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Hilfsaktiion

Ohne Operation muss sie sterben

Der Pfatterer Franz Eisenschink und Pater Moses wollen der 18-jährigen Deborah aus Ghana helfen. Der drohende Tod verschlang den Lebenstraum.
Von Antonie Biederer, MZ

Die 18-jährige Deborah leidet unter einer tödlichen Herzkrankheit. Ohne Operation wird sie sterben. Foto: lto

PFATTER. Wem eine tödliche Krankheit diagnostiziert wurde, dem entschwindet in einem Moment die Zukunft. Jede Minute könnte die letzte sein, nicht gelebte Träume werden bereut, manche Chancen sind für immer verbaut.

Als der heute 18-jährigen Deborah Ayete ein Herzfehler bescheinigt wurde, der ohne Operation zu ihrem baldigen Tod führen wird, brach für sie und ihre Familie ein Traum zusammen. Denn für die begabte Schülerin aus ärmsten Verhältnissen wäre ein Ausweg aus der Verelendung offen gestanden.

Eine brillante Schülerin

„Deborah ist eine brillante Schülerin mit einer strahlenden Zukunft. Ihre Hoffnung war es, Ärztin zu werden“, schreiben die Lehrer über das aufgeweckte Mädchen, das heuer ihr Abschlussjahr hätte. „Mein Traum schwindet dahin. Meine Gesundheit wird zunehmend schlechter, ich verbringe die meiste Zeit im Krankenhaus und verpasse dadurch sehr viele Unterrichtsstunden“, beschreibt die junge Frau selbst ihre Lage.

Die 18-Jährige leidet unter dem so genannten angeborenen „Atriumseptumdefekt“ (ASD), volkssprachlich auch „Loch im Herzen“ genannt. Die Ärzte müssten sie am offenen Herzen operieren, um ihr Überleben zu gewährleisten.

Operation kostet 10.000 Euro

Die Kosten für diesen Eingriff betragen allerdings 10.000 Euro. Für die Hälfte aufzukommen hat sich die Ghana-Herz-Stiftung angeboten. 5000 Euro sind aber für die Familie der Jugendlichen eine Unmöglichkeit aufzubringen, da der Vater nur eine winzige Ananasfarm bewirtschaftet und die Mutter nur wenige Cent durch den Verkauf von Ohrringen verdient. Verwandte, Freunde und Schulkameraden müssten in dem Entwicklungsland hilflos mit ansehen, wie die junge Frau stirbt.

Vor kurzem kam Pater Moses, ein Steyler Missionar, der erst neulich in Pfatter zwei Vorträge und Messen gehalten hatte, die Begebenheit zu Ohren. Als Gründer der Stiftung „Regentropfen“ erklärte er: „Ich kann nicht dabeistehen und zusehen, wie das junge Mädchen stirbt“.

Schnelle Hilfe ist nötig

Er selbst wuchs in Ghana als Kind armer Eltern auf und konnte nur Dank eines Stipendiums und unmenschlicher Arbeit in den Diamantenminen studieren. Deshalb will er sich für die Menschen seiner Heimat einsetzen, bietet ihnen Hilfe zur Selbsthilfe, gründet Schulen, unterstützt die Schüler mit Zuschüssen und schafft Lehrstellen von Handwerksberufen.

Als Mitarbeiter bei den Steyler Missionaren hörte auch der Pfatterer Franz Eisenschink von dem Fall und begann, sich für das Mädchen einzusetzen: „Wir hatten vor sechs Jahren schon einen ähnlichen Fall in unserer Partnergemeinde Kottar in Indien. Als wir auf den kleinen Jungen mit seinem Herzfehler aufmerksam machten, kamen so viele Spenden zusammen, dass gleich zwei Kindern das Leben gerettet werden konnte, die andernfalls gestorben wären.“

Für das Überleben einsetzen

Wichtig sei hierbei immer sofortige Hilfe. Wenn wir zu lange warten, dann könnte es zu spät sein, erklärt er. Seit vielen Jahren schon arbeitet er für die Missionare, indem er die Ehrenamtlichen betreut und verwaltet, die die Missionszeitschrift „Stadt Gottes“ in den Pfarreien verteilen. Dank der geringen Kosten können die überschüssigen Beträge an die Missionare in Entwicklungsländern verteilt werden.

Bei den Steyler Missionaren lernte Franz Eisenschink auch Pater Moses kennen, der sich besonders für das Überleben der Menschen in Ghana einsetzt. „Vor zwei Jahren habe ich ihn zum ersten Mal getroffen und ich war sofort fasziniert von seiner Herzensgüte, der Lebensfreude und seiner enormen Energie“, erinnert sich der Pfatterer.

Seitdem organisieren die beiden die Missionssonntage in verschiedenen Pfarreien. Gemeinsam hoffen sie nun, auch die 18-jährige Deborah vor ihrem sicheren Tod zu bewahren.

Die Stiftung ‚Regentropfen

Als Pater Moses, ein Steyler Missionar und Gründung der Stiftung „Regentropfen“, auf den tragischen Fall der herzkranken Deborah aufmerksam wurde, wollte er der jungen Frau nicht tatenlos beim Sterben zusehen.

Das Spendenkonto

Für das Mädchen wurde deshalb ein Spendenkonto eingerichtet, da ihre Familie für die benötigten 5000 Euro nicht aufkommen kann. Wer spenden will kann das an die Steyler Bank, Konto 11009, BLZ 38621500. Als Zweck soll angegeben werden: „Pater Moses – Herz-OP Debora“.

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