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Dienstag, 21. November 2017 7

Freizeit

Kleines Hallenbad bleibt beliebt

45 000 Schwimmfans werden im Wörther Badetempel im Jahr gezählt. Die Zahl der Dauerkartenbesitzer ist enorm gestiegen.
von Walter Schiessl, MZ

Spiel und Spaß werden im Wörther Hallenbad geboten. Zuletzt wurde ein Aquaglide für den Nachwuchs angeschafft. Fotos: llt, lch, ws

Wörth.Das Wörther Hallenbad ist eine der kleinsten Badeeinrichtungen im Land. Dennoch gibt es keine Bedenken, das vor 42 Jahren erbaute Bad mit seinem 25 Meter langen und zehn Meter breiten Becken, das jährlich von 45 000 Schwimmfans besucht wird, wegzurationalisieren. 200 000 Euro schießt die Stadt alle Jahre dazu, um den kleinen Badetempel am Laufen zu halten. Zusätzlich gibt es noch 50 000 Euro vonseiten des Landkreises.

„Zwischen Schule und Sportplatz, Waldbad und Tennisanlage, am Rande von Wörth, bietet das Hallenbad im „Paradies“ das ganze Jahr über unbeschwerten Badespaß“, heißt es dazu auf der Internetseite der Stadt, auf der auch die Cafeteria und die schöne Liegewiese im Freien angepriesen werden. Mit seiner Wassertemperatur von 28 Grad, Dampfbad und Massagebank stelle das Hallenbad genau den richtigen Ausklang eines erlebnisreichen Tages in der Natur dar. Parkplätze seien genügend direkt am Bad vorhanden.

Die Einweihung erfolgte 1976

Errichtet wurde die Freizeitanlage im Jahre 1973. Eigentlich hätten die Wörther ein Freibad mit Terrasse auf dem Hochberg gewollt, doch dieser Plan konnte nicht verwirklicht werden. Aber Franz Beutl, der damalige Bürgermeister, brachte mit seinem Stadtrat das Kunststück fertig, in der kleinen Stadt an idyllischer Stelle ein Hallenbad zu errichten. „Das war nicht leicht“, sagte er rückblickend über jenen Kraftakt, der mit zahlreichen Fahrten in die Ministerien nach München und Gesprächen mit den Abgeordneten bewältigt wurde. „Die Vorbereitungen zogen sich schon in dle Länge“, ließ er wissen. 1973 bekam der Wörther Architekt Wolfgang Winkler schließlich den Auftrag, das Bad zu planen. Die Regierung hatte ein Jahr zuvor die schulaufsichtliche Genehmigung erteilt. Mit dem Bau wurde dann im März 1974 begonnen, im November 1975 wurde schließlich das erste Mal Wasser ins Becken eingelassen, die offizielle Einweihung erfolgte am 21. März 1976.

„Das war für Wörth ein ganz großer Tag“, schwärmen heute noch ältere Wörther, die damals mit dabei waren. Nach und nach inspizierten dann viele Wörther sowie Badefans aus der näheren und weiteren Umgebung die Anlage, die im Laufe der Jahre immer wieder modernisiert wurde. Zunächst fungierte Helge Ratzinger als Bademeister, der zunächst in Teilzeit arbeitete und später für die Betreuung der Technik und für die Badeaufsicht verantwortlich war. 1999 ging er schließlich in Pension, seine Nachfolge trat Fritz Zimmerer an, der zuvor in Diensten der staatlichen Feuerwehrschule in Lappersdorf war.

„Die Technik hat sich laufend verbessert“, sagt Fritz Zimmerer. Heute werde mittels Computeranlage alles gesteuert, sowohl die Wasser- als auch die Raumtemperatur, die Werte des Wassers und natürlich auch die Zugabe des Chlors.

45 000 Badegäste zählt man inklusive der Schüler, denen Schwimmunterricht erteilt wird, im Jahr, worüber sich Bürgermeister Anton Rothfischer bei der Stadtratssitzung sehr zufrieden zeigte. Das jährliche Defizit betrug 2016 über 225 000 Euro, 2015 mussten 263 000 Euro zugeschossen werden und 2014 waren es 219 000 Euro. Darüber gibt es im Stadtrat selten Diskussion.

„Im Hallenbad gibt es immer was zu tun!“

Bademeister Fritz Zimmerer

Sanierung kostete 750 000 Euro

Um mit den Belangen des Hallenbads bestens vertraut zu ein, wird in jeder Legislaturperiode auch ein Badbeirat installiert. Dieser erhält vom Bademeister oder aus der Stadtverwaltung die neusten Informationen, über die dann eine Beratung stattfindet, aber vom Stadtrat noch einmal abgesegnet werden.

Im Sommer wird der Badetempel für vier Wochen dichtgemacht, um die alljährlichen Wartungsarbeiten durchführen zu können. In größeren Zeitabständen stehen zudem aufwendigere Reparaturarbeiten an. Zuletzt wurden vor zwei Jahren 750 000 Euro in eine Modernisierung gesteckt. Damals wurden eine neue Lüftungsanlage eingebaut, der Hubboden saniert und weitere kleinere Baumaßnahmen durchgeführt. Weiter wurde damals die Beleuchtung auf LED umgestellt und die Blindfesten an der Ostseite verschwanden. „Aber im Halleband gibt es immer was zu tun“, sagt Fritz Zimmerer.

Fakten zum Hallenbad

  • Bau:

    Errichtet wurde das Wörther Hallenbad Mitte der 70er Jahre. Zuvor musste Bürgermeister Franz Beutl die Finanzierung sicherstellen. 1976 wurde der Badetempel schließlich offiziell eingeweiht. Seitdem erfreut er sich großer Beliebtheit.

  • Wasserqualität:

    Um sie regelmäßig kontrollieren zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten. Überwacht werden einige Werte durch die Computeranlage, die 2001 beschafft wurde. Heute laufen diese Tests vollautomatisch, Nachmessen per Hand gibt es aber auch.

  • Sanierung:

    Alle paar Jahre müssen im Hallenbad aufwendige Sanierungen durchgeführt werden. So musste unter anderem die Ozon-Anlage erneuert werden, ehe dann vor zwei Jahren der Einbau einer neuen Lüftung im Bad anstand.

  • Preise:

    Der Eintritt für einen Erwachsenen kostet 3,30 Euro. Für eine Zehnerkarte sind 28 Euro zu berappen und für eine Jahreskarte zahlt man 130 Euro. Eine zeitliche Begrenzung gibt es im Wörther Hallenbad nicht, teilt die Stadt Wörth mit.

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