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Montag, 20. November 2017 5

Verkehr

Donaubrücke wird drei Wochen gesperrt

Der Flussübergang nahe Wörth wird saniert. Während der Arbeiten bleibt nur der Weg über Donaustauf oder die Autobahn.
Von Hans Biederer, MZ

Aufgrund massiver Schäden müssen die Brückenlager erneuert werden. Foto: Biederer

Wörth.Die Donaubrücke zwischen Wörth und Pfatter ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen dem südlichen Landkreis und dem Vorwald. Sie verbindet auch die Gemeinde Pfatter und die Stadt Wörth. Auf ihr überqueren die Busse zur Mittelschule die Donau. Notärzte und Polizei nutzen ebenfalls für ihre Einsätze die Donauverbindung.

Mit seiner Information, dass die Donaubrücke noch in diesem Jahr wegen dringender Sanierungsarbeiten für etwa drei Wochen total gesperrt werden soll, überraschte Bürgermeister Jürgen Koch nicht nur die Gemeinderäte in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Auch auf den Besucherplätzen war erstauntes Raunen zu vernehmen.

Probleme für die Rübenernte

„Nach einer Information des Staatlichen Bauamtes Regensburg an unsere Gemeinde soll die Totalsperre noch im November vollzogen werden. Wenn dies so kommen sollte, haben wir ein enormes Problem mit der Schülerbeförderung“, erklärte Jürgen Koch. Von dieser Sperre wären jedoch nicht nur die auf die Minute getakteten Schulbuslinien betroffen. Auch viele Berufstätige pendeln jeden Tag auf der Staatsstraße 2146 zwischen der Bundesstraße 8 und den Vorwaldgemeinden.

„Viele Landwirte haben auf der anderen Seite der Donau ihre Felder. Jetzt beginnt die Zuckerrübenernte. Wie sollen wir als Landwirte dann zu unseren Feldern kommen“, fragte Ratsmitglied Gerd Zirngibl. Andere konnten nicht glauben, dass jetzt noch Geld für die Sanierung ausgegeben werde, wenn der Neubau der Brücke im Jahr 2019 geplant ist.

Sylvia Stierstorfer (MdL) war genauso erstaunt über die geplante Maßnahme und sagte, dass sie sich nicht vorstellen könne, dass die Brücke im Hinblick auf den geplanten Abriss und den bevorstehenden Brückenneubau wegen umfangreicher Sanierungen komplett gesperrt werde. Sie versicherte, dass sie sich umgehend mit dem Staatlichen Bauamt in Verbindung setzen werde.

Baudirektor Alexander Bonfig, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Regensburg, erläuterte in einem Gespräch mit unserem Medienhaus die Notwendigkeit der Arbeiten. Bei den regelmäßigen Kontrollen, die das Staatliche Bauamt wegen des schlechten Brückenzustands durchführt, sei festgestellt worden, dass die mittlerweile 53 Jahre alten Lager der Brücke in einem besonders kritischen Zustand sind. Dieser Zustand habe sich in letzter Zeit nochmals verschlechtert. Es bestehe hier dringender Handlungsbedarf, betonte Bonfig. Deshalb sollen noch in diesem Jahr punktuelle Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden. Die Kosten hierfür bezifferte er auf rund 300 000 Euro.

„Es handelt sich dabei nicht um eine Sanierung der ganzen Brücke, die über zehn Millionen Euro kosten würde. Bei einer Sanierung verblieben als Grundgerüst trotzdem die über 50 Jahre alten Bauteile. Der Neubau koste zwar mit rund 21 Millionen Euro mehr Geld als die Sanierung. „Das zahlt sich auf lange Sicht aber aus“, sagt Bonfig.

Die Instandsetzungsarbeiten seien notwendig, um die Standsicherheit des Brückenbauwerks und damit die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer weiterhin gewährleisten zu können. „Das Risiko, bis zur Fertigstellung des Neubaus nichts zu tun, wäre zu groß“, unterstrich Alexander Bonfig. Das Versagen eines Lagers würde zwangsläufig eine Vollsperre der Staatsstraße über einen Zeitraum von mehreren Monaten nach sich ziehen. Auch die Brücke würde dabei massive Schäden an den Stahlträgern mit entsprechend hohen Folgekosten bekommen. Anstelle der Sanierungskosten in Höhe von 300 000 Euro würden dann über eine Million Euro anfallen.

Jede Woche wird geprüft

„Bis zur Instandsetzung prüft unser Brückentrupp die Lager jede Woche. Normalerweise erfolgen diese Prüfungen lediglich einmal im Jahr“, führte der Sachgebietsleiter aus. Der Bau der neuen Brücke ist für Ende 2019 terminiert. Erste Planungsentwürfe liegen jedoch schon vor.

Eine Vollsperrung der Donaubrücke zwischen Wörth und Pfatter ist aber nicht nur mit erheblichen Einschränkungen für Pendler, Landwirte und bei der Schülerbeförderung verbunden, sondern stellt auch die Rettungskräfte und die Polizei vor gravierende Probleme.

Josef Schweiger ist Leiter der PI Wörth. Foto: Biederer

Der Leiter der Polizeiinspektion Wörth, Erster Polizeihauptkommissar Josef Schweiger, antwortete auf Nachfrage des Wörther Anzeigers der MZ: „Ich glaube, dass ich ebenso für die anderen Rettungskräfte wie Notarzt und Feuerwehr sprechen darf. Eine Vollsperre der Brücke wäre für uns mit enormen Problemen verbunden. Ein Großteil unseres Zuständigkeitsbereiches liegt südlich der Donau. Wir haben hier hoheitliche Aufgaben zu erfüllen. Umwege über Donaustauf oder über die Autobahn kosten viel Zeit bei der Anfahrt zu den Einsatzorten. Ideal wäre es, wenn wir während der Bauphasen eine Notdurchfahrt bekommen könnten.“

Zumindest im Hinblick auf die tägliche Schülerbeförderung zur Mittelschule Wörth ist eine Lösung in Sicht. Baudirektor Alexander Bonfig meinte: „Wir werden prüfen, ob die Arbeiten beschleunigt werden können. Außerdem wird versucht, die Arbeiten, wenn möglich, in die Herbst- und Weihnachtsferien zu legen. Somit wäre der Transport der Schülerinnen und Schüler nicht beeinträchtigt.“ (lbb)

Weitere Berichte über Pfatter finden Sie hier

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