft getestet und muss dort bestimmte Aufgaben erfüllen. Als Kooperationspartner ist diesmal die Volkssternwarte Regensburg mit im Boot. Dort dürfen die Schülerinnen selbst Aufnahmen des Mondes anfertigen.

Auch diesmal werden die Teilnehmerinnen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen besuchen. Im dortigen Raumfahrtkontrollzentrum kann man viel über die ISS lernen. Foto: Knobloch

Im Herbst besuchen die Teilnehmerinnen dann das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. „Das war das absolute Highlight“, sagt Sophia Weigert, die als ehemaliges MINT-Girl zusammen mit Vroni Schmid zum Auftakt von ihren Erfahrungen berichtete. Schmid war vor allem von den Einblicken ins Columbus-Kontrollzentrum der ISS fasziniert. Die junge Frau, die ab Herbst an der Uni Regensburg Physik studieren will, wird als Mitglied im Verein der Freunde der Sternwarte die MINT-Girls bei der Erstellung der Mondfotos begleiten.

Der Mond, das unbekannte Wesen

Wie wichtig es ist, junge Frauen für MINT-Fächer zu gewinnen, verdeutlichten die Frauenbeauftragten von OTH und Uni, Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard und Prof. Dr. Susanne Modrow. Denn in den technischen Fächern ist der Frauenanteil oft noch gering – in Mechatronik liegt er Süß-Gebhard zufolge nur bei 5,2 Prozent. MINT-Absolventen seien auf dem Arbeitsmarkt aber gefragt. „Das Projekt ist eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob ein MINT-Studiengang für Sie interessant wäre“, so Süß-Gebhard.

Den Schülerinnen eine fundierte Studien- und Berufsorientierung zu ermöglichen und sie an die Wissenschaft heranzuführen, sieht auch Armin Gardeia als wesentliche Ziele des MINT-Girls-Projekts. Mit falschen Vorstellungen über den Mond räumte Prof. em. Wolfgang Gebhard in seinem Vortrag „Der Mond, das unbekannte Wesen“ auf. So erfuhren die Schülerinnen etwa, dass der Mond nur zwölf Prozent der Sonnenlichts reflektiert – die Erde aber 30 Prozent.

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