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Politik

Baugebiet: Steht alter Stadel im Weg?

Die Ausweisung des Wörther Areals „Am Brand“ stößt erneut auf ein Problem. Jetzt wird ein neuer Standort für Geräte gesucht.
Von Walter Schiessl, MZ

  • Kommt der Schindler-Stadel an einen anderen Standort? Der Stadtrat wird über die Verhandlungen dazu informiert. Fotos: Schießl
  • Unmittelbar im Anschluss an das Blindfenster soll das Baugebiet entstehen.

Wörth. Die Idylle auf dem Areal hinter dem Blindfenster könnte schöner nicht sein. Dort steht mitten in grünen Wiesen ein Holzgebäude, das alle Wörther Schindler-Stadel nennen. Das alte Gebäude ist schön, beherbergt aber im Inneren einige Maschinen, für die der Besitzer einen Ersatzplatz braucht. Und genau deshalb gibt es seit längerem einen Zwist mit der Stadt.

Unterstellplatz für die Maschinen

Es hat schon mehrere Gespräche zwischen Stadt und dem Eigner des Stadels gegeben. Letzterer betreibt noch eine Landwirtschaft im Nebenerwerb, bewirtschaftet noch eine Wald- und kleinere andere Flächen. „Da brauche ich natürlich einen Platz für meine Maschinen“, sagt der Wörther, dessen Vater an der Taxisstraße schon eine Landwirtschaft betrieben hat. Dieser hatte in den 60er Jahren den Stadel gegen eine Verkleinerung seines Hofes eingetauscht. „Der Stadel stand bis dahin auf dem Petersplatz bei einem Wörther, der eine kleine Landwirtschaft hatte“, weiß der heutige Besitzer.

Zuvor soll er in Tiefenthal auf dem Hof eines Landwirts platziert gewesen sein. „Einen Stadel kann man immer ab- und aufbauen, die Bretter werden nur durch ein paar Schrauben und Nägel zusammengehalten“, sagt der Agrarier, der schon lange mit der Stadt in Verhandlungen wegen eines neuen Standorts ist. Bislang offenbar noch ohne Erfolg, denn der Besitzer hat noch keine definitive Antwort auf die Lösung seiner Probleme.

„Wegen mir müsste der Stadel auch nicht bleiben“, so der Nebenerwerbslandwirt weiter. Für ihn täte es auch eine Unterstellhalle, in der er seine Gerätschaften unterbringen könnte. Auf die Frage, ob eine Kompromisslösung schon gefunden sei, sagt der Agrarier: „Nein, ich weiß nichts davon!“ Zwar habe es unlängst ein Gespräch zwischen Stadtspitze und dem Staatlichen Bauamt gegeben, aber da sei sein Antrag, die Einfahrt des Baugebietes um zehn Meter zu verschieben, verworfen worden. „Dadurch hätte ich den Stadel an einem anderen Standort gut erreichen können“, sagt er. Die Ablehnung des Plans, der wohl das Staatliche Bauamt zugestimmt hätte, sei ein starkes Stück gewesen.

Der Mann ist einer der sieben Grundstücksbesitzer, denen die Flächen gehören, auf denen das 1,8 Hektar große Baugebiet für gut 150 Häuser und einen Kindergarten mit Kinderkrippe möglichst bald ausgewiesen werden soll. Die Vertragsunterzeichnung zwischen ihnen und der Stadt sollte im Winter über die Bühne gehen, war inoffiziell aus dem Wörther Rathaus zu hören.

Doch zuvor müssen zumindest für den Wörther Agrarier die Voraussetzungen dafür geschaffen sein. Ist dies der Fall, könnten die nächsten Schritte mit den weiteren Beschlüssen getätigt werden. Beobachter gehen davon aus, dass der Punkt „Standort für den Stadel“ in der nichtöffentlichen Stadtratssitzung am heutigen Donnerstag debattiert wird. Komme man zu einem Abschluss, stehe dem weiteren Fortgang nichts mehr im Wege.

Der Weg zum neuen Baugebiet, für das der Kreistag das Areal aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen hat, ist noch weit. Bei der Stadtratssitzung im September könnte nach den Plänen des Bürgermeisters und der Verwaltung der Bebauungsplan als Satzung beschlossen werden. Eine öffentliche Auslegung würde folgen und nach deren Ende wäre der Plan dann endgültig rechtskräftig.

Häuserbau ab 2020 geplant

Dann müsste sich die Verwaltung mit dem Stadtrat an die Erschließungsmaßnahmen machen. Auch das nimmt eine lange Zeit in Anspruch, gelte es doch viele Rechtsvorschriften und Fristen zu berücksichtigen. Laufe alles nach Plan, könnte mit den Arbeiten von Straßen- und Leitungsbau im Herbst nächsten Jahres begonnen werden. Mit dem Bau der ersten Häuser ist dann 2020 zu rechnen, sagt Bürgermeister Anton Rothfischer, dessen Amtszeit im gleichen Jahr endet.

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