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Politik

Neue Vorgaben für das Strath-Gebiet

Verwaltungsleiter Unertl riet den Donaustaufer Räten, „Gewinnmaximierung“ zu verhindern. Die Pläne werden umgearbeitet.
Von Petra Schmid, MZ

Für das Strath-Areal in Donaustauf will die Marktgemeinde einen Bebauungsplan entwerfen lassen. Foto: Petra Schmid

Donaustauf.Das geplante Baugebiet am Strath-Gelände ist seit Jahren Thema im Marktrat. Auch dem kürzlich als Verein gegründete „Bürgerforum“ liegt es am Herzen. Diese Interessengruppe mahnt vor zu dichter Bebauung und Flächenversiegelung.

Inzwischen drängt die Zeit, denn heuer läuft die sogenannte Veränderungssperre ab, die während der Phase der Bebauungsplan-Erstellung bauliche Vorhaben im betroffenen Gelände verhindern soll. Bereits in der Dezember-Sitzung hatte sich der Marktrat mit dem Bebauungsplan-Entwurf befasst. Der Planer stellte die Planung vor und das Gremium äußerte dazu Änderungswünsche.

Sondersitzung des Marktrats

In einer Sondersitzung befasste sich der Marktrat nochmals damit. Die Tagesordnung sah vor, gegebenenfalls gleich den Aufstellungsbeschluss zu fassen und die weiteren Schritte einzuleiten.

Dazu kam es allerdings nicht, denn der neue Verwaltungschef und Bauexperte Stefan Unertl empfahl den Markträten, noch an der einen oder anderen Stellschraube der Festsetzungen des Bebauungsplans zu drehen, um zu verhindern, dass beispielsweise ein Bauträger „Gewinnmaximierung“ betreiben könne. Zuvor hatte Bürgermeister Jürgen Sommer, der die Sitzung eröffnete, das Wort an Unertl übergeben.

Der Verwaltungsleiter erklärte in seiner vorherigen Tätigkeit als Bauamtsleiter habe er viele Erfahrungen gesammelt und er lege hohen Wert auf klare Festsetzungen. Er habe bewusst die Unterlagen, welche die Inhalte des Bebauungsplans regeln, nicht vorab an die Räte ausgegeben, da er zuerst Änderungen absprechen wolle. Auch habe er das Gespräch mit dem Bürgerforum gesucht, um dessen Bedenken abzuklären. Zudem habe er Gespräche mit dem Planer und den Verantwortlichen im Landratsamt geführt, zählte Unertl auf.

Dachneigung soll flacher werden

Im Anschluss gab er seine Änderungsempfehlungen bekannt: Die Grundflächenzahl solle man von 0,4 auf 0,3 reduzieren. Dies bedeute, dass maximal 45 Prozent einer Bauparzelle versiegelt, sprich überbaut werden dürfen. Auch schlug er vor, die Geschossflächenzahl von 0,8 auf 0,6 bei zwei Vollgeschossen zu senken. Weiter regte der Bauexperte an, die Dachneigung von den vorgeschlagenen 44 Grad auf für alle Quartiere einheitliche 20 bis 30 Grad abzusenken. So könne man in Kombination mit einer zulässigen Kniestockhöhe von maximal 50 Zentimeter verhindern, dass das Dachgeschoss vollkommen als Wohneinheit ausgebaut werde. Auch solle man Dachaufbauten und Gauben verbindliche Angaben machen, riet Unertl.

Er schlug vor bei Einfamilienhäusern zwei Wohneinheiten zuzulassen, jedoch bei Doppelhaushälften die Nutzung auf eine Wohneinheit zu beschränken. Die Planungskosten solle nach Möglichkeit der Investor komplett vorab übernehmen oder diese mit ihm abgerechnet werden. Da sich das betroffene Gebiet an einem Hang befinde und Höhenunterschiede ausgeglichen werden müssten, riet er dazu, vorab eine Erschließungsplanung erstellen zu lassen, um beispielsweise bei Wand- oder Firsthöhen keine Überraschungen zu erleben.

Die Räte stimmten zu, die Vorgaben in die Planung einarbeiten zu lassen. Dies ist nun Aufgabe des Architekten.

Der Zeitplan zur Erstellung des Bebauungsplans sei zwar eine knackige Angelegenheit, jedoch sei er aus Unertls Sicht zu schaffen. Er wies jedoch darauf hin, dass der Ablauf der Veränderungssperre ohne Aufstellung des Bebauungsplans zu Schadenersatzansprüche – und diese wären beim betroffenen Areal durchaus erheblich – nach sich ziehen könnte.

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