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Dienstag, 21. November 2017 5

Geschichte

Burg Wolfsegg soll lebendiger werden

Nach 28 Jahren erfährt das Museum in dem Gemäuer eine Neugestaltung. Die Dauerausstellung wird auf Familien ausgerichtet.
Von Christof Seidl, MZ

Das Museum der Burg Wolfsegg wird im Winter auf Basis eines wissenschaftlichen Konzepts erneuert. Foto: Kuratorium Burg Wolfsegg

Wolfsegg.Es ist der letzte Sommer für das „alte“ Museum in der Burg Wolfsegg. Im Winter soll die Sanierung der Anlage abgeschlossen werden, die zu den touristischen und kulturellen Highlights im Landkreis Regensburg zählt. Das Burgmuseum erhält dann ein neues Konzept: Mehr als 28 Jahre nach seiner Eröffnung wird es erweitert, aktualisiert und umgestaltet.

Die geplanten Maßnahmen gliedern sich in die Bereiche Gestaltung des Außenbereichs am Burgberg, Instandsetzung und Ausstattung des Hollnbergerhauses, teilweise Umgestaltung des Burghofs und anliegender Gebäude und die Neugestaltung der Dauerausstellung. Außerdem sollen die Anlagen für Brandschutz, Überwachung und Alarmierung modernisiert werden.

Der Investitionsbedarf ist hoch

Das an die Burg angelehnte Hollenbergerhaus soll künftig, so sieht es das neue Museumskonzept vor, die Kasse sowie ein Büro, weitere sanitäre Einrichtungen und einen Lagerraum beherbergen. Diese Baumaßnahme sei inzwischen weitgehend abgeschlossen, hieß es in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses des Kreistags.

Noch in Arbeit ist ein wissenschaftliches Feinkonzept für das Burgmuseum, das auch eine innenarchitektonische Planung enthält. Es soll in den nächsten Wochen vorliegen. Auf seiner Basis werden das Höhlen- und das Burgmuseum neu konzipiert. In den 14 Räumen, die dafür zur Verfügung stehen, wird es weiterhin vor allem um das Leben auf einer Oberpfälzer Burg gehen.

Nach Beginn der nächsten Winterpause im Oktober soll die Neugestaltung der Dauerausstellung über die Bühne gehen. Für die praktische Umsetzung sind neue Vitrinen, Informationstafeln, 3-D-Modelle und Medienstationen sowie eine grafische Aufbereitung erforderlich. Auch die Bestandsertüchtigung der technischen Anlagen im Burgmuseum soll in den Wintermonaten erfolgen. Im kommenden Jahr sind dann die Gestaltung und die Ausstattung der Außenanlagen an der Reihe. So wird es künftig auch außerhalb der Öffnungszeiten Information zur Burg und zu den Burgensteigen geben.

Neue Bühne und Tribüne

Veränderungen sind dann auch im Bereich des Burghofs geplant. Bühne und die Tribüne werden erneuert. Beides soll künftig ästhetisch verträglicher gestaltet werden und zumindest zum Teil auch abbaubar sein.

Bühne und Tribüne sollen bei der Erneuerung ästhetisch verträglicher gestaltet werden. Foto: tk

Im Kulturausschuss bezeichnete Dr. Thomas Feuerer, der Kulturreferent des Landkreises, die Burg Wolfsegg als „wichtigen kulturellen Leuchtturm“. Bei der Neugestaltung der Ausstellung gehe es vor allem darum, die Inhalte lebendiger zu präsentieren. Wenn die Burg im Mai 2018 wieder ihre Pforten öffne, verfüge sie über ein „runderneuertes Museum“.

Ein Museum für Familien

In der Diskussion regte Dr. Eva Schropp (Grüne) einen Museumsführer in einfacher Sprache an. Feuerer meinte dazu, dass es für die weiteren Medien für das Burgmuseum noch keine konkreten Pläne gebe. Grundsätzlich gehe der neue Ansatz von einem Familienmuseum aus. Es sei daher das Ziel, die Informationen in der Ausstellung zu verschlanken. Es werde keine meterlangen Texte geben. Ein Flyer mit einfach gehaltenen Kurzinformationen sei sicherlich sinnvoll.

Die Landkreisverwaltung legte in der Sitzung die veranschlagten Kosten für die gesamte Burgsanierung vor. Sie belaufen sich laut Finanzierungsplan auf insgesamt 1,075 Millionen Euro. 627000 Euro davon sollen als Zuschüsse öffentlicher Geldgeber wieder hereinkommen. 150000 Euro kommen vom Kulturfonds Bayern, 67000 Euro steuert der Bezirk Oberpfalz bei, 50000 Euro die Bayerische Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen und 100000 Euro die Bayerische Landesstiftung. 260000 Euro sollen über das europäische Förderprogramm LEADER hereinkommen. Das Kuratorium Burg Wolfsegg e.V. verfügt als Träger der Burganlage über Eigenmittel in Höhe von 115000 Euro, den Rest deckt eine Spende der Sparkasse Regensburg in Höhe von 333000 Euro ab.

Nach Angaben der Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer hat der Kulturfonds des Freistaats in Aussicht gestellt, dass in den kommenden Jahren weitere 30000 Euro für das Burgmuseum folgen könnten. Für die Neugestaltung der Dauerausstellung im Winter wird der Landkreis über einen Folgeantrag nochmals LEADER-Mittel beantragen.

Führungen und Theater

  • Sonntag, 2. Juli:

    Familientag mit Burgcafé, Kasperltheater sowie Kinderführungen, Verkleiden, Basteln

  • Samstag, 15. Juli:

    Theaterpremiere: Das Wolfsegger Kindertheater spielt „Jorinde und Joringel“. Weitere Vorstellungen am 16., 21., 22. und 23. Juli.

  • Samstag, 29. Juli:

    Die Raith-Schwestern und da Blaimer präsentieren bayerische Volkslieder und Sagen unter dem Motto „Wisst’s wou mei Hoamat is“.

  • Sonntag, 6. August:

    „Eine Reise in die Wolfsegger Unterwelt“ – Blick auf die Tropfsteinhöhle unter der Burg

  • Samstag, 12. August:

    Freiluft-Konzert mit „De 3 Andern“

  • Dienstag, 15. August:

    Wanderung und Führung mit Gerhard Besenhard und Alexander Spitzer

  • Freitag, 18. August:

    Das Pielenhofener Tanztheater zeigt „Salome“ nach Oscar Wilde.

  • Samstag, 19. August:

    Das Pielenhofener Tanztheater zeigt „Salome“ nach Oscar Wilde.

  • Sonntag, 3. September:

    Kräutertag mit Petra Ostermeier; außerdem Kasperltheater und Burgcafé geöffnet.

Ein Blick auf das Mittelalter

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