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Montag, 25. September 2017 19° 5

Straßenbau

Anwohner müssen Lärm ertragen

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Zeitlarn strapaziert die Bürger. Im Oktober wird die neue Eisenbahnbrücke „eingeschoben“.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Zeitlarn läuft derzeit auf Hochtouren, die B15 ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Fotos: Strasser
  • Die Straße erhält auf einer Strecke von ca. 2,4 Kilometern eine neue Asphaltschicht, die sich lärmmindernd auf den Verkehr auswirkt. Die Gesamtkosten betragen 800000 Euro. Das Ende der Baumaßnahme ist auf den 9. September terminiert.

Zeitlarn.Roter Kreis auf weißem Grund: Durchfahrt verboten. Seit dem 23. August gilt für den überörtlichen Verkehr die Sperrung der Ortsdurchfahrt von Zeitlarn, die Gemeinde wird zur Großbaustelle.

Es sind zwei Maßnahmen, die derzeit im Fokus des Staatlichen Bauamts und der Bundesbahn stehen. Und beide sind miteinander verzahnt. Zum einen saniert der Staat auf einer Länge von 2,4 Kilometern mit einem lärmmindernden Fahrbahnbelag die Ortsdurchfahrt. Und zum andern nähert man sich am Ende des Orts mit Siebenmeilenstiefeln dem Kernstück der neuen B15, der Erstellung und der Umsetzung der Bahnbrücke.

Doch das Zentrum von Zeitlarn stöhnt unter der Last der aktuell angelaufenen Straßensanierung. Baumaschinen und schwere Lastkraftwagen, die fast schon im Minutentakt abgefrästes Asphaltmaterial abtransportieren, dominieren die B15. Lange Schlangen bilden sich vor den beiden Ampeln, die den Verkehr über die halbseitige Sperrung leiten. Lärm ja, Behinderung ebenso, Staubentwicklung eher weniger. Man ist bemüht, mit Kehrmaschinen zumindest diese Beeinträchtigung auf ein Minimum zu reduzieren.

Was im Detail passiert

Da es keine geeigneten Umleitungsstrecken gibt, werden die Straßenbauarbeiten mittels halbseitiger Sperrung im Ampelbetrieb durchgeführt. Für den überörtlichen Verkehr wird die Ortsdurchfahrt in Zeitlarn gesperrt. Für die Anwohner ist eine eingeschränkte Durchfahrt möglich.

Zwar existiert eine Sperrung, doch für die Anwohner ermöglicht man eine eingeschränkte Durchfahrt. Für die Anlieger habe man sich auf eine Ampellösung geeinigt, der Rest muss sich auf weiträumige Umleitungsstrecken bewegen. Was im Detail passiert: Zunächst werden zehn Zentimeter des bestehenden Asphaltoberbaus abgefräst, anschließend eine acht Zentimeter starke Asphaltbindeschicht und ein spezieller lärmmindernder Dünnschichtbelag aufgetragen. Die Durchführung hat man bewusst auf die Sommerferien verlegt, wegen des „geringeren Verkehrsaufkommens“, betonen die Verantwortlichen beim Staatlichen Bauamt. Ebenso bewusst hat man den Zeitraum vor die Fertigstellung eines langjährigen Projekts gesetzt, den Ausbau der B15 und den Bau der neuen Bahnbrücke.

Die Bundesstraße wird seit Ende März 2016 auf einer Länge von einem Kilometer ausgebaut. Bis zur Fertigstellung im Herbst 2018 werden rund zehn Millionen Euro investiert. Nach Fertigstellung der Bahnbrücke erfolgt von Oktober bis Dezember der Lückenschluss der B15 unter der neuen Bahnbrücke.

