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Wettbewerb

Elena ist Bayerns Beste im „Poetry Slam“

Die Barbingerin quatschte sich mit einem ungewöhnlichen Thema zum U20-Titel. Jetzt kommt für sie der nächste große Schritt.
Von Tino Lex, MZ

Elena Hammerschmid am Morgen nach dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft – noch etwas müde, aber glücklich gesiegt zu haben. Foto: Lex

Barbing.Elena Hammerschmid, sechzehnjährige Schülerin des St. MarienGymnasiums in Regensburg, hat viele Hobbys. Sie spielt E-Gitarre, was ihr den Beinamen: „Slow Hand Elena“ bei einem Benefizkonzert im letzten Sommer einbrachte. Sie spielt aber auch andere Instrumente und ist immer gut drauf. Doch jetzt überraschte sie einmal mehr nicht nur mehrere Freundinnen und Bekannte, sondern auch ihre Eltern. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich mit „Poetry Slam“.

Die Szene ist noch jung, dafür aber hochinteressant. Die Regeln sind denkbar einfach: ohne irgendwelche Hilfsmittel wie Musikinstrumente oder Verkleidungen stellt sich der oder die junge Schriftstellerin auf eine Bühne und erzählt eine Geschichte. Das einzige Hilfsmittel, das erlaubt ist, wäre ein Zettel mit Notizen. Die Geschichte selbst kann aus den verschiedensten Lebens-Situationen heraus geschrieben worden sein.

Kunst unter Zeitdruck

Einzig limitierend: die Zeit. Jeder, der sich traut, auf der Bühne seine eigene Geschichte vorzutragen, bekommt dafür genau fünf Minuten Zeit (bei der Bayerischen Meisterschaft). Sollte er oder sie die Zeit überschreiten, so wird spätestens bei 5.15 Minuten eine Musik eingespielt, die dann immer lauter wird und möglicherweise den Schluss der Geschichte übertönt. Das wars dann mit der Pointe. Das Publikum entscheidet dann, wer weiterkommt. Elena Hammerschmid allerdings schafft es immer ganz genau auf den Punkt. „Ich habe das ein paar Mal geübt und jetzt funktioniert das.“ Ihre Geschichten, die sie bei den Bayerischen Meisterschaften am letzten Wochenende in München darbot, brachten ihr den Bayerischen Meistertitel ein. „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich ins Halbfinale, geschweige denn ins Finale komme. Aber scheinbar gefielen dem Publikum meine Geschichten derart gut, dass sie für mich votierten.“

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Ein Dankeschön via Facebook

In einem Facebook-Post wandte sich die junge Poetin an ihre Freunde, wie man sie kennt: „So, jetzt habe auch ich endlich ausgeschlafen und kann hier mal was reinschreiben. Also was war das denn bitte für ein Wochenende? Da fährt man nach München und kommt auf einmal mit einem Pokal heim, auf dem „Bayerischer U20-Meister im Poetry Slam“ steht“. Etwas entsetzt war die Schülerin der 11. Klasse, dass ihre Eltern Renate und Albert im Garten im heimischen Illkofen die Bayernfahne gehisst haben. „Jetzt denken alle Nachbarn, wir haben einen an der Klatsche. Nein, im Ernst – Danke an alle, die dabei waren, für diesen unfassbaren Bayernslam2017 !“

Die Abiturientin des nächsten Jahres kann es immer noch nicht ganz glauben: „Und das mit einem Text über Eileiter... Das kann halt nur München.“ Elena fallen solche Texte einfach mal abends vor dem Zubett-Gehen ein. „Ja, da überlege ich und dann fällt mir schon irgendetwas ein“, sprudelt es aus der hübschen jungen Dame. Wie geht es weiter? „Ich habe bereits viele Anfragen aus allen Teilen Deutschlands, dass ich unbedingt dorthin kommen und einige meiner Geschichten vortragen soll, aber ich muss ja noch lernen und meine Eltern müssen mich ja schließlich auch noch hinfahren, denn ich darf ja leider noch nicht Auto fahren – aber bald!“, freut sie sich auf ihren Führerschein.

Mit dem Titel Bayerische Meisterin darf sie bei der deutschsprachigen Meisterschaft demnächst in Paderborn starten. Für die nächsten Bayerischen Meisterschaften in München ist sie auch bereits qualifiziert. Jetzt muss allerdings die Musik ein wenig zurückstecken und die Freundinnen natürlich auch. Nur die Schule, die muss abgeschlossen werden – das ist sicher.

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So läuft ein Poetry Slam ab

  • Kunstform:

    Der „Poetry Slam“ ist eine Art moderner Dichterwettstreit. Die Szene ist noch jung, konnte sich in den letzten Jahren aber eine hohe Bekanntheit erspielen und erdichten.

  • Regeln:

    Das Zeitlimit darf nicht überschritten werden. Und: Der Text, den man vorträgt, muss aus der eigenen Feder stammen.

  • Vorgabe:

    „Respekt the poet“ – jedem Künstler, der etwas vorträgt, muss Respekt entgegengebracht werden

  • Wettbewerbe:

    Beim „Poetry Slam“ spielt auch das Alter eine Rolle. Elena Hammerschmid gewann den Wettbewerb U20, es gibt aber auch eine Wertung Ü20, diese nennt sich auch Erwachsenenwertung.

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