mz_logo

Gemeinden
Freitag, 24. November 2017 13° 2

Menschen

In Politik und Vereinen Akzente gesetzt

Alfred Fuchs aus Hauzendorf hat sich jahrzehntelang eingebracht. Jetzt kümmert er sich um Familie, Garten und seine Katze.
Von Ralf Strasser, MZ

Zeitungsberichte, Protokolle, Bilder hat Alfred Fuchs in 25 Ordnern gesammelt. Man kann alles nachlesen, in der Zeit blättern. Foto: Strasser

Bernhardswald.Waltraud Fuchs ist sich sicher: „Nein, Märchenerzähler ist Alfred keiner“, sagt sie schmunzelnd, „aber viel zu erzählen hat mein Mann trotzdem“. Und wer Alfred Fuchs zuhört, wenn er von „früher“ plaudert und über spannende Zeiten sinniert, wird ihr Recht geben: Es macht Spaß, ihm in eine Welt zu folgen, die schon ein paar Jahre zurückliegt.

Alfred Fuchs ist einer, der als Mitgestalter wahrgenommen wird. Einer, der sich engagiert, nicht Nein sagt, wenn es um Verantwortung geht – sei es im Beruf, in der Familie, im Verein oder in der Politik. 45 Jahre lang stand er im Berufsleben, führte ein Baustoffunternehmen in Regensburg. Bis zu vier Jahrzehnte lang war er für die redaktionellen Seiten von Feuerwehr, OGV oder der Jagdgenossenschaft Hauzendorf als Schriftführer verantwortlich, brachte sich als Mitglied bei zwei Sportvereinen, Kriegerverein, katholischem Burschenverein, MMC und der Tischgesellschaft „Sauverein“ ein. Er war Gründungsmitglied des TSV Pettenreuth und der Singgemeinschaft Pettenreuth-Hauzendorf und Kassier bei den früheren Kaiserjägern. Seit 1962 ist er Mitglied bei der CSU. Er baute in Hauzendorf ein Haus, zog mit seiner Gattin zwei Töchter groß. Sogar das Theaterspielen stand auf seiner Aktivenliste. Ein dichtes Leben, eines, das nur funktioniert, wenn man einen verständnisvollen Partner an seiner Seite weiß. „Ohne meine Waltraud wäre das alles nicht gegangen“, betont er.

Am 24. Dezember Geburtstag

Alfred Fuchs ist Jahrgang 1940, und er ist ein Christkindl. Am 24. Dezember hat er Geburtstag, gefeiert wird im Kreise der Familie und mit Weggefährten, die mitunter auch politisch geprägt sind. So wie Bürgermeister Werner Fischer. 30 Jahre lang, von 1972 bis 2002, war Fuchs im Gemeinderat, wirkte mit bei der Gebietsreform, half mit „aus sieben armen Orten“ eine attraktive Großgemeinde zu formen, gestaltete mit seinem Kollegen eine moderne Infrastruktur. „Der Alfred hat vieles mitgetragen, hat im Hintergrund die Fäden gezogen, aber nie negativ“, beschreibt Bürgermeister Fischer seinen Parteifreund.

Die Politik erlebte Alfred Fuchs schon als Bub hautnah. Seinen Vater hatten die Amerikaner nach dem Krieg in Hauzendorf als Bürgermeister eingesetzt. Bis 1966 blieb er es. Sein Sohn lässt sich vom kommunalen Gestalten anstecken. „Damals wurde viel bewegt. In Hauzendorf gab es gar keine richtigen Straßen, wie wir sie heute gewohnt sind. Da musste die komplette Infrastruktur aufgebaut werden.“ Die Amtsgeschäfte wurden noch im Haus seiner Eltern geführt, „und da ist es schon vorgekommen, dass ich am Wochenende für meinen Vater eben mal eine dringend benötigte Geburtsurkunde getippt habe.“

Die Politik lässt ihn nicht mehr los. Während er über Konjunkturen und Veränderungen hinweg als Geschäftsführer eine bekannte Baustofffirma führt, wurde er im zweiten Anlauf – dafür mit den drittmeisten Stimmen – 1972 in den Gemeinderat gewählt. „Ich galt damals als Jungspund, denn in der Politik waren junge Menschen eher selten.“ Man musste sich beweisen, für Alfred Fuchs kein Problem.

Eine Zeit der Koalitionen

Die erste Herausforderung war die Gebietsreform. „Eine Zeit der Koalitionen“, erinnert sich Fuchs. „Es wurde viel taktiert, jeder hatte seinen Wunschkatalog, den der neue Gemeinderat erfüllen sollte, aber keiner wurde links liegengelassen“- Ein hartes Stück Arbeit, „aber ich glaube, es hat sich gelohnt“. Und ganz nebenbei half Fuchs zu verhindern, dass Hauzendorf zu Wenzenbach kam. „Es gab Bestrebungen für eine Großgemeinde, die sich bis Nittenau ziehen sollte.“

An die Arbeit im Gremium hat Fuchs eine gute Erinnerung. „Verstehen Sie mich richtig“, sagt er im Interview, „da wurde schon auch gestritten, mitunter heftig. Doch nach der Sitzung hat man sich in der Gaststätte oder im Feuerwehrstüberl wieder in die Augen geschaut und ein Bier miteinander getrunken.“ Ob das heute noch so ist, könne er nicht sagen.

Stationen im Leben

  • Für Alfred Fuchs immer wichtig:

    Die soziale Komponente, Risse mussten gekittet werden, es durfte nie unter die Gürtellinie gehen und das Wohl der Gemeinde sollte über allem stehen. „Das ist uns im Großen und Ganzen gelungen.“

  • Belege:

    Zeitungsberichte, Protokolle, Bilder hat er in 25 Ordnern gesammelt.

  • Politik:

    1996 kam die Wende. Der Gemeinderat wurde neu gewählt, Werner Fischer Bürgermeister. Fuchs arbeite noch eine Wahlperiode mit im Gemeinderat. „Aber es war ein neuer Stil, den ich jetzt nur noch am Rande betrachte.“

  • Hochzeit:

    Kennengelernt hat er seine Waltraud auf der Hochzeit seines Kumpels Albert Schwarz. Beim Tanzen ist man sich näher gekommen.

  • Gremien:

    Im Kultur, Bau- und Rechnungsprüfungsausschuss wirkte Alfred Fuchs mit und half, die Gemeinde mitzugestalten.

  • Ruhestand:

    Jetzt ist im Leben von Alfred Fuchs ein wenig Ruhe eingekehrt. Er findet Zeit für seinen Garten, für die Familie, für seine beiden Enkel, für seine Katze und fürs Plaudern mit Freunden in geselliger Runde. (msr)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht