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Gemeinden
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Sitzung

Zuschuss für Schützen spaltet die Räte

Der Verein bittet die Gemeinde, 25 Prozent der Umbaukosten zu übernehmen. Das widerspricht einem älteren Beschluss.
Von Hans Biederer, MZ

  • Viele überregionale Erfolge erzielt der Schützenverein dank seiner Jugendarbeit. Foto: lbb
  • Jugendleiter Hubert Rösch zeigt die neue elektronische Schießanlage. Viel Eigenleistung haben die Vereinsmitglieder bei der Sanierung des Raumes mit eingebracht. Foto: lbb

Pfatter. Pfatter. Für viel Diskussionsstoff sorgte der Antrag der Schützengesellschaft Hubertus 1891 Pfatter. Schützenmeisterin Christine Rösch bat um einen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der anfallenden Kosten für die Umbaumaßnahmen und den Einbau einer elektronischen Schießanlage im Landgasthof Fischer-Stehr. Die veranschlagten Gesamtkosten belaufen sich auf ungefähr 25 000 Euro.

Bürgermeister Jürgen Koch plädierte dafür, sich an die Beschlussfassung des Gemeinderates aus dem Jahre 2007 zu halten. Damals hatte sich das Gremium auf einen zehnprozentigen Zuschuss der Antragssumme festgelegt, der für alle Vereine gilt. Diese einheitliche Lösung sollte lange Diskussionen und unterschiedliche Höhe der Vergaben und damit vorprogrammierten Ärger vermeiden.

Thomas Werner war grundsätzlich für den Antrag, gab allerdings zu bedenken, dass das Gasthaus, in dem die Schießanlage untergebracht ist, in naher Zukunft schließen könnte. Außerdem konnte er sich einen kritischen Seitenhieb auf die Jugendarbeit im Landkreis Regensburg nicht verkneifen und sagte: „Das Geld wäre besser angelegt, als beim Verein für Jugendarbeit Regensburg.“

Renate Biederer befürwortete ebenfalls den Antrag der Schützen und erinnerte an eine vergangene Diskussion, bei der das Ehrenamt thematisiert worden war. Sie sah hier eine gute Möglichkeit, das Ehrenamt zu unterstützen. „Der Schützenverein betreibt hervorragende Jugendarbeit und trägt den Namen Pfatter mit seinen Erfolgen und mit dem Erdäpflfest weit über die Landkreisgrenzen hinaus“, betonte sie.

Manfred Bayer regte dagegen an, alle Vereine gleich zu behandeln. „Jetzt diskutieren wir wieder über jeden Antrag“, kritisierte er. Manfred Lichtl stellte klar, dass der Schießstand jederzeit versetzt werden kann, sollte das Gasthaus einmal schließen. Er sagte, dass andere Gemeinden bei gleich gelagerten Fällen teilweise bis zu 100 Prozent der Kosten übernommen hätten. Brigitte Böhm meinte, dass der Verein durch sein Erdäpflfest großes Eigenkapital erwirtschaftet habe und sprach sich für die Zehnprozentregelung aus. Markus Hörner, der ebenfalls an die Diskussion des Ehrenamtes erinnerte, setzte sich für einen höheren Zuschuss ein. Mario Schaffer könnte sich sogar einen 50-prozentigen Zuschuss vorstellen.

Angesprochen wurde im Gremium auch, dass zuletzt für die Theaterbühne des Männergesangvereins und für einen neuen Rasenmäher des Sportvereins in Geisling ein höherer Zuschuss gewährt wurde. Sylvia Stierstorfer (MdL) sprach sich für lediglich zehn Prozent aus, um alle Vereine gleich zu behandeln. Sie regte an, die Vergabepraxis in der nächsten Sitzung eingehend zu diskutieren. Dem Antrag der SG Hubertus wurde schließlich mit 10:6 Stimmen stattgegeben.

Keinen Sinn sahen einige Gemeinderäte darin, Gehölze im Geislinger Mühlbach im Bereich der Bundesstraße zu fällen, wie es der Vorschlag des Landschaftspflegeverbandes vorsah. Auch der Empfehlung, Wasserbausteine herauszunehmen und den Bachlauf zu verbreitern, konnten sie wenig abgewinnen. Um hier Klarheit über die Gründe zu erhalten, wird Josef Schütz vom Landschaftspflegeverband bei der nächsten Sitzung Gelegenheit gegeben, dies fachlich zu erklären.

Aus der Gemeinderatssitzung

  • Neubau des Kinderhauses:

    Die Gemeinde plant eine kirchliche Einweihung des Neubaus des Kinderhauses. Diese soll Ende Oktober oder Anfang November stattfinden. Ein genauer Termin wird bekannt gegeben.

  • Brückenbaustelle B 8:

    Die Brückenbaustelle auf der Bundesstraße über den Mühlbach konnte mittlerweile abgeschlossen werden. Gute Nachricht für die Bürger: Die Umleitung über die Gemeindeverbindungsstraße ist damit aufgehoben.

  • Aus dem Bauausschuss:

    Einer Erweiterung der bestehenden Werkhalle und Neugestaltung der Außenflächen mit Lkw-Umfahrung der Firma BMS Maschinenfabrik in der Straubingerstraße wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Genehmigt wurde ebenso der Bauantrag von Susanne und Gerald Heigl für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Schuppen. Auch dem Antrag von Birgit und Stefan Schmalzl zur Umnutzung einer Scheune wurde zugestimmt.

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