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Verkehr

A3-Ausbau: Fünf Jahre Dauerstau?

Zwecks Erweiterung auf sechs Spuren müssen 17 Brücken erneuert werden. Auch der Übergang Barbing-Neutraubling ist betroffen.
Von Christof Seidl, MZ

Die Kreuzung nördlich der Autobahnbrücke zwischen Barbing und Neutraubling erhält zusätzliche Spuren, um ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Foto: jn

Neutraubling.Es wird keine einfache Zeit. Wenn es keine Klagen mit aufschiebender Wirkung gegen den Planfeststellungsbeschluss gibt und die Autobahndirektion ihren Zeitplan einhält, starten die Bauarbeiten für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A 3 zwischen dem Kreuz Regensburg und Rosenhof im Frühjahr 2018 und werden voraussichtlich fünf Jahre dauern. Betroffen ist nicht nur die A 3 selbst, sondern das gesamte Umfeld. Denn neben der reinen Fahrbahnerweiterung muss die Autobahndirektion auch 17 Brücken in diesem Bereich neu bauen – sowohl Autobahnbrücken, wie jene über die Eisenbahntrasse bei Burgweinting, als auch zahlreiche Überführungen. Keine dieser Brücken wurde seinerzeit für einen sechsspurigen Ausbau der A 3 vorbereitet.

Vier der betroffenen Brücken liegen im Landkreis Regensburg. Der größte Brocken davon ist die Autobahnüberführung der Staatsstraße 2145 zwischen Barbing und Neutraubling. Auch sie muss einem Neubau weichen. Die Brücke im Bereich der Autobahnanschlussstelle Neutraubling ist bereits heute stark frequentiert, der Verkehrsfluss in dem Bereich störanfällig. Eine längerfristige Vollsperrung der Brücke ist deshalb ausgeschlossen.

Die Brücke wird vierspurig

Der gesamte Bereich der Autobahn A3 zwischen dem Kreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof soll auf sechs Spuren erweitert werden. Dazu müssen insgesamt 17 Brücken neu gebaut werden. Foto: xtl

Die gute Nachricht: Nach Angaben von Katharina Häusler von der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion wird die neue Brücke für eine größere Kapazität ausgelegt. Sie soll gegenüber dem Bestand eine größere Fahrbahnbreite erhalten und statt drei dann vier Fahrstreifen aufnehmen.

Während der Bauzeit wird die Autobahndirektion laut Häusler neben der jetzigen Überführung der Staatsstraße 2145 eine provisorische Behelfsbrücke errichten. Damit könne der Verkehr auf der Staatsstraße sowie über die Anschlussstelle Neutraubling auch während der Bauzeit aufrechterhalten werden.

Wie der Brückentausch genau vor sich gehen wird, steht dagegen noch nicht fest. Die Planer der Autobahndirektion tüfteln derzeit an der Ablaufplanung. Vorstellbar ist, die neue Brücke neben der bestehenden zu bauen und diese zu verschieben, sobald der Altbau abgerissen worden ist. In diesem Zeitraum wäre dann die Behelfsbrücke notwendig. In einer zweiten Variante würde die Autobahndirektion erst die Behelfsbrücke errichten, dann die bisherige Brücke abreißen und an dieser Stelle die neue Brücke errichten.

Die Autobahndirektion verspricht, dass für den Verkehr auf der A 3 während der gesamten Bauphase zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof vier Fahrspuren zur Verfügung stehen werden. „Ein Ausleiten des Verkehrs auf das untergeordnete Straßen- und Wegenetz“ ist laut Häusler nicht vorgesehen. Dessen Belastung werde man möglichst gering halten.

Mehr Spuren für die Kreuzung

  • Umbau:

    Das Staatliche Bauamt baut den Kreuzungsbereich nördlich der Anschlussstelle Neutraubling um.

  • Spuren:

    Von Neutraubling kommenden sollen zwei Linksabbiegespuren in Richtung Regensburg geschaffen werden. Von Straubing kommend soll der Bereich auf der Staatsstraße (St) 2660 (ehemals B8) zwischen Autobahnzufahrt und -abfahrt Neutraubling und der Kreuzung zwei Geradeausspuren in Richtung Regensburg erhalten.

  • Barbing:

    Aus Richtung Barbing soll der Bereich vor der Kreuzung erweitert werden, um die Kapazität zu erhöhen.

  • Autobahn:

    Die Autobahnausfahrt Neutraubling in Fahrtrichtung Nürnberg erhält eine doppelte Linksabbiegespur.

  • Abschnitte:

    Im westlichen Bereich sollen die Arbeiten im September starten und bis Jahresende abgeschlossen sein. Der östliche Bereich wird 2018 umgebaut, davon ist auch die Unterführung für Radler/Fußgänger betroffen.

  • Einmündung:

    Ebenfalls 2018 soll die Einmündung der St 2145 aus Richtung Donaustauf umgebaut werden. Neben einer Ampelanlage erhält sie eine Rechtsabbiegespur in Richtung Regensburg mit langem Einfädelstreifen.

