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Mittwoch, 22. November 2017 5

Telekommunikation

Ganz Wörth hat 2020 schnelles Netz

Die Stadt hat mit der Telekom einen zweiten Vertrag für den Internet-Endausbau geschlossen. Die Ortsteile kommen dran.
von Walter Schiessl, MZ

2015 begann der Ausbau des Leitungsnetzes in Wörth. 2020 werden alle Ortsteile dann am Netz hängen. Foto: ws

Wörth. Der Ausbau des Areals der Stadt mit einem schnellen Internet-Netz kommt voran. Die Stadt hat mit der Telekom, die schon 2015 die ersten Anschlüsse der 400 Innerortsanschließer ans Netz gelegt hat, einen weiteren Vertrag unterzeichnet. Demnach werden nun auch der Rest der Stadt Wörth sowie Ortsteile angeschlossen. 60 Kilometer Glasfaserkabel sind dazu zu verlegen sowie 18 Multifunktionsgehäuse zu installieren.

Die Telekom bekam den weiteren Zuschlag, das Netz der 1600 Wörther Haushalte zu verbessern. Angestrebt ist eine Geschwindigkeit von 50 Megabits pro Sekunde. An Kosten fallen dafür 1,3 Millionen Euro an, von denen die Stadt 615 000 Euro zu schultern hat. Aber die Stadt wird dafür Zuschussmittel beantragen.

Der eigene Weg

Der Ausbau des Wörther Gebietes ist 2015 gestartet. Damals hatte Wörth entschieden, sich nicht an den gemeinsamen Internet-Bemühungen des Landkreises zu beteiligen. „Damit waren wir nicht einverstanden“, hatte Bürgermeister Anton Rothfischer gesagt und mit „seinem“ Stadtrat darauf hingewirkt, dass Wörth einen eigenen Weg beschreitet.

Als erster Schritt wurde der Anschluss des Innerortsbereiches für 400 Haushalte beschlossen. Dafür mussten 470 000 Euro investiert werden, auf die Stadt entfielen 157 000 Euro. Als Planer wurde damals das Regensburger Planungsbüro IK-T beauftragt, das die Arbeiten, die mit der Planung und Ausführung zusammenhingen, durchführte. Die ersten Ortsteile, die ans schnellere Netz gingen, waren Oberachdorf, das Gewerbegebiet Haslet, die Falkensteiner Siedlung und das Blindfenster.

Jetzt wurde ein zweiter Vertrag zwischen Stadt und Telekom geschlossen. „Somit können wir mit der Standortsicherung beginnen“, sagte Harald Albert von der Telekom zu unserem Medienhaus. Damit seien die Auswahl der Wege für den Leitungsbau und die Standorte für die Kästen gemeint. Noch im Herbst könnten dann die Arbeiten der Tiefbauer starten. „Weihnachten 2019 wird dann ganz Wörth am schnellen Netz sein“, sagte Harald Albert.

Die Telekom steige nun in die Feinplanung für den Ausbau ein. Gleichzeitig werde eine Firma für die Tiefbaumaßnahmen ausgesucht, Material bestellt und Baugenehmigungen eingeholt. Sobald alle Kabel verlegt und neue Straßenverteiler aufgestellt sind, erfolge der Anschluss ans Netz der Telekom. Um schnelle Anschlüsse für alle Haushalte im förderfähigen Erschließungsgebiet in der Gemeinde in kurzer Zeit und in hoher Qualität anbieten zu können, verlegt die Telekom Glasfaserkabel bis an die Verteilerkästen am Straßenrand. Die Verteilerkästen werden mit intelligenter Technik ausgestattet und zu sogenannten Multifunktionsgehäusen (MFG), zu „Minivermittlungsstellen“. Hightech findet sich hier auf engstem Raum. Das Herzstück ist der MSAN (Multi Service Acces Note). Er nimmt die Datenpakete aus dem Glasfaser entgegen und verteilt sie auf die Kupferkabel der Kundenanschlüsse und umgekehrt.

In der Regel werden in Wörth Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s an den Anschlüssen zur Verfügung stehen. Durch den Einsatz der Vectoring-Technik könnten diese Anschlüsse schon heute auf bis 100 MBit/s beschleunigt werden, allerdings lassen das die EU-Förderrichtlinien derzeit noch nicht zu. Im FTTH Ausbaugebiet stehen Geschwindigkeiten von 200 Mbit/s zur Verfügung.

Sonderlösung vereinbart

Wegen ihrer vereinzelten Lage im Gemeindegebiet und den damit verbundenen technischen Anforderungen wurde für die Gebäude im FTTH-Ausbaugebiet im Rahmen des Ausbaukonzepts eine Sonderlösung vereinbart. Hier endet das Glasfaserkabel nicht im Multifunktionsgehäuse am Straßenrand, sondern hier wird die Glasfaser bis in die Häuser gezogen. Damit das möglich ist, müssen die Hauseigentümer eine Einverständniserklärung unterschreiben. Die Eigentümer werden von der Telekom direkt kontaktiert, sobald die Gemeinde die notwendigen Kontaktdaten weitergegeben hat.

Für das einfache Surfen, das Lesen von E-Mails und selbst für das Herunterladen von einzelnen Musiktiteln reichen DSL-Geschwindigkeiten. Mit VDSL ist mehr möglich: Telefonieren, Surfen und Fernsehen ist über diesen Anschluss gleichzeitig möglich. Die hohe Datenrate von VDSL verkürzt die Ladezeiten von Webseiten und Dokumenten erheblich und Streaming-Angebote von Musikanbietern und Videoportalen laufen ruckelfrei.

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