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Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Tanzkurs

Damit keiner über seine Füße fällt

Vor dem Kathreintanz gibt es Nachhilfe im Volkstanz. So ist der Spaß beim Schottischen und Zwiefachen sicher.
Von Sabine Norgall, MZ

Tobias Lehner zeigt mit seiner Mutter, Doris Lehner, verschiedene Tanzfiguren, wie man sie im Volkstanzkurs noch schnell vor dem Kathreintanz am 18. November einüben kann. Foto: Norgall

Regenstauf.Tobias Lehner, Vorsitzender des Heimat- und Volkstrachtenvereins Stamm freut sich heute schon auf den Kathreintanz am 18. November in der Gaststätte der Jahnhalle in Regenstauf: „Endlich wieder ein Abend, an dem man die ganze Zeit rundtanzen kann.“ Schon bei der ersten Neuauflage des Kathreintanzes durch den Trachtenverein im vergangenen Jahr war der Andrang so groß, dass längst nicht alle, die einen Platz reservieren wollten, auch einen bekamen. Heuer dürfte der Besuch ähnlich gut werden. Es gibt, hat Tobias Lehner beobachtet, wieder einen Trend zum Volkstanz. Bei entsprechenden Angeboten sei der Saal zumeist voll besetzt.

Neuer Trend: „Boarisch furtgehen“

Auch im vergangenen Jahr war der Kathreintanz schon gut besucht. Archiv-Foto: Geipel

Die Leute kommen um zu tanzen, sich zu unterhalten oder einfach nur, um der Blasmusik zuzuhören, sagt Lehner. Und weil die traditionellen Tänze mittlerweile wieder so beliebt sind, diese in den üblichen Tanzkursen aber nicht angeboten werden, erfüllt Lehner gerne die Anfrage, die vielfach an ihn herangetragen wurde: Einen Kurs für den traditionellen Volkstanz.

Tobias Lehner freut sich schon auf den Kathreintanz. Foto: Norgall

Ein Ausspruch, den er kürzlich für die Volkstanzabende gehört hat, gefiel ihm besonders gut: „Baorisch Furtgehen“. In Niederbayern oder auch in der Amberger Gegend hätten solche Tanzveranstaltungen, die jetzt auch in der Oberpfalz wieder ein breiteres Publikum anziehen, eine ungebrochene Tradition, sagt Lehner. Als Kreisheimatpfleger für Volksmusik ist er viel unterwegs. „Die Leute, die dort fortgehen, die können tanzen.“

Kreisheimatpfleger Tobias Lehner lobt die „gute Kombination, wenn die örtliche Blasmusik, die Regenstaufer Musikanten, und der örtliche Trachtenverein zusammenarbeiten, um das Brauchtum zu bewahren. Foto: Kapelle

Beim Kathreintanz in Regenstauf werden, wie bereits im vergangenen Jahr, die Regenstaufer Musikanten aufspielen. Bei den Tanzkursabenden im Balkensaal des Kultur- und Mehrgenerationenhauses wird Tobias Lehner selbst mit seiner „Steirischen“ den Takt vorgeben. Der Tanzkurs, sagt Lehner, sei wirklich für alle geeignet.

Schnelles Erfolgserlebnis

Auch einfache Figurentänze werden eingeübt. Foto: Norgall

Der Einstieg am ersten Abend wird ganz klassisch mit dem Walzer sein. Lehner: „Da hat dann jeder gleich ein Erfolgserlebnis.“ Es folgen der Schottische, bei dem zweimal abgetreten wird, der Rheinländer, die Polka und am Schluss auch einfache Figurentänze. Der Boarische wird auch als „Auseinander- wieder zam“ betitelt. Getanzt wird dabei in einem gemütlichen Zweivierteltakt.

Ein bisschen anspruchsvoller wird es zumeist, weiß Lehner, beim Zwiefachen. Der dabei notwendige schnelle Wechsel zwischen dem Dreiviertel-Walzertakt und dem Vierviertel-Drehertakt bringt bei manchen Tänzern gelegentlich einen Knoten in die Füße. Tobias Lehner hat es immer wieder gerne als Musikant am Rande der Tanzfläche beobachtet: „Den Zwiefachen, den tanzen alle immer gerne, egal, ob sie es nun können oder nicht.“

Über vermeintlich erforderliche Vorkenntnisse rät Tobias Lehner allen, die Spaß am Tanzen haben, sich nicht dem Kopf zu zerbrechen. „Das Ganze hier ist ja kein Tanzsport. Die Geselligkeit steht im Vordergrund.“ Dazu gehören unter anderem auch die Tanzspiele, die dazu gedacht sind, die Leute miteinander zum Tanzen und ins Gespräch zu bringen. Ein Beispiel dafür ist etwa der Lawinenwalzer: Ein Paar fängt an, trennt sich und holt immer weitere Tänzer auf die Tanzfläche. Und wer den Tanzkurs absolviert hat, der weiß, dass es bei den Volkstänzen oft dazu gehört, den Text mitzusingen.

Nach dem Volkstanzkurs gehts beschwingt zum Kathreintanz des Heimat- und Volkstrachtenvereins Stamm. Video: Norgall

Wer in die Volkstänze hineinschnuppern will, kann dies an den drei Probeabenden ganz unverbindlich tun. Da Tobias Lehner dabei von Mitgliedern aus dem Heimat- und Volkstrachtenverein unterstützt wird, ist es auch gar kein Problem, wenn jemand ohne Partnerin oder Partner teilnimmt. Bei den Tanzkursen findet sich für jeden ein Tanzpartner. Außerdem, schmunzelt Lehner, hätten sich beim Tanzen schon viele künftige Paare kennengelernt.

Eine Kleidervorschrift gibt es weder für den Kathreintanz noch für den Tanzkurs. Auch wenn die Mutter von Tobias Lehner, Doris Lehner, sagt, dass man sich in einem Dirndl mit den entsprechenden Tanzschuhen doch gleich ganz anders bewegt.

Bei den zweiten und dritten Tanzkursabenden, kündigt Lehner an, werde das, was man zuvor gelernt hat, nochmals wiederholt. Bislang haben sich bereits 18 Personen für den Tanzkurs angemeldet. Auch Jugendliche sind dabei. Die Teilnahme an dem Tanzkurs ist kostenlos. Für seine Brauchtumsarbeit würde sich der Verein allerdings über eine kleine Spende freuen. Beim Kathreintanz kostet der Eintritt sechs Euro. Anmeldung dafür ist in der Gaststätte „Deutsche Eiche“.

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