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Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Glaube

Wenn Kirche jede Menge Spaß macht

Beim Dekanatsministrantentag in Hemau waren Wissen und Geschick gefragt. Auch der Stadtbrunnen spielte eine Rolle.
Von David Santl, MZ

Knifflige Fragen und originelle Prüfungen: Die Kinder und Jugendlichen hatten beim Dekanatsministrantentag in Hemau viel Spaß. Fotos: Santl

Hemau.Immer weniger junge Menschen können mit der Kirche etwas anfangen. „Das macht keinen Spaß“, lautet das Argument oft. Einen eindeutigen Gegenbeweis dafür lieferten über 100 Ministranten aus zehn Pfarreien des Dekanats Laaber. Sie alle waren nach Hemau gekommen, um in der Gastgeberpfarrei St. Johannes den traditionellen Dekanatsministrantentag zu begehen.

Schon als sich um kurz vor 13 Uhr die ersten Kinder und Jugendlichen in der Tangrintelhalle einfanden, war klar, dass an diesem Tag Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund stehen werden. Nicht schlecht dürfte der eine oder andere Hemauer gestaunt haben, als sich um kurz vor halb zwei ein langer Zug von Ministranten durch die Mittagshitze in Richtung Stadtpfarrkirche bewegte.

„Auf euch will ich nicht verzichten“

Der Turmbau zu Babel – das geht auch mit Lego-Steinen.

In einem kurzweiligen Jugendgottesdienst waren sich Stadtpfarrer Thomas Gleißner und sein Laaberer Amtskollege Gerhard Schedl einig, dass Ministranten im Gottesdienst unabdingbar sind. „Auf euch will ich nicht verzichten“, rief Gleißner den Messdienern zu. In seiner Predigt ging er darauf ein, dass man im Leben den Kleinigkeiten nicht zu viel Platz einräumen sollte, um Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu haben. Dies stellte er mit einem Gefäß, das er zuerst mit Steinen und dann mit Kies, Sand und Wasser füllte, anschaulich dar. Nach einer „Lagebesprechung“ in der Tangrintelhalle und der Begrüßung durch 3. Bürgermeister Robert Pollinger durften sich die Minis auf den heiß ersehnten Stationenlauf begeben. Schnell ergriffen die 13 Gruppen, die nach Pfarreien aufgeteilt waren, ihre Laufzettel und stürmten aus der Tangrintelhalle.

Antonia (11 Jahre) aus See: „Ich bin Ministrantin geworden, weil es mir großen Spaß macht, in der Kirche zu ministrieren. Der ganze Dekanatsministrantentag hier gefällt mir sehr gut und die Stimmung ist echt toll.“

Im schattigen Stadtpark hatten sich die Oberministranten aus Hohenfels mit ihrem Auto platziert. Im Kofferraum lagen Gegenstände, die sich die Teilnehmer einprägen mussten. „So, was war drin?“,fragten sie die Gruppen „Feuerzeug, Kleiderbügel, ...“, begann der zwölfjährige Pascal. „Eine Wasserflasche“, ergänzte die elfjährige Sophia. Jede Gruppe versuchte, möglichst viele Dinge aufzuzählen. Die Lupburger Minis warteten mit einem Hindernislauf auf die Teilnehmer.

Katharina (9) aus Neukirchen: „Mir hat das Ministrieren einfach gefallen. Ich kannte schon viele ältere Ministranten und wollte es probieren. Hier in Hemau gefällt es mir sehr gut, weil man so viele schöne Spiele machen kann.“

Bei der Nittendorfer „Fühlstation“ kam es auf gute Sinne an. „Des san Nüsse“, legte sich die zehnjährige Luzia schnell fest, als sie in einer Kiste Gegenstände erfühlen musste. Die Ministranten aus Undorf hatten einen „blinden Parcours“ aufgebaut. Als sich die zwölfjährige Theresa aus Laaber mit verbundenen Augen über die Strecke wagte, unterstützten sie ihre „Kollegen“ mit Richtungsanweisungen. Wie ihre Freundin schaffte sie es ohne Fehler durch den Parcours, was von den Undorfer Oberministranten mit einem kräftigen Plus auf dem Punktekonto belohnt wurde. „Des haut super hin“, zog Thomas Gleißner nach einer Stunde Zwischenbilanz. Gemeinsam mit der Sprecherin des Pfarrgemeinderats, Renate Baumer, betreute er auf der Stadtterrasse die „Kuh Liesl“, die gemolken werden wollte. Auf stolze 1,4 Liter brachte es die Gruppe aus See. Um die Motivation noch mehr zu steigern, schrien die Mitglieder der Gruppe „Lupburg 1“ an jeder Station ihren Schlachtruf heraus, womit ihnen die Anerkennung der anderen sicher war. „Und wenn ma ned g’winna? Dann samma Sieger der Herzen!“

Otto (17) aus Hohenschambach: „Als Oberministrant kann ich viel mit kleineren Kindern und der Pfarrei zusammenarbeiten. Es ist schön, dass die Gemeinschaft so gut ist und sich so viele Gemeinden engagieren.“

Den Stadtbrunnen hatten die Gastgeber für sich reserviert. Dort mussten die Läufer einen Lappen ins Wasser tauchen, eine Runde um den Brunnen laufen und den Lappen dann auswinden. Vorher musste aber noch eine Frage richtig beantwortet werden. Vom religiösen Wissen der Gruppe „Hemau 1“ waren selbst die Betreuerinnen erstaunt. „Wo hast du denn dieses Allgemeinwissen her?“, fragten sie die zehnjährige Miriam, die in Sekundenschnelle die Antworten wusste.

Der Sieg ging nach Lupburg

++Martin (12) aus Beratzhausen: „Ministrant sein macht mir einfach Spaß. Mir gefällt die Gemeinschaft. In die Kirche zu gehen, macht mir nichts aus. Die vielen Stationen heute waren echt super und die Predigt war sehr anschaulich.“

Nach zwei Stunden waren schon einige Gruppen fertig. Als Abendessen gab es Hamburger, die die Metzgerei Graf zubereitet hatte. „Das war super. Die Organisation war echt toll“, war von den zufriedenen Kindern und Jugendlichen zu hören. Den Abschluss bildete die Siegerehrung. Platz drei ging an die Gruppe „Oberpfraundorf 1“ mit 124 Punkten. Zwei Punkte mehr erspielten die Ministranten aus Laaber. Die Sieger des Stationenlaufs waren aber die Mitglieder der Gruppe „Lupburg 2“, die stolze 136 Punkte sammelten. Vielleicht gab der Schlachtruf der ersten Gruppe den Ausschlag, dass der Sieg nach Lupburg ging.

„Der Sinn war, die Gemeinschaft zu stärken“, erklärte Thomas Gleißner. Der Tag sei sehr gelungen. Dem stimmte auch ein sichtlich erleichterter Martin Bartlreiher zu, der die Organisation innehatte. „Ohne junge Leute geht’s nicht“, meinte er. Deshalb müsse der Glaube lebendig gehalten und nach außen getragen werden. Das haben die über 100 Ministranten auf jeden Fall getan.

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