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Montag, 20. November 2017 11

Jubiläum

Die Bücherei ist kein stiller Ort mehr

In 40 Jahren hat sich die Bibliothek gewandelt – von einem Platz zum Lesen zu einem „Ort der Begegnung und Kommunikation“.
von Petra Schmid, MZ

Hier spielt die Musik – in der Bücherei wird nicht nur gelesen. Sie wird zu einem „Ort der Begegnung und Kommunikation“. Foto: Petra Schmid

Obertraubling.Die Gemeinde- und Pfarrbücherei in Obertraubling gibt es seit 40 Jahren. Aus der kleinen örtlichen Bibliothek, die im Pfarrheim angesiedelt war, ist ein moderner, großzügig eingerichteter Ort geworden, der in der ganzen Großgemeinde geschätzt wird. Zum runden „Geburtstag“ feierte man zwei Tage lang.

Den Auftakt gab ein kleiner Festakt, vor allem für das engagierte Team um Leiterin Angelika Biermeier, um den ehrenamtlichen Einsatz hervorzuheben und zu belohnen. Am anschließenden Sonntag lud die Bücherei zum „Tag der offenen Tür“ mit zahlreichen Aktionen ein.

Ein Feuerwehrauto vor der Tür

Die Lesebegeisterten jeden Alters aus der Großgemeinde folgten der Einladung zahlreich und nutzten das breitgefächerte Angebot. Es kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass die kleinsten Kunden ein Feuerwehrauto nicht nur im Bilderbuch entdecken, sondern vor dem Eingang zur Bücherei besichtigen konnten. Wie geschickt sie mit den Händen sind, bewiesen die Kinder, die beim Origamifalten mitmachten und stellten schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, wie es aussieht.

Im MZ-Interview sprach Büchereichefin Angelika Biermeier vor zwei Jahren über das Angebot ihrer Bibliothek

Die jungen Bastler nahmen es mit Humor und wagten unter der Anleitung von Sigrid Platzeck einen neuen Versuch. Die Eltern schmökerten in aller Ruhe in Büchern, während die Kinder bastelten und schminkten. Viele der Besucher machten einen Abstecher ins „Bücherei-Café“ und probierten die selbst gebackenen Kuchen.

Wer sich in der Bücherei umsah, konnte fast nicht glauben, dass dort, wo die Bücherregale stehen, am Abend zuvor beim Festakt, die vielen Gäste Platz gefunden haben. Das Rätsel ist schnell gelöst, die Regale haben nämlich „rollende Beine“ und können rasch zur Seite geschoben werden.

Ursula Pusch (links), Leiterin der Diözesanstelle, überreichte den Lesefuchs Felix an die Bücherei-Leiterin Angelika Biermeier. Foto: Petra Schmid

Der Stolz auf ihre Bücherei war den Teammitgliedern beim Festakt anzusehen. Freilich ist niemand mehr im Team, der von Anfang an dabei ist. Leiterin Biermeier und ihre Kollegin Platzeck gehören der Mannschaft am längsten an. Bei ihrer Festansprache betonte Biermeier: „Früher war eine Bücherei ein Ort um Bücher auszuleihen, heute ist es ein Ort der Begegnung und Kommunikation.“ Nicole Renner an der Querflöte und das Vokalquartett umrahmten die Jubelfeier.

Die Bücherei Obertraubling

  • Öffnungszeiten:

    Dienstag von 8.30 bis 10.30 Uhr Bücherei-Café und von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Donnerstag von 16 bis 18.30 Uhr und Sonntag ist von 9.30 bis 11.30 Uhr Ausleihe möglich.

  • Elektronische Medien:

    Es können Medien wie eBooks, eAudio, eZeitschriften über Leo-Süd jederzeit Online ausgeliehen werden. Nutzbar sind diese Medien für Smartphone, Tablet oder auch am PC.

  • Literaturkreis:

    Wichtig ist im Literaturkreis die Freude am Lesen, Zuhören und Diskutieren. Treffpunkt ist jeweils mittwochs um 19.30 Uhr. Bei dem Treffen am 8. November wird „Fräulein von Scuderi“ behandelt.

Pfarrer Helmut Brunner erklärte: „Wenn der Mensch mit Literatur Berührung kommt, erkennt er, dass ihm Flügel wachsen“. In der Bücherei Obertraubling seien „Engel“ mit solchen Flügeln tätig, denn sonst würden sie nicht alles in diesem Rahmen schaffen, lobte der Geistliche. Er freue sich schon, wenn in zehn Jahren der 50. Geburtstag gefeiert werde.

Auch Ursula Pusch, Leiterin der Diözesanstelle Sankt Michaelsbund und Reinhold Demleitner, Vertreter der Kreisarbeitsgemeinschaft sprachen dem Team der Bücherei ihre Anerkennung aus.

Bücherei eine „kluge Entscheidung“

Bürgermeister Rudi Graß freue sich das Jubiläum begehen zu dürfen, sagte er. Es sei vor 40 Jahren eine kluge Entscheidung gewesen, die Bücherei zu gründen, die sich seitdem zu einem wahren Erfolgsmodell entwickelt habe. „Die Erfolgsgeschichte der Bücherei ist noch lange nicht zu Ende, trotz der vielen neuen Medien, die in den vergangenen Jahren hinzugekommen und zur Konkurrenz geworden sind“, sagte Graß. Die Bücherei sei ein wichtiger Ort, wo auch das Zwischenmenschliche gepflegt werde.

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