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Regensburg-Land
Samstag, 20. Januar 2018 3

Eigenheim

Geisling: Straßenhöhen passen nicht

Die Bauherren des neuen Baugebiets kämpfen mit einem großen Problem. Der Höhenunterschied zu den Grundstücken ist zu hoch.
Von Hans Biederer

Deutlich erkennbar ist der Höhenunterschied zwischen der Straßenoberkante und dem neuen Baugebiet in Geisling. Foto: Luft

Geisling.Die 16 ausgewiesenen Bauplätze in Geisling gingen so rasch weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln. Für die 16 Parzellen auf dem 3530 Quadratmeter großen Areal im neuen Baugebiet Kirchweg/1. Erweiterung hatten weitaus mehr Bewerber Interesse gezeigt, als Bauplätze vorhanden waren. Im April begannen die Bauarbeiten der Stichstraßen im südlichen und nördlichen Bereich. Ein Einfamilienhaus im südwestlichen Bereich ist bereits fertig errichtet.

Gemeinderatsmitglied Gerd Zirngibl teilte während der letzten Gemeinderatssitzung mit, dass die errichteten Straßen offensichtlich viel zu hoch über den ursprünglichen Grundstücksflächen liegen würden. Dadurch bekämen die neuen Grundstücksbesitzer beim Bau ihrer Häuser Probleme. Das war seine Befürchtung. Eine Vertiefung des angesprochenen Themas erfolgte jedoch in der Dezembersitzung nicht.

Nun hat sich eine Bauherrin in einem offenen Brief sowohl an den Bürgermeister als auch an die Gemeinderäte gewandt. Diese stieß während des Genehmigungsverfahrens im Landratsamt aufgrund der zu hohen Straßen auf die bereits angesprochenen Probleme, was zu einem vorläufigen Stopp ihres Bauvorhabens führte. Es stellte sich bei Gesprächen mit dem Landratsamt heraus, dass für die Höhenberechnung der Häuser zwar die im Bebauungsplan eingezeichneten Bezugspunkte auf Straßenniveau verwendet werden dürften, dass ansonsten aber noch die derzeitig vorhandenen Geländehöhen gelten. „Und diese liegen bis zu 125 Zentimeter niedriger, obwohl im Notarvertrag neue Höhenlagen zugesichert wurden“, erklärt die Bauherrin gegenüber der MZ. Somit könne keine Garage mit drei Metern Höhe an die Grenze gebaut werden. Der Unterschied zum jetzigen Gelände, also mehr als ein Meter, müsse mitgezählt werden.

Das Problem

  • Stellungnahme:

    Bürgermeister Jürgen Koch verweist auf Nachfrage ganz deutlich auf den rechtskräftigen Bebauungsplan. Trotzdem wird diese Angelegenheit am Dienstag im Rahmen einer nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung im Beisein des Architekten thematisiert und eine Entscheidung gesucht.

  • Lösungsvorschlag:

    Die Bauherrin sieht als Möglichkeit, dass die notariell festgelegten Geländehöhen im Bebauungsplan flächendeckend für Haus und Garage nachträglich aufgenommen werden. Somit wären die Überschneidungspunkte aller Grundstücke gleich hoch, sodass keine Stützmauer errichtet werden müsste.

Weiter erläuterte sie, dass die Häuser zudem nicht so nah an die Grenze gebaut werden können, weil der zusätzliche Höhenunterschied dazu addiert werden müsse. „Dazu kommt, dass bei Verwendung der jetzigen Grundstückshöhen Stützmauern zu den Nachbargrundstücken erstellt werden müssten, falls der Nachbar seine Parzelle nicht auffüllt. Stützmauern sind aber laut Bebauungsplan gar nicht erlaubt“, führte die Bauherrin weiter an. Warum die Straße mit über einem Meter Unterschied zum Urgelände gebaut wurden, kann sie sich nicht erklären.

In ihrem Schreiben ist auch die entsprechende Passage über die festgelegten Geländehöhen aus dem Notarvertrag enthalten. Demnach wurde der Käufer über die festgelegten Höhen informiert und zusätzlich eine Geländehöhe für die Garagen festgesetzt. „Es stellte sich jedoch heraus, dass diese im Bebauungsplan nicht verankert sind und daher baurechtlich nicht gelten“, zeigte sie sich verwundert. Mit ihrem Antrag möchte sie erreichen, dass die notariell zugesicherten Höhen in den Bebauungsplan aufgenommen werden.

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