mz_logo

Regensburg-Land
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Politik

Der Markt Laaber wird wachsen

Der Bürgermeister möchte Ortsansässige bei der Baulandvergabe berücksichtigen. Der Fußgängerweg zum Bahnhof kommt.
Von Peter Pavlas

Die Sanierung des Marktplatzes ist für alle Fraktionen ein wichtiger Punkt für das Jahr 2018.

Laaber.Die Erschließung von Baugebieten und der Ausbau der Versorgung der Ortsteile mit Glasfaser-Breitbandkabeln sind nur zwei der Projekte, die 2017 auf der Agenda der Laaberer Verwaltung standen, und sie werden es auch dieses Jahr noch tun. Die Vertreter der politischen Gruppierungen im Marktrat würdigen teils kritisch die geleistete Arbeit und skizzieren gegenüber der MZ ihre Vorhaben für 2018. Einig sind sich alle darin, dass der Marktplatz umgestaltet werden soll. Kontrovers wird das Baugebiet an der Schernrieder Straße beurteilt.

„Den oberen Teil des verbreiterten Rad- und Wirtschaftsweges im Labertal konnten wir schon eröffnen“, resümiert Bürgermeister Hans Schmid. Beim Abschnitt zwischen der Hartlmühle und dem Schrammlhof sei die Kommune derzeit noch in Verhandlungen mit Grundbesitzern.

Aushub für Lärmschutz nutzen

Im Baugebiet Kirchberg/Schernrieder Straße werden 2018 bis zu 15 Bauherren damit beginnen, Wohnraum zu schaffen. Nachdem im westlichen Landkreis keine Deponie für den Erdaushub mehr verfügbar sei, solle das Material dafür verwendet werden, den Lärmschutzwall an der Autobahn bei Bergstetten zu schaffen. Die Gemeinde sei dabei, den Grunderwerb dafür zu regeln, Vorentwürfe für das Bauwerk seien schon vorhanden.

In Waldetzenberg soll 2018 die Ausschreibung des Kanalbauprojektes im Bereich der Buchenstraße und der Eichenstraße erfolgen. In die Kläranlage sei mittlerweile eine Vorrichtung eingebaut worden, die das im Abwasser enthaltene Phosphat ausfällt.

Das war 2017 noch los

  • Veranstaltung:

    Ein privat organisiertes Kunstfestival bayrischer und böhmischer Künstler zog viele Besucher an. Bürger öffneten ihre Erdkeller, Stadel oder Werkstätten als Ausstellungsräume.

  • Verwirrung:

    Für kurzzeitige Irritationen sorgte der Umstand, dass im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft unter der Postleitzahl 93164 mehrere Straßenbezeichnungen doppelt vorkommen.

  • Natur:

    Der dichte Bewuchs des Burgfelsens wurde entfernt. Seit dem letzten Rückschnitt vor sechs Jahren hatten sich Knöterich und tiefwurzelnde Robinien ungestört ausgebreitet.

  • Kultur:

    Der Förderkreis sorgte mit seinen Produktionen für ein abwechslungsreiches Programm in der Schulaula, im Roloff-Stadel oder in der Hirschenstuben-Höhle im Wald hoch über der Laaber.

Gerade entsteht im Süden das Baugebiet „Großetzenberg-West“. 2018 sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Rund 18 Parzellen werden geschaffen. Bei der Vergabe der Bauplätze sollen nach einem Punktesystem besonders ortsansässige Bewerber berücksichtigt werden. Auf diese Weise wolle man es jüngeren Leuten leichter machen, im vertrauten Umfeld wohnen zu bleiben.

Der Straßenbau im Ortsteil Ried sei bereits ausgeschrieben. Fußgänger aus der Nordsiedlung werden in Zukunft den Bahnhof durch einen Fußweg bequemer erreichen können. Der Bau wurde schon in Auftrag gegeben.

Von einem schnellen Internet können wohl im nächsten Jahr auch diejenigen Bürger profitieren, die in den bisher unterversorgten Gegenden wohnen. Die Glasfaser-Breitband-Versorgung will der Markt in diesen Bereichen weiterhin vorantreiben. Der Bescheid aus Berlin liege schon vor. Auch ein Netzkonzept für die Verlegung von Leerrohren soll erstellt werden. Das kündigt Bürgermeister Schmid an.

Oliver Engl, Sprecher der SPD-Fraktion, lobt das Engagement der Schulleitung, besonders auch bei der Integration der Flüchtlingskinder. „Das trägt sicherlich zum Erhalt des Schulstandortes Laaber bei,“ so Engl.

Laaber soll barrierefreier werden

Viele im Haushalt eingeplante Investitionen seien aber nicht umgesetzt worden. Das Rathaus müsse behindertengerecht werden. „Diese und weitere verschobene Investitionen führen zu einem enormen Anstieg der Rücklagen, ohne jedoch auf Dauer den hohen Anforderungen an eine moderne Kommune gerecht zu werden.“ Im nächsten Jahr wolle sich die SPD-Fraktion besonders um die Sanierung des Marktplatzes kümmern, um die Parkplatzsituation und um barrierefrei nutzbare Gehwege.

Dieses Vorhaben steht auch bei den Grünen weiterhin auf dem Programm, präzisiert Richard Sturm. „Trotz des bereits 2015 vom Marktrat angenommenen Bürgerbegehrens zur Marktplatzgestaltung gibt es immer noch keinerlei Planung.“ Das Neubaugebiet an der Schernrieder Straße habe man auch aus verkehrstechnischen Gründen abgelehnt.

Die Regenrückhaltebecken am Fuß des Baugebiets seien nach Meinung der Fraktion nicht in der Lage, einem schweren Unwetter zu trotzen.

„Wir wollen Laaber für die Zukunft rüsten, unter anderem durch die Baugebiete an der Schernrieder Straße und in Großetzenberg.“

Stefan Scheuerer, CSU.

Stefan Scheuerer (CSU) sagt: „Wir wollen Laaber für die Zukunft rüsten, unter anderem durch die Baugebiete an der Schernrieder Straße und in Großetzenberg.“ Die sprudelnden Steuereinnahmen würden es erlauben, ein neues Feuerwehrfahrzeug zu erwerben oder den Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. Im nächsten Jahr möchte die CSU auch die ihrerseits eingebrachten Anträge zur Errichtung einer E-Bike-Ladestation am Marktplatz sowie die Fertigstellung von kostenfreien WLAN-Hotspots an zentralen Bereichen im Gemeindegebiet umsetzen.

Mittelfristig sei der Fraktion auch die Neugestaltung des Marktplatzes ein großes Anliegen. Dabei wolle man vor allem auch die Wünsche und Anforderungen der älteren Mitbürger berücksichtigen.

Von den Freien Wählern und den CWLU lagen bei Redaktionsschluss keine Stellungnahmen vor.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht