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Donnerstag, 28. Juli 2016 27° 1

Kriminalität

Rattengift: Hundebesitzer bangen

In Barbing geht die Angst um: Innerhalb kurzer Zeit mussten zwei Tiere in der Klinik behandelt werden. Ein vergifteter Hund starb.
Von Philipp Seitz, MZ

  • Eine Flasche mit Rattengift. Ein unbekannter Täter hat offenbar in Barbing mehrere präparierte Giftköder ausgelegt. Foto: dpa
  • Andrea Brunner mit ihrem vierbeinigen Liebling. In der Gemeinde Barbing geht derzeit die Angst vor Ködern mit Rattengift um. Foto: Seitz
  • Hund Spencer wurde vergiftet und starb. Foto: privat

Barbing.Hund „Spencer“ ist tot. Diese Nachricht verbreitete sich am Wochenende wie ein Lauffeuer durch den Ort Barbing. Die Olde English Bulldogge wurde nur zwei Jahre alt. „Der Nierenwert von Spencer war erhöht, was für eine Vergiftung spricht“, erzählt die Besitzerin des 33 Kilogramm schweren Hundes, Christina Lang. Der kleine Vierbeiner war vielen Barbingern gut bekannt: Auf Anweisung von seinem Herrchen Daniel Lang, dem künftigen Trainer der Barbinger Fußballherren, gab Spencer gerne „High-Five“ und klatschte gekonnt mit seiner Pfote ein. Bei den Spielen des Barbinger Sportverein war Spencer natürlich auch fast immer mit von der Partie – und bellte bei Toren der Barbinger Sportler. Dieses Bellen wird nun für immer fehlen.

Vor elf Monaten hatten Daniel und Christina Lang den Vierbeiner, der kein Listenhund ist, erhalten. Die Familie sozialisierte Spencer und schickte ihn regelmäßig in die Hundeschule. „Unser Hund war überall mit dabei“, erinnert sich Christina Lang. Bis zuletzt war Spencer ein richtiges Energiebündel: Am Mittwoch tobte er sich am Barbinger Damm, am Donnerstag entlang des Sarchinger Weihers munter aus.

Spencer wurde eingeschläfert

Doch am Samstag endete das Hundeleben von Spencer, der gerade ins Jugendalter gekommen wäre, abrupt und viel zu früh. Mit schweren Krämpfen, Panikattacken, Durchfall und Fieber wurde der Hund am Donnerstag in die Tierklinik eingeliefert. Doch Spencers Gesundheitszustand sollte sich nicht mehr verbessern. Stündlich ging es dem Hund schlechter. Er wurde ins Koma versetzt, und musste nach einem Atemstillstand beatmet werden. Um den Vierbeiner von den Qualen zu erlösen, wurde er am Samstag eingeschläfert.

Ähnliche Erfahrungen machte Andrea Brunner, die mit ihrem sechs Jahre alten Yorkshire Terrier am Samstag am Barbinger Donaudamm unterwegs war. „Von Sonntag auf Montag ging es dem Hund immer schlechter“, berichtet sie. Sofort eilte sie mit ihrem Vierbeiner zum Tierarzt und ins Tierklinikum. Ihr Vierbeiner hatte Glück: Am Montagabend war er zwar noch sehr geschafft, aber außer Lebensgefahr. Der Arzt stellte eine Cumarinvergiftung fest, deren Auslöser Rattengift sein könnte. Wütend und aufgeregt ist Herrchen Andrea Brunner noch immer: „Ich traue mich nicht mehr mit dem Hund spazieren zu gehen“, klagt sie. Sie mag sich nicht vorstellen, was ihrem Hund noch hätte passieren können: „Ohne meinen Hund geht gar nichts. Er fühlt mit und weiß, wenn es mir schlecht geht.“

Gemeinde warnt die Bevölkerung

Nun wollen Brunner und Lang die Hundebesitzer rund um Barbing warnen. In Kürze möchten sie Warnhinweise auf den Informationstafeln der Dörfer anbringen. Auch die Gemeinde informierten sie umgehend. Barbings Bürgermeister Hans Thiel zeigte sich ebenfalls sehr besorgt: „Wir bitten alle Bewohner, Acht zu geben. Nicht nur für Hunde können die Giftköder gefährlich sein, sondern auch für spielende Kinder.“ Der Bürgermeister bittet die Bevölkerung, wachsam zu sein und Auffälligkeiten auch zu melden. Die Gemeinde hat die Polizei am Dienstag bereits verständigt.

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