mz_logo

Gemeinden
Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Natur

Kreislehrgarten braucht grünen Daumen

Der Kreislehrgarten muss über das ganze Jahr betreut werden. Für Gartenliebhaber bietet sich hier ein Minijob.
Von Sabine Norgall, MZ

Kreisfachberaterin Christine Gietl (links) und Kreisgeschäftsführerin Stephanie Fleiner brauchen Unterstützung bei der Pflege des Kreislehrgartens in Regenstauf. Idealerweise sollte der Bewerber Ahnung von Gartenarbeit haben und den Minijob über mehrere Jahre hinweg ausfüllen. Foto: Norgall

Regenstauf. Der Albert-Plagemann-Kreislehrgarten in Regenstauf verabschiedet sich gerade mit einem Farbfeuerwerk der hohen Bäume, der vielen Sträucher und der letzten Herbstblüher in die Winterpause. Ganz bewusst lässt es sich dort gerade beobachten, wie sich die Natur zurückzieht. Zu Monatsende schließt der rund 3500 Quadratmeter große Garten für dieses Jahr.

Bereits seit über 30 Jahren gibt es den Albert-Plagemann-Kreislehrgarten an der Böhmerwaldstraße in Regenstauf. Foto: Norgalll

Doch ein Spaziergang lohnt sich auch jetzt noch. Der Kreislehrgarten dient nicht nur als Anschauungs- und Lernobjekt, sondern als wunderschön angelegter, naturnaher Raum, in dem es viel zu entdecken gibt und wo man sich an zahlreichen versteckten Plätzen entspannen kann.

Ende Oktober schließt der Kreislehrgarten seine Pforten. Jetzt lohnt sich aber auf jeden Fall noch ein Besuch. Foto: Norgall

Die Beete sind jetzt weitgehend abgeräumt. Die Schaufläche liegt brach für die kommende Gartensaison. Auch Kreisfachberaterin Christine Gietl und Stephanie Fleiner, Geschäftsführerin des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege, sind mit ihren Gedanken schon im nächsten Frühjahr. Da braucht der Garten nach mehreren Wechseln in den vergangenen Jahren vor allem eines: einen Gartenliebhaber mit Fachkenntnis, der sich längerfristig auf Basis eines Minijobs um den Garten kümmern will.

Arbeit vor Ort wird unterstützt

Wer sich für das Stellenangebot des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege interessiert, der schaut am besten einmal vorbei in der grünen Oase an der Böhmerwaldstraße inmitten der Marktgemeinde. Auch wenn es bei den großen Pflegeaktionen wie dem Mähen der großen Rasenfläche oder dem Gehölzschnitt immer wieder Unterstützung durch die Gärtnerei des Landkreises gibt, fordert die kontinuierliche Pflege durchaus ihre Zeit, sagt Christine Gietl.

Sehen Sie im Video: Für den Kreislehrgarten in Regenstauf wird ein Gartenliebhaber für die Pflege gesucht.

Der Kreislehrgarten braucht viel Pflege. Gartenliebhaber könnten hier ihr Hobby mit einem Minijob kombinieren. Video: Norgall

Das Herz der Anlage bildet der große Bauerngarten, eingefasst von Hainbuchen- und Wildgehölzhecke. Der Wohngarten strahlt Ruhe und Schönheit aus. Ein etwas höher gelegener Zierteich ist im Sommer mit Seerosen, mit Gräsern, Funkien und Iris eingefasst. Im Naturgarten wird gezeigt, wie man einen Garten ohne Chemie bewirtschaften kann. Schädlingen oder Krankheiten versucht man im Kreislehrgarten ganz natürlich Herr zu werden. Mit Brennesseljauche oder Schachtelhalmbrühe war man dieses Jahr etwa bei der Stärkung der Pflanzen und der Bekämpfung von Läusen recht erfolgreich, sagt Christine Gietl. Auf den Schaubeeten und dem Hochbeet werden verschiedene Gemüsesorten, Stauden und Beerensträucher vorgestellt.

Bei der vielfältigen und umfangreichen Gartenarbeit darf der Minijobber auf Unterstützung durch Mitarbeiter des Kreisbauhofs rechnen. Das gilt nicht nur für die aufwendigen Pflegeaktionen, sondern auch für Beratung.