Manfred Rieger, beim Staatlichen Bauamt für den Straßenbaubereich im Raum Regensburg zuständig, vermutet, dass der Ausweichverkehr auf den untergeordneten Straßen entlang der A3 deutlich zunehmen wird. Pendler werden sich nach seiner Ansicht weiträumig andere Wege suchen. Während der Bauzeit werde es mehr Staus geben.

Das Staatliche Bauamt wird in diesem und im nächsten Jahr den Kreuzungsbereich nördlich der Autobahnanschlussstelle Neutraubling (Staatsstraßen 2145 und 2660) um- und ausbauen. Die nahegelegene Abzweigung von der Staatsstraße 2660 in Richtung Donaustauf wird ebenfalls umgestaltet. Der Verkehrsfluss in dem Bereich soll dadurch deutlich verbessert werden. Rieger ist zuversichtlich, „dass die beiden Maßnahmen gut funktionieren werden“. Da sie vor dem Beginn der Erweiterung der A3 abgeschlossen sein werden, könnten sie zusätzlichen Verkehr während der Bauarbeiten im Bereich der Autobahn aufnehmen.

Befürchtungen sind berechtigt

Die CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer hofft, dass der Kreuzungsausbau die Verkehrssituation verbessert. Foto: lps

Was der Ausbau der A3 für die Bevölkerung im Raum Barbing und Neutraubling bedeutet, wollte auch die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer wissen. Sie hatte Vertreter des Straßenbauamts und der Autobahndienststelle Regensburg zu einem Info- und Diskussionsabend in Barbing eingeladen. Ihr Fazit: Der Verkehr im Raum Barbing/Neutraubling sei für die Bevölkerung ein zentrales Thema. Die Befürchtung, dass es während der Erweiterungsarbeiten an der A3 zu zusätzlichen Verkehrsstörungen kommen wird, sei berechtigt. Sie sei aber zuversichtlich, dass der Ausbau des Kreuzungsbereichs helfen wird, die Belastung vor Ort zu reduzieren. Und langfristig werde eine leistungsfähigere Autobahn mehr Verkehr aufnehmen und so zu einer Entlastung auf den anderen Straßen im Raum Regensburg beitragen.

Christian Unzner, Leiter der Autobahndienststelle Regensburg, sagte bei der Veranstaltung in Barbing, dass 2018 zuerst die Arbeiten an der Bahnbrücke Burgweinting beginnen sollen. Was die Verkehrssituation betreffe, würden die nächsten Jahre nicht einfach werden. Insgesamt rechnet Unzner für den sechsstreifigen Ausbau der A3 zwischen Regensburg und Rosenhof mit einer Dauer von rund fünf Jahren.

Das Landratsamt hat noch keine Pläne für den Umgang mit dem Verkehr während der A3-Erweiterung. Man werde sich demnächst mit den ausführenden Stellen zusammensetzen, hieß es vonseiten der Pressestelle.

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  • FH
    Franz Huber
    18.06.2017 10:49

    Zur Überschrift „A3-Ausbau: Fünf Jahre Dauerstau?“ lautet die Antwort „Ja!“ und zwar mit Ausrufezeichen. Es ist blauäugig, anzunehmen, dass eine Baumaßnahme über viele Jahre, solchen Ausmaßes im verdichteten Ballungsraum Regensburg mit Autobahnkreuzungspunkt, zunehmenden Fernverkehr, 75.000 Pendlern und starker Wohnbebauung im Großraum Regensburg problemlos verläuft. Die gesamte Region ist davon betroffen. Ein paar punktuell, lokal begrenzte Maßnahmen zur Entschärfung der Verkehrslage im Regionalverkehr alleine werden nicht ausreichen. Vor Jahren erarbeitete qualifizierte Verkehrsgutachten für den Gesamtraum zur Entzerrung des Regionalverkehres wurden zu wenig beachtet, vor allem von der Stadt Regensburg. Bei der Verkehrsinfrastruktur ausschließlich auf die BAB A3 und A93 zu setzen, war und ist falsch. Hoffentlich nimmt die wirtschaftliche Prosperität in der Region keinen Schaden. Es sind ohnehin neue zukunftsgerichtete Verkehrskonzepte (E-Mobilität, Carsharing, Ausbau des ÖPNV mit P+R) die besonders privilegiert werden sollten notwendig, um die Akzeptanz zu erhöhen. Ausschließlich auf den Fahrradverkehr zu setzen ist vielleicht für das Stadtgebiet praktikabel, für das Umland ist es alleinige Lösung realitätsfremd und nicht alltagstauglich für alle Bevölkerungsschichten. Es ist jetzt im Vorfeld des A3-Ausbau dringender kooperativer Handlungsbedarf aller politisch relevanten Kräfte der Gesamtregion. Wenn die täglichen Staumeldungen im Großraum Regensburg über viele Jahre erst einmal der Meldeschwerpunkt des Verkehrsfunk sind, ist es zu spät!

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