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Samstag, 25. November 2017 4

Infrastruktur

Bürger fordern Entlastung der Straßen

In Regendorf und Zeitlarn stört der Schwerlastverkehr. Anwohner sprechen sich für Beschränkungen für LKW aus.
Von Ralf Strasser, MZ

Der Verkehr im Ortsteil Laub nahm seit der Sperrung der B 15 deutlich zu. Das wurde in der Bürgerversammlung besprochen. Foto: Strasser

Zeitlarn. Bürgermeister Franz Kröninger war auf Bürgertour. Drei Ortsteile – eine Botschaft: Uns geht es gut, das ist positiv. 7,8 Millionen Euro stehen im Verwaltungshaushalt zur Verfügung, 5,8 Millionen Euro im Vermögenshaushalt, auf der „hohen Kante“ hat man 11,6 Millionen Euro, die Schulden stehen schon seit Jahren auf „Null“. „Wir sind in einer komfortablen Lage, aber die Herausforderungen sind hoch, allein der Hochwasserschutz wird uns mit 9,5 Millionen Euro in der nächsten Zukunft beschäftigen.“

Für jede Flurnummer finanziere damit die Gemeinde 37 000 Euro, rechnete der Bürgermeister vor. Kröninger dröselte im Detail auf, für was man Geld ausgeben muss oder möchte, erklärte geplante Investitionen wie Rathaus, Hochwasserschutz, Feuerwehr, Grunderwerb oder Kinderbetreuung und blickte mit den Augen auf dem Flächennutzungsplan in die Zukunft (die Mittelbayerische Zeitung berichtete). Und er sprach vom Siedlungsdruck. „Regensburg zählt hier neben München zu den teuersten Gemeinden im Freistaat, und wir im Speckgürtel gehören dazu.“ Umso wichtiger sei deshalb, den Fokus auf die sicherlich nicht einfache Entwicklung von Wohnbebauung zu legen, so der Bürgermeister. Auch der Verkehr sei in diesem Zusammenhang ein Problem.

Gutachten soll Lösungen bieten

Dies hatten auch die Bürger beim anschließenden „Jetzt-Red-I“ erkannt und hakten beim Thema Verkehr nach. Etwa in Regendorf, bei dem weniger der Kreisverkehr im Fokus stand, sondern vielmehr die im Ort parkenden Lkw zum Ärgernis werden. „Wir kümmern uns darum“, versprach Kröninger. Das will man auch in Laub. Dort nimmt der Lkw-Verkehr trotz Verboten, Einschränkungen und Umleitungshinweisen bedrohliche Formen an, monierten die Anwohner. „Wenn sich die Sattelzüge bei der Gaststätte Rothammer begegnen, dann hilft nur noch beten.“ Die Polizei kontrolliere verstärkt, mehr könne sie nicht machen, so Kröninger.

Auch in Zeitlarn beherrschte der Verkehr die Diskussion. Wir sollten uns starkmachen für eine Tonnagensperrung bei der Ortsdurchfahrt, um so den Schwerlastverkehr über die Autobahn zu leiten, forderte Dr. Harro Lührmann. „Da sagt die Bundesstraßenverwaltung ‚Nein‘, das haben wir schon beantragt“, informierte der Bürgermeister. Die Grundrichtung, die sich in der Bürgerversammlung abzeichnet, war klar: „Wir brauchen eine großzügige Umfahrung“, kommentierte ein Bürger, „wenn wir schon auf Platz zwei hinter München stehen, dann brauchen wir auch eine Umfahrung wie bei München.“ Insgesamt benötige der Norden Regensburgs Entlastungen. Dem Anklagepunkt „wir saufen hier ab“ gab Kröninger Recht. „Die Entlastung verfolgen wir schon lange.“ Im Übrigen sei ein Verkehrsgutachten in Arbeit und liege demnächst mit allen Lösungsmöglichkeiten auf dem Tisch. Dass ein Gesamtkonzept realisiert werden müsse, stand außer Zweifel, die Bedenken lagen nun bei der Umsetzung.

Zur Verlängerung des Odessa-Rings bemerkte Altbürgermeister Fritz Meng: „Der überregionale Verkehr belastet uns seit 25 Jahren. Da ist der Bund gefordert, aber im Bundeswegeplan passiert nichts.“ In Laub stellte sich die Frage, was man kurzfristig tun kann, um während der B 15-Sperrung (bis spätestens 23. Dezember) den Ausweichverkehr aus dem Ort zu halten. „Das muss man prüfen“, erklärte Kröninger. „Verkehrsberuhigungsmaßnahmen müssen mit der Verkehrsbehörde abgestimmt werden.“

Hochwasserschutz ist in Planung

In der Zeitlarner Straße wurden vor der Sperrung der Bundesstraße auf sieben Tage etwa 4500 Fahrzeuge gezählt. Diese Zahl schnellte mittlerweile bis auf 8000 Fahrzeuge nach oben. „Uns bleibt da nur, die Polizei zu bitten, verstärkt zu kontrollieren.“

Thema war zudem der Hochwasserschutz. In Regendorf laufen die Planungen. Bürger und Gemeinderat wurden von Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt informiert. Aber warum passiert in Zeitlarn nichts? Ist der Hochwasserschutz hier schon gestorben?, wollte ein Zeitlarner wissen. „Natürlich nicht“, erklärte Kröninger. „Der Antrag für das Planfeststellungsverfahren liegt im Landratsamt, der Gemeinderat hat die Tektur genehmigt.“ Die Verzögerungen hätten sich aus den erweiterten Schutzmaßnahmen zu Grundwasser ergeben. Sie seien nun in den Plänen berücksichtigt.

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