Gartenhelfer gesucht

  • Bewerbung

    Für die kontinuierliche Pflege des Kreislehrgartens sucht der Kreisverband für Gartenkultur- und Landschaftspflege Helfer mit Liebe zur Natur und einem grünen Daumen. Die Anstellung erfolgt als Minijob mit circa 50 Stunden im Monat.

  • Bewerbung

    Interessenten wenden sich an Geschäftsführerin Stephanie Fleiner, Telefon (0941) 4009 370, Mail: stephanie.fleiner@kv-gartenbauvereine-regensburg.de.

Stephanie Fleiner kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn sie über den Garten spricht. So ein Schaugarten, das sei ein richtiger Luxus für die Bürger im Landkreis. Weil die Versuchsflächen jedes Jahr neu gestaltet werden, es immer wieder neue Anpflanzungen gibt, gebe es über den reinen Naturgenuss hinaus immer wieder Neues zu entdecken. Der Markt Regenstauf, weiß Fleiner, freue sich über die Gartenanlage auf seinem Gemeindegrund. Immer wieder unterstütze daher auch der örtliche Bauhof bei größeren Arbeiten, wie etwa dem Aufstellen einer Pergola, die Gestaltung des Lehrgartens mit.

Der Termin im Kreislehrgarten wird gleich zum Pflanzen neuer Bodendeckerrosen genutzt. Foto: Norgall

Bei den Versuchspflanzungen machen Christine Gietl und Stephanie Fleiner aber auch manch unliebsame Erfahrungen. Es ist, sagt Fleiner, ausdrücklich erwünscht, dass Besucher verschiedene Beeren kosten können, Cocktailtomaten probieren oder den Geschmack einer Apfelsorte prüfen. Viele Besucher können dies aber leider gar nicht. Immer wieder wird Obst und Gemüse im Kreislehrgarten im großen Stil „abgeerntet“. Gerade erst ist eine ganze Reihe mit Sellerieknollen verschwunden, von den Karotten liegt weitgehend nur noch das Kraut auf dem Hochbeet und auch die Quitten verzeichneten einen deutlichen Schwund. Kaum eine Chance bestand heuer für die Besucher, von den angepflanzten Cocktailtomaten zu naschen. Sie waren schnell abgeerntet. Die Mini-Auberginen allerdings trafen dem Geschmack des Gemüsediebs wohl nicht, sie blieben zurück. Während sich Unbekannte beim Gemüse großzügig bedienen, ist der Schwund bei den Blumen gering, genauer gesagt, bei den Schnittblumen. Werden Stauden frisch eingepflanzt, kann es durchaus sein, dass die Pflanzen bereits am nächsten Tag verschwunden sind. Stephanie Fleiner ärgert sich: „Es soll doch ein Schau- und kein Klaugarten sein.“ Dennoch, ein Schild mit der Aufschrift „Bitte nicht klauen“ aufzustellen, wäre Christine Gietl und Stephanie Fleiner sehr unsympathisch. Auch halten sie nichts davon, den Kreislehrgarten nach den offiziellen Öffnungszeiten zuzusperren. Ein Akt, der bei dem niedrigen Zaun, der den Garten umgibt, ohnehin nur eine symbolische Handlung wäre.

Entspannen und Information

Den Ärger über einige Zeitgenossen überwiegt bei Gietl und Feiner aber die Freude am Kreislehrgarten. Christine Gietl ist öfter gärtnerisch vor Ort im Einsatz und freut sich über die Besucher, die den Garten nutzen, mal zum entspannen, mal zur Information.

Stephanie Fleiner in der Infoecke, die in diesem Sommer angelegt wurde. Für Erwachsene gibt es hier Gartentipps, für Kinder gibt es Bilderbücher. Foto: Norgall

Neu im Kreislehrgarten ist seit diesem Jahr auch ein Pavillon, in dem Erwachsene Informationsmaterial zu Gartenfragen finden und Kinder Bilderbücher, mit denen man es sich an einem der vielen schönen Plätzchen bequem machen kann. Und wer im Informationspavillon keine Antwort auf seine Fragen bekommt, der findet dort auf jeden Fall auch die Kontaktadressen der Kreisfachberater im Landratsamt, die bei speziellen Fragen gerne weiterhelfen.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht