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Samstag, 18. November 2017 5

Baumaßnahme

Rathaus Hemau fit für die Zukunft machen

Das Gebäude wird saniert, erhält neue Technik und einen Lift. Die Verjüngungskur kostet die Stadt eine Million Euro.
Von Dietmar Krenz, MZ

Der neue Anstrich der Außenfassade in der ehemaligen Propstei (links) ist ein echter Hingucker. Foto: Krenz

Hemau.Schon die neue Farbgebung der Außenfassade macht es deutlich: Das Rathaus im Herzen des Tangrintel erhält eine Verjüngungskur verpasst. Das markante Gebäude strahlt nach dem neuen Anstrich mit der Sonne um die Wette und wird einer umfassenden energetischen Sanierung unterzogen. Die ehemalige Probstei wird zudem barrierefrei umgebaut, dazu wurde im rückwärtigen Bereich ein Aufzug eingebaut.

Die erheblichen Einschränkungen, die Menschen mit Behinderung bislang in Kauf nehmen mussten, haben jetzt ein Ende, erzählt Bürgermeister Hans Pollinger. Der neue Lift ist in Betrieb und nur noch wenige Restarbeiten sind zu erledigen, dann können Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe in jede einzelne Amtsstube gelangen.

Wer bislang mit dem Rollstuhl ins Hemauer Rathaus musste, war nicht zu beneiden. Zwar ging es über den Rathaus- und Wintergarten im rückwärtigen Bereich des Hauses ins Erdgeschoss, aber der erste und zweite Stock waren nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen. Dieser Zustand ist nun Geschichte. „Mit dem Aufzug im Außenbereich haben wir eine große Hürde auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit genommen“, sagt der Hemauer Bürgermeister.

Neue Büroräume geschaffen

Der An- und Einbau des Lifts war der größte Brocken in der umfassenden Sanierung. Im ersten Abschnitt, der noch im Oktober seinen Abschluss finden soll, wurde auch das bislang ungenutzte Dachgeschoss ausgebaut. Dort werden auf einer Fläche von rund 80 Quadratmetern das Aktenmaterial und Archiv des Bauamts eine neue Heimat finden. Daneben gliedert sich ein rund 15 Quadratmeter großer Serverraum mit viel Technik.

Im ausgebauten Dachgeschoss kommen die Akten des Bauamts unter. Foto: Krenz

„Wir wollen schließlich für die Zukunft gerüstet sein“, formuliert es Peter Gaßner vom städtischen Bauamt. Eine Heizungsfirma ist derzeit noch damit beschäftigt, Leitungen einzubauen und die Heizkörper in den Trockenbauräumen zu installieren. Auch das Treppenhaus hat dadurch ein Facelifting bekommen. Das Holzgeländer wurde um ein Stockwerk ergänzt und die Freifläche unmittelbar unter dem Dach geöffnet und ausgebaut.

Der durch den Umbau entstandene Freiraum im zweiten Obergeschoss wurde zu neuen Büroräumen umgestaltet. Die Stadt entwickelt sich weiter, neue Bürger kommen hinzu – dementsprechend wächst auch die Verwaltung. „Bis auf wenige Restarbeiten ist der erste Bauabschnitt damit abgeschlossen“, informiert Gaßner. Der veranschlagte Zeitplan wurde eingehalten und auch bei den Kosten gab es keine Überraschungen.

Die Heizungsbauer verlegen neue Leitungen im Rathaus. Foto: Krenz

Das denkmalgeschützte Gebäude mit einem umbauten Raum von rund 6400 Kubikmetern – das entspricht rund vier Einfamilienhäusern – hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Von ca. 1620 bis 1803 stand Hemau als Propstei unter Verwaltung des Klosters Prüfening. Am 24. Februar 1803 ermächtigte der Reichsdeputationshauptschluss die Fürsten, sämtliche in ihren Gebieten gelegenen Klöster zu säkularisieren.

Dieser Beschluss wurde auch in der Propstei in Hemau bekanntgegeben. In der Folge wurden der Benediktinerorden aufgehoben und sämtliche zum Kloster Prüfening gehörige Besitztümer verkauft. Die Ordensgeistlichen zerstreuten sich in alle Richtungen. Das Propsteigebäude baute man 1813 zum Pflegamt und schließlich im Jahre 1847 zum Landgerichtsgebäude um. Später waren das Amtsgericht und die Standortverwaltung der Bundeswehr darin untergebracht. Heute ist die Stadtverwaltung darin beheimatet.

Zweiter Bauabschnitt folgt 2018

„Die letzte Sanierung fand 1993 statt, vor knapp 25 Jahren“, informiert Hans Pollinger. Gegenüber damals habe sich bei der Barrierefreiheit, beim Brandschutz sowie den Flucht- und Rettungswegen einiges verändert. Aktuelle Forderungen des Brandschutzes würden in vielen Bereichen, wie etwa den Fenstern und Türen, nicht mehr eingehalten. Nachbesserungen und zugleich Verstärkungen sind auch bei den elektrischen Leitungsführungen sowie der EDV-Verkabelung vorgesehen, erklärt der Bürgermeister.

Der neue Aufzug im rückwärtigen Teil des Gebäudes ist bereits in Betrieb. Foto: Krenz

Zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Bediensteten und Mitarbeiter des Rathauses dürfte es im zweiten Bauabschnitt kommen. Denn neben dem Ausbau des Bürgerbüros wird die Beleuchtung angepasst und die Parkettböden quer über alle Stockwerke abgeschliffen auf Vordermann gebracht. Dazu kommen der Ausbau der EDV-Anlage sowie Maler- und Anstricharbeiten. Die Ausschreibungen sind vorbereitet, denn 2018 soll die Sanierung endgültig beendet werden.

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Von der Propstei zum Rathaus

  • Kloster:

    Von ca. 1620 bis 1803 stand Hemau als Propstei unter Verwaltung des Klosters Prüfening. Durch die Säkularisation 1803 wurde der Benediktinerorden aufgehoben und die Ordensgeistlichen zerstreuten sich in alle Richtungen.

  • Umbau:

    Das Propsteigebäude baute man 1813 zum Pflegamt und 1847 zum Landgerichtsgebäude um. Später waren das Amtsgericht und die Standortverwaltung darin untergebracht. Seit 1993 dient es als Hemauer Rathaus. (wd)

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