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Montag, 25. September 2017 19° 5

Verkehr

Umfahrung: Verhandlungen im Vorfeld

Bei der Umgehung von Niedertraubling spricht der Landkreis bereits vor der Trassenfestlegung mit den Eigentümern.
Von Michael Jaumann, MZ

In Obertraubling stockt der Verkehr. Die Umfahrung von Niedertraubling soll das „Kreuz des Südens“ entlasten. Foto: Jaumann

Obertraubling.Wenn die Ostumfahrung von Niedertraubling scheitern sollte, dann sicher nicht wegen mangelnder Transparenz. Landkreisplaner Dr. Christoph Häusler ist praktisch Dauergast in den unmittelbar beteiligten Gemeinden zwischen Köfering und Neutraubling. Jeder Planungsstand zu dem gemeinsamen Projekt von Gemeinde Obertraubling, Staatlichem Bauamt Regensburg und Landkreis wird in den Gemeinden vorgetragen und zur Diskussion gestellt.

Am Donnerstagabend gab es in der Mehrzweckhalle Obertraubling eine erneute Unterrichtung über den aktuellen Planungsstand. Schon in den Tagen zuvor waren alle in Frage kommenden Grundstückseigentümer vom Landkreis über den möglichen Trassenverlauf informiert worden. Landrätin Tanja Schweiger und Kreiskämmerer Alois Eder vermittelten vor den Bürgermeistern, Gemeinderäten, Stadträten und Kreisräten der Landkreisgemeinden zwischen Barbing und Alteglofsheim vorsichtigen Optimismus, was die Verhandlungsbereitschaft und die Verwirklichung der Ostumfahrung betrifft.

„Das ist ein gemeinsames Projekt, eine gemeinsame Planung und ein gemeinsames Baurecht.“

Dr. Christoph Häuser

Drei Partner – ein Projekt

Drei Straßenbaulastträger wollen unter Federführung des Landkreises die Ostumfahrung Niedertraubling gemeinsam planen und umsetzen. „Das ist ein gemeinsames Projekt, eine gemeinsame Planung und ein gemeinsames Baurecht“, sagte Dr. Häusler bei der Veranstaltung und betonte, dass das Ziel – die Entlastung des „Kreuz des Südens“ bei Obertraubling – nur erreicht werde, wenn alle drei Komponenten umgesetzt würden. Seitens des Landkreises wird dabei die Kreisstraße R 30 von der Einmündung der geplanten R 30 bei Köfering bis zur Staatsstraße 2111 östlich von Niedertraubling verlängert. Und das Staatliche Bauamt will die Staatsstraße aus dem Ortsbereich von Niedertraubling herausverlegen, indem Niedertraubling nordöstlich bis zur Einmündung in die B 15 bei der neuen Realschule Obertraubling umgangen wird. Die Verlegung wird als Sonderbaulast von der Gemeinde Obertraubling getragen. Zwischen der verlegten Staatsstraße und der Südumgehung Neutraubling wird darüber hinaus ein Stich geplant. Diese Verbindung erfolgt als Gemeindeverbindungsstraße in der Trägerschaft von Obertraubling. Zusammen mit Karl-Heinz Dietl vom Ingenieurbüro Kempa erläuterte Dr. Häusler, wie es zu den aktuell zwei noch zur Diskussion stehenden Trassenvarianten kam. Er erläuterte, dass die Bahngleise wegen der Grundwassersituation über- statt unterquert werden sollten und schilderte die Lösungen für die Anbindung der Knotenpunkte.

Ziel: Kompromisse im Vorfeld

Zu den offenen Fragen zählen unter anderem noch die Lage des Stichs nach Neutraubling und die Planung der Bauwerke an der Strecke, den Knotenpunkten und dem Stich. Das sei in diesem Planungsstadium aber normal. Im vierten Quartal sollen die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren fertiggestellt werden, um das Verfahren noch heuer in Gang zu bringen. Bei normalem Verlauf müsste ein Baubeginn Anfang der 20er-Jahre möglich sein.

Dr. Häusler betonte auf Nachfragen, dass mit einer reinen Optimierung der bestehenden Verkehrsadern die angestrebte Entlastung bei Obertraubling nicht erreicht werden könne. Auf der Bahnüberquerung bei Obertraubling sei aus statischen Gründen keine weitere Spur möglich. Zu einem Neubau sei der Bund nicht bereit. Mit der Umfahrung Niedertraubling erreiche der wichtige Verkehrsknoten bei Obertraubling dagegen die höchste Klasse der Leistungsfähigkeit.

„Bei einem jahrelangen Prozess haben alle verloren.“

Landrätin Tanja Schweiger

Landrätin Schweiger erläuterte das unübliche Verfahren, bereits vor einer Trassenfestlegung mit den Grundeigentümern zu sprechen. „Vielleicht kann man da im Vorfeld Radien verändern oder nimmt 50 Meter Straße mehr in Kauf, wenn dafür der Eigentümer mitgeht“, sagte Tanja Schweiger. Denn „bei einem jahrelangen Prozess“ haben alle verloren, sagte die Landrätin mit Blick auf die anhängigen Klagen gegen den Neubau des ersten Teils der Kreisstraße R 30 – der Südspange. Ihr sei es lieber, „bereits im Vorfeld Kompromisse zu bekommen“. Bei den Gesprächen sei man „auf einem guten Weg“, so die Landrätin. „Es wird aber nicht in allen Fällen gehen“, sagte Tanja Schweiger zu den angestrebten Kompromiss-Lösungen.

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