„Die B15 wird dadurch ja attraktiver und damit wird es auch mehr statt weniger Verkehr geben“, sagte Landrätin Tanja Schweiger, die sich vor Ort mit MdL Sylvia Stierstorfer vom Fortschritt beider Baustellen informierte. Mehr Verkehr bedeutet auch höhere Belastung für den Menschen. Deshalb habe man sich für die Lärmreduzierung mittels Flüsterasphalt entschieden. Bürgermeister Franz Kröninger wirbt für Verständnis. „Wir müssen jetzt 14 Tage lang bis zum 9. September mit dem Lärm und den Beeinträchtigungen leben, aber dafür bekommen wir eine leisere Straße.“

Weiter in Richtung Regenstauf stellen die Projektmanagerin des Staatlichen Bauamts, Kerstin Daller, und Dipl.-Ing Matthias Scheibner von der Deutschen Bahn die Fortschritte Bahnbrücke und B15 vor. „Wir sind im Zeitplan“, stellte Bauoberrätin Daller fest, „auch wenn wir im Zuge der B15-Trasse auf über 700 Bodendenkmäler gestoßen sind. Diese archäologischen Funde haben zu Verzögerungen geführt, doch das haben wir wieder aufgeholt.“

Man ist also auf gutem Weg, die neue B15 liegt schon im neuen Bett, Teile der B15 und der künftigen Gemeindeverbindungsstraße „Mühlhof/Neuhof“ sind ebenfalls bereits erstellt. Seit 10. April ist die Baustelle fest in der Hand der DB Netz AG, wie Scheibner vor dem imposanten Bauwerk, das neben der Gleisstrecke Regensburg-Weiden erkennbare Formen angenommen hat, erwähnte. „Natürlich entsteht die Brücke parallel zur Bahnlinie, die Züge müssen ja fahren, der Schienenverkehr soll während der Bauzeit aufrechterhalten werden.“ Bis Ende September will man mit dem Brückenwerk fertig sein.

Ein exakter Zeitplan steht

Die neue Bahnbrücke entsteht derzeit auf einer Fläche neben der bestehenden Bahnlinie. Innerhalb von fünf Tagen wird sie von dort auf ihren neuen Standort verschoben. Diese aufwendige Maßnahme wird voraussichtlich am Samstag, 7. Oktober, stattfinden.

„Dann wird es knackig“, lächelte Scheibner. Im Rahmen einer nur fünftägigen Sperrpause für den Schienenverkehr ab Freitag, 6. Oktober, wird das alte Bauwerk abgebrochen und das neue Bauwerk auf seinen tatsächlichen Standort verschoben. „Dafür haben wir einen exakten Zeitplan. Am 6. Oktober fangen wir um 1 Uhr in der Nacht an und enden am 11. Oktober um 4.10 Uhr. Wir haben also 123 Stunden und zehn Minuten Zeit.“ In dem genau durchgetakteten Rahmen werden 120 Meter Gleis neu verlegt, 12000 Kubikmeter Erdreich bewegt, die alte Brücke abgerissen und die neue Brücke um 47 Meter verschoben.

„Wobei das Highlight der Maßnahme wohl nur zwei Stunden dauert“, betonte Scheibner. So lange braucht es, um eine Brücke auf hydraulischem Weg zu verschieben. Damit beginnt die Zeit des Lückenschlusses“, ergänzte Daller, bis zum Einbruch des Winters wolle man fertig sein, „um die Sperrungen auf ein Minimum begrenzen zu können.“

Kosten: Etwa zehn Millionen Euro

2018 plant man mit dem letzten Ausbau in Richtung Neuhof, ebenso mit der Fertigstellung des Geh- und Radwegs. Insgesamt werden dann etwa zehn Millionen Euro an Haushaltsmitteln für die B15 verbaut sein. Der Stein, der vom Herzen des Bürgermeisters fällt, ist auch an diesem Informationstermin zu hören. „Ich bin froh, dass diese Maßnahme jetzt endlich fertig wird, schließlich haben wir schon viele Jahre dafür gekämpft, um das gefährliche Nadelöhr an dieser Stelle zu entschärfen.“ Es habe sich gelohnt, sich in München dafür einzusetzen, erwähnte Sylvia Stierstorfer. „Das bedeutet mehr Sicherheit, eine Engstelle weniger. Ich bin gespannt, wie das alles dann aussieht.“

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