mz_logo

Gemeinden
Dienstag, 23. Januar 2018 7

Baumfällung

Kahler Schlossberg stößt sauer auf

Matthias Aumer will die beiden Wörther Forstamtsgebäude sanieren und begann mit einer großen Abholzaktion.
von Walter Schiessl

  • Der nördliche Schlossberg ist abgeholzt. Matthias Aumer will das mit Efeu bewachsene Forstamt sanieren und den Berg wieder anpflanzen.Foto: Schießl
  • Über die Sanierung des Nebengebäudes herrscht Unklarheit. Foto: Schießl
  • Der Schlossberg wird irgendwann wieder rundum bewaldet sein. Foto: Winter

Wörth.Die Sanierung des Forstamts an der Wörther Schlossstraße kommt langsamer voran, als sie Matthias Aumer von der Aumer Group geplant hat. „Es ist immer noch ungeklärt, ob das linke der beiden Gebäude erhalten bleiben muss oder neu gebaut werden darf“, sagt Matthias Aumer. Der Denkmalschutz habe in dieser Frage lange nichts von sich hören lassen, so der Bauunternehmer weiter. Sowohl das Landesdenkmalamt in München als auch die Denkmalschützer aus der Regensburger sprächen jetzt mit, was es ihm schwer mache, voranzukommen. „Das bringt einen Zeitverzug mit sich“, sagt Aumer, dessen Abholzaktion am nördlichen Schlossberg für Gesprächsstoff in der stadt sorgt.

„Ich hoffe, ich bald mit dem Umbau beginnen!“

Bauunternehmer Matthias Aumer

Er hoffe, so Matthias Aumer weiter, dass das Objekt mit seinen fünf Wohneinheiten bis Weihnachten fertig sein werde. Das Längsgebäude, in dem früher einmal Pferdestallungen untergebracht waren, sei in einem baufälligen Zustand. Die Mauern dort seinen feucht, zu erhalten sei das Haus eigentlich nicht, sagt Aumer, der mit dieser Frage mit den Denkmalschützern im Clinch liegt.

Bäume zum Schutz entfernt

Der Plan mit der Sanierung der beiden Gebäude sollte schneller verwirklicht werden. Aber die Bürokratie lege dem Brennberger Unternehmer, dessen Vater Ernst die Firma gegründet hat, viele Steine in den Weg. „Ich weiß im Augenblick nicht, wie ich mit dem Längsgebäude verfahren kann“, sagt Matthias Aumer, dessen Firma, die sich seit langem schon Aumer Group nennt, im vergangenen Jahr im Gewerbepark Wörth-Wiesent angesiedelt ist. Klar sei einzig, dass das Forsthaus selbst, das zwischen 1748/49 erbaut wurde, als Bau selbst erhalten bleibt, immer im Inneren völlig entkernt werde. Darin will der Bauunternehmer drei Wohneinheiten errichten. Den Plan hat der städtische Bauausschuss im vergangenen Jahr abgesegnet. Im anderen Gebäudeteil, der hundert Jahre später errichtet wurde, sollten zwei Wohneinheiten entstehen.

Matthias Aumer ließ schon mal den Baumbewuchs am nördlichen Schlossberg entfernen. „Das geschah zum Schutz, denn ein Baum ist im letzten Jahr schon umgefallen“, sagt der Junior. Männer der Aumer-Group hatten sich deshalb in den letzten Tagen daran gemacht, den Bestand umzusägen. „Das war auf dem steilen Berg alles andere als leicht“, sagt Matthais Aumer. Der Bestand sei wild gewachsen, vor allem Pappeln seien am Schlossberg gestanden. Das habe man, so Matthias Aumer beseitigen müssen, schon aus Schutz des Anwesens und auch der Nachbargebäude.

Er legte großen Wert darauf, den Charme, den das alte fürstliche Forstamt einmal ausstrahlte, wieder herzustellen. „Das wird, wenn die Häuser umgebaut sind, wieder richtig angepflanzt“, sagt der Unternehmer. Ihm sei es wichtig, den nördlichen Schlossberg samt den beiden Häusern zu einem schön eingebetteten Ensemble zu bauen.

Die Abholzaktion hat aber viele Wörther erzürnt. Im Internet waren Beiträge zu lesen, deren Verfassern der abgeholzte Schlossberg arg missfiel. Auch in der Stadt Wörth fand die Maßnahme nicht nur Freunde. „Das gefällt mir gar nicht“, sagte Bauamtsleiter Siegfried Stadler, der aber auch darauf hinwies, dass von rechtliche Seite gegen die Aumer‘sche Tat nichts einzuwenden sei. Das seien Bäume gewesen, die auf einem Privatgrundstück gestanden seien, der Besitzer könne dort machen, was er wolle. Eine Bauschutzverordnung, die es in einigen anderen Gemeinden gibt, existiere in Wörth nicht.

Hoffen auf baldige Erlaubnis

Das Landesamt für Denkmalpflege konnte sich gestern zum Streit um das alte Fürstliche Forstamt nicht äußern. Matthias Aumer aber sprach die Hoffnung aus, dass der Umbau bald beginnen könne. „Ich hoffe, dass ich schnell erfahre, wenn wir loslegen können“, sagte er zu unserem Medienhaus. Habe er die Zusage auf der Hand, werde schnellstens mit dem Bau begonnen. Der Bewuchs des Schlossbergs mit Pflanzen werden nach der Sanierung in Angriff genommen.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht