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Montag, 18. Dezember 2017 5

Bühne

Der Theater-Nachwuchs zeigte „Momo“

Das Kleine PettenDorftheater spielte zwei Mal die Inszenierung von Michael Endes Buch. 14 Jugendliche traten auf.
Von Claudia Kreissl, MZ

Magdalena Herold spielte die Hauptfigur Momo (2. v. r.). Foto: Kreissl

Pettendorf.Meister Hora bringt es auf den Punkt: Die Zeit kennt jeder, weil sie ganz alltäglich ist. Und doch ist sie ein Geheimnis, gleichsam unergründlich, vergeht wie im Flug oder scheint stillzustehen. „Die Zeit ist das Leben“, weiß Meister Hora. Und darum geht es letztlich in Michael Endes Jugendbuchklassiker „Momo“, den das Kleine PettenDorftheater zweimal auf die Bühne im Mayersaal gebracht hat und damit mehr als 300 Zuschauer begeisterte.

Alle zwei Jahre präsentiert der Nachwuchs des Pettendorfer Amateurtheaters ein eigenes Stück. Heuer wirkten an der Produktion 14 Jugendliche im Alter zwischen neun und 17 Jahren mit.

Dieses Mal entschied sich das Regieteam mit Conny Gerdes, Doris Dotzler, Doris Herold, Nina Matner und Anna Viehauser für die fantastische Abenteuergeschichte um die kleine Momo. Michael Ende hat die Romanvorlage für das Stück vor mehr als 40 Jahren geschrieben. Weltweit wurde das Buch über sieben Millionen Mal verkauft. „Momo“ ist ein Märchen, aber auch eine Parabel über unsere rastlose Zeit und die erdrückende Macht der Finanzsysteme. Deshalb hat die Geschichte kein bisschen an Aktualität eingebüßt. Schließlich geht es gerade heute immer mehr um Effizienz und darum, möglichst keine Zeit zu verschwenden.

Genau das fordern auch die Zigarre rauchenden Grauen Herren von der Zeitsparkasse in Michael Endes Stück. Sie betrügen die Menschen um ihre Zeit, um selbst ihre zweifelhafte Existenz zu sichern. Da passt natürlich ein Mädchen wie Momo nicht hinein. Für sie spielt die Zeit keine Rolle, sie verschenkt sie an andere Menschen, sie hört ihnen zu.

Auf der kleinen Bühne im Pettendorfer Mayersaal schlüpft Magdalena Herold in die Rolle der Momo. Ruhig und reduziert verkörpert sie das außergewöhnliche Mädchen, das die Menschen ganz neue Seiten an sich entdecken lässt. Da geht es der quirligen Fremdenführerin Gigi (Julia Sterl) nicht anders als Beppo, dem gutmütigen Straßenkehrer (Korbinian Herold) und vielen anderen, die das alte Amphitheater betreten, in dem Momo lebt.

Doch Momo wird dadurch zur Gefahr für die Grauen Herren. Kalt und unnahbar verkörpern Anna Kraus, Sedra Alrejleh und Katharina Schweiger diese skrupellosen Zeitdiebe. Um sie letztlich zu besiegen, braucht Momo Unterstützung. Die findet sie in der kleinen Schildkröte Kassiopeia, in deren Rolle Lilly Norgauer überzeugend zeigt, dass in der Ruhe eine große Kraft liegt. Und dann ist da ja auch noch Meister Hora. Der Charakter scheint wie gemacht für Mattis Moll, der den Philosophen im Rokoko-Kostüm mit großer Spielfreude auf die Bühne bringt.

Über die Produktion

  • Die Schauspieler:

    Neben den Hauptdarstellern waren in weiteren Rollen zu sehen: Paul Kick, Janosch Mühle, Paulina Wackerbauer, Tim Marschall, Leander Horsch, Anne Rübens.

  • Das Ensemble:

    14 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren standen bei der aktuellen Produktion des Kleinen PettenDorftheaters auf der Bühne im Mayersaal. (lck)

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