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Mittwoch, 13. Dezember 2017 5

Politik

Marterl ohne Weg ärgert Wörther

Beim Bau der Treppe wurde der Bildstock umplatziert. Das missfällt einigen. Nun muss geklärt werden, wer das bezahlt.
von Walter Schiessl, MZ

Am Bildstock führt kein Fußweg mehr vorbei. Das ärgert einige Wörther. Fotos: Schießl

Wörth.Ein Bildstock erhitzt die Gemüter der Wörther. Denn das Marterl wurde im Rahmen des aufwendigen Treppenneubaus ein Stück nach Osten versetzt. Den Weg zwischen dem ersten und dem zweiten Bildstock, der jahrhundertelang bestanden hat, gibt es seit dem Umbau des Areals nicht mehr. Die Fußgängertrasse wurde zugeschüttet und sogar mit einem Gitter abgesperrt. Damit konnte sich weder Stadtrat Josef Stadler, noch die Ortsheimatpfleger, die das Thema in den Kulturausschuss brachten, anfreunden.

Ein Teil der Wörther Schlossmauer wurde im vergangenen Jahr saniert. Die Arbeiten begannen mit der Verkleinerung der Sandmühle, und wurden mit dem Straßenbau und der aufwendigen Sanierung der Schlossmauer fortgeführt. In deren Zuge wurde ein Treppenaufgang errichtet.

Die Baumaßnahme, die seit einiger Zeit größtenteils abgeschlossen ist, gefällt längst nicht allen Wörthern. Vor allem der zweiseitige Treppenaufgang missfiel schon vielen Bürgern (unser Medienhaus berichtete darüber). Von Geldverschwendung und Fehlplanung war mehrfach die Rede. 500 000 Euro kostete die Maßnahme, in der aber auch der Bau der kleinen Grünanlage mit Kneipp-Becken enthalten ist. Für die Neugestaltung der Straubinger Straße gab es aber einen stattlichen Zuschuss aus der Städtebauförderung, nämlich 432 000 Euro. Die Stadt wiederum zahlte für den Rückbau des Berges, die Sicherung des Hans und die Betonierung des Aufgangs allein 330 000 Euro, für den Treppenaufgang mussten weitere Gelder in die Hand genommen werden.

„Nein“ zur Verbindung

Im Zuge dessen wurde der zweite Bildstock versetzt. Er stand bislang an der Stelle, an der jetzt die Oberseite der Treppe endet. Der Weg, der zum Schloss hinaufführt, begann früher unmittelbar an der Straubinger Straße und ging zum ersten Bildstock und von diesem zum zweiten, allerdings um diesen hintenherum. Geplant wurde die Neuplanung von der Elektro-Beratung Bayern.

„Mich stört es, wenn man so mit einem Denkmal umgeht!“

Stadtrat Josef Stadler (Grüne)

Im Kulturausschuss, das den Bildstock-Streit in seiner Sitzung am Dienstag auf der Tagesordnung hatte, wurde der Weg lange behandelt. Aber mit 3:2 votierten die Mitglieder dafür, alles beim jetzigen Zustand zu belassen. „Das ist schade“, sagte Josef Stadler. Auch die Ortsheimatpfleger Ulrike Riedl-Waas, Hans Groß und Fritz Jörgl monierten den fehlenden Weg zwischen den beiden Bildstöcken. Dem Trio missfällt der Standort gewaltig. Auf ihr Drängen hin wird die Stadt einen Kostenvoranschlag machen lassen, um den Bildstock vom jetzigen Platz etwas links von der Treppe zu versetzen, um eben den Spaziergängern die Möglichkeit zu geben, das Marterl von der Vorderseite anzuschauen. „Aber das wird Geld kosten“, war man sich einig.

2. Bürgermeister Josef Schütz verwies gegenüber unserem Medienhaus darauf, dass die ganzen Arbeiten, deren Ergebnis jetzt betrachtet werden kann, mit dem Denkmalamt abgestimmt wurden. „Das wurde alles in enger Kooperation gemacht, denn sonst hätten wir keinen Zuschuss bekommen“, ließ er wissen. Somit sei aus denkmalschützerischer Sicht her alles richtig gemacht. Schließlich hätten alle Stadträte für diese Variante auch gestimmt. Gegenstimmen habe es keine einzige gegeben.

Dieser Weg führte früher von der Straubinger Straße unmittelbar an den beiden Bildstöcken vorbei zum Schloss hinauf. Jetzt wurde der Weg zugeschüttet und für die Wörther Spaziergänger wird der Zugang durch ein Sperrgitter verhindert. Das stößt einigen sauer auf.

Viele Wörther sehen in der Kulturausschuss-Entscheidung die Möglichkeit, die Situation deutlich zu verbessern. „Wir hoffen, dass ein Aufgang an den beiden Bildstöcken vorbei zum Schloss hinauf gemacht wird“, sagten gestern mehrere Bürger als Reaktion auf den Beschluss.

Der Weg zum Schloss hinauf soll im nächsten Jahr angelegt werden. Er wird wahrscheinlich im nächsten Jahr als Zick-Zack-Weg errichtet werden. Zunächst müssen die Pfosten für den Weg eingebaut werden, ehe dann die Trasse selbst angelegt wird.

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„Viel zu gefährlich“

Seit 1600 wurden Kreuzwege mit 14 bebilderten Stationen errichtet. Sie zeigten den Weg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Kreuzigung und Grablegung. In Wörth verschwanden die zwölf Stationen im Laufe der Jahre. Nur noch zwei blieben erhalten.

Allerdings sei hier der Naturschutz einzubeziehen, denn die Arbeiten würden in einem Waldgebiet durchgeführt, ließ Bauamtsleiter Siegfried Stadler unlängst unser Medienhaus wissen. Dabei werde beispielsweise vorgeschrieben, dass auf mit Efeu bewachsene Bäume besondere Rücksicht genommen werden müsse. Bis alles fertig ist, darf der Schlossberg nicht von den Spaziergängern betreten werden. „Das wäre viel zu gefährlich“, sagte Stadler.

Auch an der Westseite des Schlossbergs wird ein Weg zur Veste hinauf errichtet werden. Auch dafür sind Kosten in Höhe von 500 000 Euro vorgesehen und Mittel aus dem Städtebau werden wieder fließen.

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