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Landkreis
Sonntag, 10. Dezember 2017 11

Fahrzeug

Vorreiter der Elektromobilität

Wiesent setzt sich für den Energiewandel ein. Nun schaffe sie ein Fahrzeug für den Bauhof an, das mit Strom fährt.
Von Kerstin Hafner

  • Alfons Feldbauer (l.), Norbert Zach (r.) und Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher nahmen den Schlüssel von Peter Baur entgegen. Foto: Hafner
  • Bei den Elektromobilitätsmessen interessierten sich vor allem Familien für die Elektroautos. Archivfoto: lto

Wiesent.Das Thema E-Mobilität ist der Gemeinde Wiesent wichtig: Seit 2014 wurden drei vielbeachtete Elektromobilitätsmessen ausgerichtet und zehn Bürger der Gemeinde fahren bereits Stromautos. Die Bürgermeisterin selbst nutzt ein Hybrid-Auto. Nun nennt auch der Bauhof Wiesent wieder ein E-Fahrzeug sein Eigen, nachdem das Vorgängermodell seinen Dienst nicht mehr tun kann. Am Dienstag nahmen Bauhofleiter Alfons Feldbauer, sein Mitarbeiter Norbert Zach und Rathaus-Chefin Elisabeth Kerscher die Schlüssel für einen neuen voll elektrischen und als Kommunalfahrzeug ausgestatteten Nissan eNV200-Kastenwagen entgegen. Das Fahrzeug, das Peter Baur, Verkaufsleiter der Bücherl-Autohäuser, überreichte, erwarb die Gemeinde zum Preis von 27 000 Euro.

Reichweite von 170 Kilometern

Das Fahrzeug wird hauptsächlich in der Wasserversorgung eingesetzt, Wasserwart Tino Biederer wird es steuern. „Für die kurzen Fahrten im Gemeindegebiet ist so ein Stromer mit 24 KW/h-Batterie und einer Reichweite von 170 Kilometern gut geeignet. Uns entstehen da keinerlei Nachteile“, erklärte Feldbauer. „Im Gegenteil: Wir erzeugen ja mit unserer Fotovoltaik-Anlage auf dem Bauhof-Dach selbst grünen Strom.“ Sofern genug Sonne scheint – und wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm für die Ökobilanz des Wagens, denn seit dem Jahresbeginn sind sämtliche kommunalen Energieabnahmestellen in Wiesent auf Ökostrom umgestellt, berichtete die CSU-Bürgermeisterin, die seit 2010 im Amt ist.

Car-Sharing im Landkreis

  • Ende des Jahres

    o der Anfang 2018 ist eine Neuauflage mit einem standortgebundenen eCar-Sharing durch die Kommunale Energie Regensburger Land (KERL eG) geplant.

  • Das Projekt der KERL eG

    ist im August 2017 ausgelaufen. Insgesamt wurden mit den zwei BMW i3 und dem VW e-Golf über 90 000 km zurückgelegt und das ganz ohne Unfälle.

  • 18 Landkreiskommunen,

    das Landratsamt Regensburg, die VHS Regensburger Land, zwei ambulante Pflegedienste und unzählige Bürger/-innen konnten die E-Autos testen. (lkh)

„Wir haben in der Gemeinde Wiesent einen sehr aktiven Arbeitskreis Klimaschutz und schon vor Jahren ein Klimaschutzkonzept mit Leitlinien entwickelt, die unter Federführung unserer Klimaschutzmanagerin Manuela Zirngibl Schritt für Schritt umgesetzt werden.“ Ein wichtiger Baustein für die gewünschte CO2-Einsparung sei natürlich die E-Mobilität. „Auf unserer letzten E-Messe haben wir aber bewusst auch die Bereiche Energiespeicherung und -gewinnung mit einbezogen. Hier hat sich in den letzten Jahren technologisch viel getan und wir wollen einen kompletten Umdenkprozess fördern“, sagt Kerscher.

Es sei daher logisch gewesen, ein E-Auto anzuschaffen, sobald ein Fahrzeug der öffentlichen Hand ersetzt werden musste. „Wenn das nächste fällig ist, wird auch dieses durch ein Stromauto ersetzt. Das ist unser Kurs für die Zukunft“, so Kerscher. Die Rede ist dabei von Pkws. Peter Baur lobte: „Ich finde es gut, dass die Gemeinde das, was sie vorgibt zu sein, auch wirklich lebt.“ Er empfahl kleinen Kommunen, sich zusammenzuschließen und gemeinsam E-Autos anzuschaffen. „Es gibt ja ein EU-Förderprogramm ab fünf Fahrzeugen, diese Zahl erreicht aber eine kleine Gemeinde nicht, deswegen könnte man doch kooperieren. Wäre das nicht mal ein Gedanke, den man beim nächsten Gemeindetag erörtern sollte?“

In 30 Minuten auf 80 Prozent

Der neue Kastenwagen basiert auf der Technik des Nissan Leaf, dem meistverkauften E-Auto weltweit. Eine dreitägige Testphase und die Herstellergarantie bis 160 000 Kilometer hat die Bauhofangestellten und die Rathauschefin überzeugt. In elf Stunden ist die Batterie voll geladen mit Strom vom Dach des Bauhofs. „Wenn es rascher gehen muss, gäbe es auch noch einen Schnell-Lader, damit lädt man die Batterie in einer halben Stunde zu 80 Prozent“, so Baur. Auf die Ladefläche passen zwei Europaletten, der Laderaum beträgt 4,2 Kubikmeter. Das sollte für die Wasserversorgungsfahrten ausreichen.

Die Gemeinde Wiesent hat am eCar-Sharing-Modell des Landkreises teilgenommen und das damals zur Verfügung gestellte Leihfahrzeug nicht nur für kommunale Fahrten genutzt, sondern auch den Bürgern zum Ausprobieren gegeben. Der Andrang war so groß, dass Bürgermeisterin Kerscher mitmachen möchte, wenn es demnächst eine Neuauflage gibt.

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